Anforderungen entschlüsselt
„Abgeschlossene Ausbildung als Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen oder vergleichbar“
MussBedeutung: Die Versicherungsausbildung ist der Idealfall, verwandte Qualifikationen werden akzeptiert.
Für Versicherungsmakler/in: Vergleichbar bedeutet hier: IHK-Sachkundeprüfung § 34d + Berufserfahrung, Bankkaufmann mit Versicherungserfahrung, oder Jurist mit Versicherungsrechtskenntnissen. Ohne jede Versicherungsqualifikation ist die Bewerbung aussichtslos — die Regulatorik lässt hier keinen Spielraum.
„Erfahrung im Gewerbe- und Industriekundengeschäft“
MussBedeutung: Du solltest bereits Firmenkunden versicherungstechnisch betreut haben.
Für Versicherungsmakler/in: Gewerbeversicherung umfasst Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Betriebsunterbrechung, D&O, Cyber. Wenn die Anzeige "Industriekunden" nennt, geht es um komplexe Großrisiken mit Versicherungssummen im Millionenbereich. Ohne einschlägige Erfahrung ist eine Bewerbung auf Industriemakler-Stellen wenig aussichtsreich.
„Kenntnisse in der Risikoanalyse und Bedingungsvergleich“
MussBedeutung: Du sollst eigenständig Risiken bewerten und Versicherungsbedingungen verschiedener Anbieter vergleichen können.
Für Versicherungsmakler/in: Das ist Kernkompetenz eines Maklers: Anders als ein Vertreter musst du die Bedingungen mehrerer Versicherer analysieren und die beste Option für den Kunden identifizieren. Erfahrung mit Vergleichstools (wie NAFI, Morgen & Morgen, Franke und Bornberg) ist ein Pluspunkt.
„Erfahrung mit Maklerverwaltungsprogrammen (MVP)“
KannBedeutung: Kenntnisse in branchenspezifischer Software sind hilfreich, aber nicht entscheidend.
Für Versicherungsmakler/in: MVPs wie Ams.Solution, Keasy oder iCRM sind maklerspezifisch und werden on-the-job geschult. Wenn du ein anderes Verwaltungssystem kennst (z. B. aus dem Bankensektor), erwähne das — die Einarbeitung in ein neues MVP dauert 2–4 Wochen.
„Eigenständige Akquise und Bestandsentwicklung“
MussBedeutung: Du sollst aktiv neue Kunden gewinnen und bestehende Kundenbeziehungen ausbauen.
Für Versicherungsmakler/in: Im Maklergeschäft ist Kundenakquise essenziell für das Wachstum. "Eigenständige Akquise" bedeutet: Der Arbeitgeber erwartet, dass du proaktiv Neukunden ansprichst — nicht nur eingehende Anfragen bearbeitest. In inhabergeführten Büros wird oft erwartet, dass du deinen eigenen Bestandsanteil mitentwickelst.
„Verhandlungsgeschick im Umgang mit Versicherern“
MussBedeutung: Du musst Konditionen bei Versicherungsgesellschaften verhandeln können.
Für Versicherungsmakler/in: Makler verhandeln direkt mit Versicherern über Prämien, Bedingungen und Sonderkonditionen. Das erfordert Marktkenntnisse und Durchsetzungsfähigkeit. Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Underwritern und Key-Account-Managern der Versicherer ist ein starkes Argument.
„Erfahrung im Schadenmanagement“
KannBedeutung: Schadenerfahrung ist ein Pluspunkt, wird aber nicht immer zwingend erwartet.
Für Versicherungsmakler/in: Im Gewerbe- und Industriegeschäft ist Schadenmanagement oft von der Akquise getrennt. Bei kleineren Maklerbüros machen Berater beides. Wenn "Schadenmanagement" explizit steht, betreut die Stelle auch die Schadenregulierung mit Versicherern — das erfordert Verhandlungsgeschick und Kenntnis der Regulierungspraxis.
„Fachwirt für Versicherungen und Finanzen oder vergleichbare Weiterbildung wünschenswert“
KannBedeutung: Eine Aufstiegsfortbildung ist gewünscht, aber nicht Voraussetzung.
Für Versicherungsmakler/in: Der Fachwirt (IHK) signalisiert vertiefte Fachkompetenz und wird für Führungspositionen vorausgesetzt. Für operative Beraterstellen reicht die Ausbildung plus Berufserfahrung. Wenn der Fachwirt nur "wünschenswert" ist, bewirb dich auch ohne — die Erfahrung wiegt schwerer.
„Kenntnisse in speziellen Versicherungssparten (Cyber, D&O, Transport)“
KannBedeutung: Spezialwissen in Nischen-Sparten ist ein Differenzierungsmerkmal.
