Finanzen & Versicherung

Versicherungsmakler/in Jobs finden — direkt beim Arbeitgeber

Auf Jobbörsen findest du als Versicherungsmakler hauptsächlich Angebote von Strukturvertrieben und Ausschließlichkeitsorganisationen, die gebundene Vermittler suchen — nicht unabhängige Makler. Die wirklich attraktiven Positionen bei inhabergeführten Maklerhäusern, Industrieversicherungsmaklern und spezialisierten Maklerbüros stehen fast ausschließlich auf deren eigenen Karriereseiten, weil sie gezielt Kandidaten mit Branchenwissen und Bestandskompetenz ansprechen wollen.

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Berufsprofil: Versicherungsmakler/in

Versicherungsmakler arbeiten als unabhängige Vermittler im Auftrag des Kunden — nicht der Versicherungsgesellschaft. Sie analysieren den Versicherungsbedarf, vergleichen Angebote am Markt und verhandeln individuelle Policen. Im Unterschied zum gebundenen Versicherungsvertreter (Ausschließlichkeit) oder zum Mehrfachagenten handelt der Makler treuhänderisch für den Kunden. Die Tätigkeit erfordert eine Erlaubnis nach § 34d GewO (IHK-Sachkundeprüfung) und unterliegt der IDD-Richtlinie (Insurance Distribution Directive).

Top 5 Aufgaben

1Risikoanalyse und Bedarfsermittlung: Versicherungsbedarf von Privat- und Firmenkunden systematisch analysieren und dokumentieren
2Marktvergleich und Ausschreibung: Angebote von Versicherern einholen, vergleichen und die beste Lösung für den Kunden verhandeln
3Vertragsmanagement: Policen abschließen, Vertragsänderungen bearbeiten, Kündigungen und Umdeckungen durchführen
4Schadenmanagement: Kunden bei der Schadenmeldung unterstützen, mit Versicherern verhandeln, Regulierung überwachen
5Bestandspflege und Kundenbetreuung: Regelmäßige Vertragsüberprüfung, Kunden bei Änderungen der Lebenssituation beraten, Cross-Selling betreiben

Typische Branchen

Inhabergeführte Versicherungsmaklerbüros (Gewerbe- und Privatkundengeschäft)Industrieversicherungsmakler (Marsh, Aon, WTW, Ecclesia, Funk Gruppe)Spezialmakler (Transportversicherung, Kreditversicherung, Cyberversicherung)Assekuradeure (zeichnungsbefugte Makler mit Vollmachten der Versicherer)InsurTech-Unternehmen (Clark, Wefox, Finanzchef24)Maklerpools und -verbünde (Fonds Finanz, Blau Direkt, Vema)

Hard Skills

  • Versicherungsrecht: VVG, VAG, IDD, Maklerrecht, Haftungsrecht für Makler
  • Spartenkenntnis: Sach-, Haftpflicht-, Lebens-, Kranken-, Transport- und Industrieversicherung
  • Maklerverwaltungsprogramme (MVP): Ams.Solution, Keasy, iCRM, BiPRO-Schnittstellen
  • Angebots- und Bedingungsvergleich: Bedingungswerk analysieren, Deckungslücken erkennen
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen: Courtageabrechnungen, Provisionsmodelle, Bestandsbewertung

Soft Skills

  • Verhandlungsgeschick — Makler verhandeln sowohl mit Kunden als auch mit Versicherern
  • Analytisches Denken und Detailgenauigkeit bei der Risikoanalyse und Bedingungsprüfung
  • Vertrauensaufbau und Kundenorientierung — der Makler ist Treuhänder des Kunden
  • Eigenständigkeit und unternehmerisches Denken, besonders in inhabergeführten Büros
  • Belastbarkeit bei Schadenfällen — Kunden erwarten schnelle Hilfe in Krisensituationen

Arbeitsumfeld: Überwiegend Büro im Maklerbüro oder Homeoffice, ergänzt durch Kundentermine vor Ort (besonders im Gewerbe- und Industriekundengeschäft). Viel telefonische und digitale Beratung. Arbeitszeiten grundsätzlich geregelt, aber Schadenfälle können unplanmäßige Einsätze erfordern. Bei Industriemaklern gelegentliche Reisetätigkeit zu Betriebsbesichtigungen. Dresscode: Business Casual bis Business.