Für Versicherungsmakler/in: Cyber-Versicherung und D&O (Directors & Officers Liability) sind Wachstumssegmente — wer hier Expertise mitbringt, ist besonders gefragt. Transportversicherung ist eine traditionelle Maklersparte mit eigenen Fachbegriffen und Regulierungsmechanismen. Spezialwissen wird intern geschult, aber Vorkenntnisse beschleunigen den Einstieg erheblich.
„Teamfähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Innendienst“
MussBedeutung: Der Außendienst arbeitet eng mit dem Innendienst zusammen — Einzelkämpfer sind nicht gefragt.
Für Versicherungsmakler/in: Im Maklergeschäft sind die Rollen oft aufgeteilt: Außendienst (Kundenakquise, Beratung) und Innendienst (Angebotserstellung, Vertragsbearbeitung, Schadenabwicklung). Beide müssen reibungslos zusammenarbeiten. Wenn Teamfähigkeit betont wird, ist die Zusammenarbeit zwischen Innen- und Außendienst ein kritischer Erfolgsfaktor.
„Gültiger Führerschein Klasse B“
MussBedeutung: Du wirst Kunden vor Ort besuchen — ein Firmenwagen ist oft inklusive.
Für Versicherungsmakler/in: Im Gewerbe- und Industriegeschäft sind Betriebsbesichtigungen und persönliche Kundentermine Standard. Ohne Führerschein ist eine Außendienst-Stelle im Maklergeschäft nicht machbar. Wenn kein Führerschein gefordert wird, handelt es sich um eine reine Innendienst-Position.
„IDD-konforme Weiterbildung (mindestens 15 Stunden/Jahr)“
MussBedeutung: Regelmäßige Weiterbildung ist gesetzliche Pflicht — der Arbeitgeber stellt dies sicher.
Für Versicherungsmakler/in: Die Insurance Distribution Directive (IDD) schreibt 15 Stunden Weiterbildung pro Jahr vor. Die meisten Arbeitgeber organisieren das intern. Wenn es in der Anzeige steht, signalisiert der Arbeitgeber Compliance-Bewusstsein — ein gutes Zeichen für ein seriöses Maklerbüro.
Viele Stellenanzeigen fordern Zertifizierungen — aber welche zählen wirklich? Unsere Versicherungsmakler/in-Zertifikate-Übersicht sortiert nach Relevanz: Türöffner, Vorteil oder Nice-to-have.
Die 70%-Regel
Bei Versicherungsmakler-Stellen solltest du mindestens 70 % der Anforderungen erfüllen. Die Versicherungsausbildung oder § 34d-Sachkunde ist Pflicht, spezifische Spartenkenntnisse und MVP-Erfahrung lassen sich aneignen. Entscheidend ist die Kombination aus Fachkompetenz und Vertriebs-/Beratungserfahrung.
Was wirklich zählt
- Versicherungsausbildung oder IHK-Sachkundeprüfung § 34d GewO — regulatorische Grundvoraussetzung
- Spartenkenntnisse im relevanten Bereich (Gewerbe, Industrie oder Privat) mit nachweisbarer Beratungserfahrung
- Eigenständige Arbeitsweise und Fähigkeit zur Kundenakquise (Makler sind Unternehmer im Angestelltenverhältnis)
Was weniger wichtig ist
- —Ob du bei einem Versicherer, einem anderen Makler oder einem Vertreter Erfahrung gesammelt hast — Spartenwissen ist übertragbar
- —Welches MVP du kennst (Ams.Solution, Keasy, iCRM — wird in Wochen angelernt)
- —Ob du nur Privat- oder nur Gewerbekunden betreut hast — der Wechsel zwischen den Segmenten ist möglich
Du kommst aus einem anderen Bereich und fragst dich, ob ein Quereinstieg realistisch ist? Unser Guide Quereinstieg als Versicherungsmakler/in zeigt dir konkrete Pfade mit Zeitaufwand und empfohlenen Zertifizierungen.
Red Flags in Stellenanzeigen
„"Versicherungsmakler" als Stellenbezeichnung, aber im Text steht "gebundener Vermittler" oder "Handelsvertreter § 84 HGB"“
Ein Handelsvertreter nach § 84 HGB ist kein Makler, sondern ein Vertreter, der im Auftrag eines Versicherers arbeitet. Hier wird die Bezeichnung "Makler" irreführend verwendet. Prüfe im Impressum, ob es sich um ein zugelassenes Maklerunternehmen handelt (§ 34d Abs. 1 GewO).