Arbeitsmarkt-Lage: Versicherungsmakler/in

Nachfrage: mittelTrend: stabilFachkräftemangel

Der Versicherungsmaklermarkt wächst moderat, aber die Branche kämpft mit Nachwuchsmangel. Viele inhabergeführte Maklerbüros stehen vor der Nachfolgeregelung — die Gründergeneration geht in den Ruhestand. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach spezialisierten Maklern (Cyber, D&O, ESG-Risiken). InsurTechs schaffen neue Stellen, verändern aber auch die Anforderungsprofile Richtung Digitalkompetenz.

Top-Regionen

HamburgMünchenKölnFrankfurt am MainDüsseldorf

Hamburg ist traditionell der wichtigste Standort für Versicherungsmakler in Deutschland — hier sitzen große Industriemakler (Funk Gruppe, Ecclesia-Töchter) und zahlreiche Maklerbüros. München profitiert von der Nähe zur Versicherungswirtschaft (Allianz, Munich Re). Köln hat eine starke Maklerszene im Gewerbekundengeschäft. Im ländlichen Raum sind spezialisierte Maklerbüros oft die einzigen Vermittler — dort sind Stellen weniger sichtbar, aber der Bedarf hoch.

Zertifikate für Versicherungsmakler/in: welche zählen

Im Maklergeschäft sind bestimmte Qualifikationen gesetzlich vorgeschrieben — ohne § 34d-Sachkunde keine Maklertätigkeit. Darüber hinaus signalisieren Weiterbildungen fachliche Tiefe und öffnen Türen zu gehobenen Positionen bei Industriemaklern und spezialisierten Maklerhäusern.

Von 5 verbreiteten Zertifikaten für Versicherungsmakler/in gelten 2 als Türöffner — ohne sie kommst du bei vielen Stellen nicht in die engere Auswahl. Der Rest verbessert die Ausgangslage, entscheidet aber nicht.

IHK-Sachkundeprüfung Versicherungsvermittler (§ 34d GewO)

IHK (Prüfung) | Vorbereitungskurse: BWV (Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft), Going Public, diverse Bildungsträger

Türöffner

Gesetzliche Mindestvoraussetzung für die Tätigkeit als Versicherungsmakler. Die Prüfung deckt Versicherungsrecht (VVG), Spartenwissen (Sach, Leben, Kranken), Beratungspflichten und regulatorische Grundlagen ab. Ohne bestandene Sachkundeprüfung ist keine Erlaubnis nach § 34d GewO möglich.

Kosten

ca. 300–400 EUR IHK-Prüfungsgebühr + 800–2.500 EUR Vorbereitungskurs

Dauer

3–6 Monate Vorbereitung (berufsbegleitend) + Prüfung

Voraussetzung

Keine formale Voraussetzung für die Prüfung. Für die Erlaubnis nach § 34d GewO zusätzlich: Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, Berufshaftpflichtversicherung.

Fachwirt/-in für Versicherungen und Finanzen (IHK)

IHK (Prüfung) | BWV, DVA (Deutsche Versicherungsakademie), IHK-Bildungszentren

Türöffner

Die klassische Aufstiegsfortbildung in der Versicherungsbranche (DQR-Stufe 6, Bachelor-Niveau). Qualifiziert für Führungspositionen, Spezialistenrollen und die Leitung eigener Maklerbüros. Im Maklergeschäft wird der Fachwirt für Positionen mit Personalverantwortung oder Großkundenbetreuung häufig vorausgesetzt.

Kosten

3.500–6.500 EUR (Lehrgang) + ca. 400 EUR IHK-Prüfungsgebühr | Aufstiegs-BAföG: bis zu 75 % Förderung

Dauer

18–24 Monate berufsbegleitend

Voraussetzung

Abgeschlossene Ausbildung als Versicherungskaufmann/-frau + 1 Jahr Berufserfahrung ODER 5 Jahre Berufserfahrung in der Versicherungsbranche

Geprüfte/r Versicherungsfachmann/-frau (IHK) / (BWV)

IHK (Prüfung) | BWV, diverse Bildungsträger

Klarer Vorteil

Praxisnahe Qualifikation, die breitere Spartenkenntnisse vermittelt als die reine Sachkundeprüfung. Für Quereinsteiger ein sinnvoller Zwischenschritt auf dem Weg zum Fachwirt. Wird von vielen Maklerbüros als Mindestqualifikation für eigenständige Kundenbetreuung anerkannt.