„"Kein Bestand vorhanden — Sie bauen Ihren eigenen Kundenstamm auf" plus reine Provisionsvergütung“
Ein Maklerbüro ohne bestehenden Kundenbestand, das neue Berater auf Provisionsbasis einstellt, ist wirtschaftlich riskant. Seriöse Arbeitgeber übergeben neuen Mitarbeitern einen Bestandsteil oder unterstützen die Akquise mit Leads. Reiner Kaltakquise-Vertrieb ohne Fixum deutet auf prekäre Strukturen hin.
„"Quereinsteiger willkommen — keine Vorkenntnisse erforderlich" für eine Maklerposition“
Versicherungsmakler tragen eine hohe Beratungshaftung. Wenn keine Vorkenntnisse verlangt werden, steckt dahinter oft ein Finanzvertrieb, der Verkäufer rekrutiert — nicht ein Maklerbüro, das qualifizierte Fachkräfte sucht. Seriöse Makler verlangen mindestens die § 34d-Sachkunde.
„"Wir bieten Ihnen 80 % Courtageabgabe" — extrem hohe Vergütungsversprechen“
Unrealistisch hohe Courtageabgaben sind ein Zeichen für Maklerpools oder -netzwerke, die mit dem Modell "Selbstständigkeit unter einem Dach" arbeiten. In der Praxis bleibt nach Abzug von Pool-Gebühren, Softwarekosten und Versicherungen deutlich weniger übrig. Frage immer nach dem Netto-Einkommen nach allen Abzügen.
„Stellenbezeichnung "Versicherungsmakler" bei einem Unternehmen, das als Strukturvertrieb bekannt ist“
Einige Strukturvertriebe (z. B. OVB, DVAG-Partner) nutzen die Bezeichnung "Makler" oder "unabhängiger Berater", obwohl sie gebundene Vermittler einsetzen. Prüfe im Vermittlerregister (vermittlerregister.info), ob das Unternehmen tatsächlich als Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1) registriert ist.
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Häufige Fragen zu Versicherungsmakler/in-Stellenanzeigen
Wie erkenne ich, ob eine Stelle bei einem echten Makler ist?
Prüfe drei Dinge: 1) Ist das Unternehmen im Vermittlerregister (vermittlerregister.info) als Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1 GewO) registriert? 2) Wird ein Fixgehalt genannt (nicht nur Provisionen)? 3) Werden fachliche Anforderungen gestellt (Ausbildung, Spartenkenntnisse, Sachkunde)? Ein seriöses Maklerbüro hat einen bestehenden Kundenbestand und sucht Fachkräfte — kein Vertriebsnetzwerk, das Verkäufer rekrutiert.
Was ist der Unterschied zwischen Innendienst und Außendienst beim Makler?
Der Innendienst bearbeitet Angebote, Verträge und Schäden im Büro — strukturierte Arbeit mit viel Sachbearbeitung. Der Außendienst berät Kunden vor Ort, akquiriert Neukunden und verhandelt mit Versicherern. Beide Bereiche erfordern Fachkompetenz, aber die Außendienst-Rolle ist vertriebsorientierter. Viele Stellen kombinieren beides, besonders in kleineren Maklerbüros.
Soll ich mich bewerben, wenn ich nur Privatkundenerfahrung habe?
Ja, wenn die Stelle auch Privatkunden umfasst. Viele Maklerbüros betreuen Privat- und Gewerbekunden. Der Wechsel ins Gewerbekundengeschäft erfordert zusätzliches Spartenwissen (Betriebshaftpflicht, D&O, Betriebsunterbrechung), ist aber mit Einarbeitung machbar. Bewirb dich und signalisiere deine Bereitschaft, in neue Sparten hineinzuwachsen.
Was bedeutet "Courtage" in Stellenanzeigen für Versicherungsmakler?
Courtage ist die Vergütung, die der Versicherer an den Makler für die Vermittlung und Bestandsbetreuung zahlt. Im Angestelltenverhältnis beeinflusst die Courtage dein Gehalt indirekt (über Bonusmodelle). Bei selbstständigen Maklern ist die Courtage das Haupteinkommen. Courtagesätze variieren stark nach Sparte: Lebensversicherung 25–40 ‰ der Beitragssumme, Sachversicherung 10–25 % der Jahresprämie.
Welche Spezialisierung hat die besten Zukunftsaussichten?
Cyber-Versicherung wächst am stärksten — die Nachfrage explodiert, aber wenige Makler haben fundiertes Wissen. D&O-Versicherung und Management-Haftpflicht sind ebenfalls Wachstumsfelder. ESG-bezogene Risiken (Umwelthaftung, Klimarisiken) werden zunehmend relevant. Im Privatkundenbereich bietet die betriebliche Altersvorsorge (bAV) stabiles Geschäft mit wiederkehrenden Courtagen.
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