Kosten

ca. 2.000–4.000 EUR (Lehrgang) + ca. 250 EUR IHK-Prüfungsgebühr

Dauer

6–12 Monate berufsbegleitend

Voraussetzung

IHK-Sachkunde § 34d oder vergleichbare Vorqualifikation

Spezialistenzertifikate der DVA (Deutsche Versicherungsakademie)

DVA (Deutsche Versicherungsakademie), Teil des BWV

Klarer Vorteil

Die DVA bietet Spezialistenzertifikate in einzelnen Sparten: Cyber-Versicherung, Transportversicherung, bAV-Spezialist, Gewerbeversicherung. Für Makler mit Spezialisierungswunsch sind diese Zertifikate ein fachlicher Nachweis, der bei Industriemaklern und spezialisierten Maklerbüros geschätzt wird.

Kosten

ca. 1.500–3.000 EUR pro Zertifikat

Dauer

2–4 Wochen pro Zertifikat (berufsbegleitend oder in Seminarblöcken)

Voraussetzung

Grundqualifikation in der Versicherungsbranche (Ausbildung oder Sachkunde), idealerweise mit Berufserfahrung

Certified Insurance Broker (CIB) — Fachakademie für Versicherungsmakler

BDVM (Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler) in Kooperation mit Bildungsträgern

Nice-to-have

Speziell auf die Maklertätigkeit zugeschnittene Weiterbildung, die Maklerrecht, Haftung, Kundenmanagement und Unternehmensführung kombiniert. Für Makler, die ein eigenes Büro gründen oder leiten wollen, eine praxisnahe Qualifikation. Wird vom Branchenverband BDVM anerkannt.

Kosten

ca. 3.000–5.000 EUR

Dauer

6–12 Monate berufsbegleitend

Voraussetzung

Versicherungsausbildung oder § 34d-Sachkunde + mindestens 2 Jahre Berufserfahrung im Maklergeschäft

Zeugnisse & Referenzen: was zählt

Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis

Eigenverantwortliche Betreuung eines Versicherungsbestands mit Angabe des Bestandsvolumens (Jahresprämie, Kundenzahl)
Durchführung von Risikoanalysen und Erstellung von Deckungskonzepten für Gewerbe- oder Industriekunden
Verhandlung von Konditionen und Sondervereinbarungen mit Versicherungsgesellschaften
Eigenständige Schadenbearbeitung: Schadenmeldung, Verhandlung mit Regulierern, Kundenkommunikation
Neukundenakquise mit konkreten Ergebnissen (Anzahl gewonnener Kunden, Prämienvolumen)

Positive Formulierungen

"betreute eigenverantwortlich einen Kundenbestand von X Gewerbekunden mit einem Jahresprämienvolumen von Y EUR"
"akquirierte im Zeitraum X insgesamt Y Neukunden und steigerte den Bestand um Z %"
"verhandelte Sonderkonditionen mit führenden Versicherern und erzielte Prämienersparnisse von X % für Kunden"
"regulierte eigenständig Schadenfälle bis zu einem Volumen von X EUR und wurde von Kunden für die schnelle und professionelle Abwicklung geschätzt"

Red-Flag-Formulierungen

"bearbeitete Versicherungsanträge nach Vorgaben" — reine Sachbearbeitung ohne eigenständige Beratung
"war stets bemüht, die Kundenerwartungen zu erfüllen" — Arbeitszeugnis-Code für unzureichende Leistung
"unterstützte die Kollegen bei der Bestandsbetreuung" — keine eigenverantwortliche Tätigkeit
"hielt die IDD-Weiterbildungspflichten ein" — Minimum statt Eigeninitiative bei der fachlichen Entwicklung

Häufige Fragen zu Versicherungsmakler/in-Zertifikaten

Welche Weiterbildung lohnt sich für Versicherungsmakler am meisten?

Der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) ist die strategisch beste Investition: DQR-Stufe 6 (Bachelor-Niveau), bis zu 75 % Förderung durch Aufstiegs-BAföG und Voraussetzung für Führungspositionen im Maklergeschäft. Für Spezialisten lohnen sich DVA-Spartenzertifikate, besonders in Wachstumssegmenten wie Cyber oder D&O.

Reicht die § 34d-Sachkunde für den gesamten Berufsweg?

Als regulatorische Grundlage ja, aber für die Karriere nicht. Die Sachkunde ist die Eintrittskarte — für eigenverantwortliche Kundenbetreuung, Personalverantwortung oder den Aufstieg zum Partner brauchst du den Fachwirt oder vergleichbare Weiterbildungen. Außerdem schreibt die IDD mindestens 15 Stunden Weiterbildung pro Jahr vor.

Gibt es Förderung für die Weiterbildung als Versicherungsmakler?

Ja, der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen (IHK) wird durch Aufstiegs-BAföG mit bis zu 75 % der Lehrgangs- und Prüfungskosten gefördert — einkommensunabhängig. Viele Arbeitgeber übernehmen zusätzlich Kosten oder stellen für Prüfungen frei. Die IDD-Pflichtweiterbildung (15 Stunden/Jahr) wird in der Regel vom Arbeitgeber bezahlt und organisiert.

Lohnt sich der CIB (Certified Insurance Broker)?

Ja, wenn du eine Führungsrolle in einem Maklerbüro anstrebst oder dich selbstständig machen willst. Der CIB vermittelt spezifisch maklerbezogene Inhalte (Haftungsrecht, Büroorganisation, Bestandsbewertung), die der allgemeine Fachwirt nicht abdeckt. Die Kosten von 3.000–5.000 EUR sind moderat und können als Betriebsausgabe absetzbar sein.

Welche Spartenspezialisierung ist am gefragtesten?

Cyber-Versicherung ist das am stärksten wachsende Segment — Fachleute sind extrem gefragt und werden überdurchschnittlich vergütet. D&O (Managerhaftpflicht) und bAV (betriebliche Altersvorsorge) sind ebenfalls Spezialisierungen mit hoher Nachfrage. Im Industriebereich sind Transport- und Technikversicherung Nischen mit wenig Konkurrenz und attraktiven Courtagen.

Dein Weg zum Versicherungsmakler/in-Job

Bewerbung als Versicherungsmakler/in: weitere Schritte

Verwandte Berufe

Diese Berufe teilen sich viele Anforderungen mit Versicherungsmakler/in — ein Blick lohnt sich, wenn du deine Suche breiter aufstellen willst.

Häufige Fragen zum Beruf Versicherungsmakler/in

Was macht ein Versicherungsmakler genau?

Versicherungsmakler beraten Kunden unabhängig bei der Auswahl von Versicherungen. Anders als Versicherungsvertreter (die für eine Gesellschaft arbeiten) handeln Makler treuhänderisch im Interesse des Kunden. Sie analysieren den Versicherungsbedarf, vergleichen Angebote verschiedener Versicherer, verhandeln individuelle Konditionen und betreuen die Verträge laufend. Die Vergütung erfolgt über Courtagen, die vom Versicherer gezahlt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Makler, Vertreter und Mehrfachagent?

Der Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1 GewO) arbeitet unabhängig im Kundenauftrag und haftet für die richtige Beratung. Der Versicherungsvertreter (§ 34d Abs. 1 GewO, Ausschließlichkeit) vertritt eine einzelne Versicherungsgesellschaft. Der Mehrfachagent vermittelt für mehrere Gesellschaften, handelt aber im Auftrag der Versicherer, nicht der Kunden. Der entscheidende Unterschied liegt in der Haftung und der Unabhängigkeit.

Welches Gehalt kann ich als Versicherungsmakler erwarten?

Angestellte Makler in inhabergeführten Büros starten bei 35.000–45.000 EUR brutto/Jahr. Mit 5+ Jahren Erfahrung und eigenem Bestand sind 50.000–70.000 EUR realistisch. Bei Industrieversicherungsmaklern (Marsh, Aon, WTW) liegen die Gehälter bei 45.000–65.000 EUR für Junior-Positionen und 70.000–120.000+ EUR für erfahrene Account Manager. Selbstständige Makler haben extrem unterschiedliche Einkommen, abhängig von Bestandsgröße und Courtageeinnahmen.

Welche Erlaubnis brauche ich als Versicherungsmakler?

Die Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO (Versicherungsmakler) erfordert: IHK-Sachkundeprüfung, persönliche Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse und eine Berufshaftpflichtversicherung (Mindestdeckung 1.300.380 EUR pro Schadenfall). Angestellte Makler arbeiten unter der Erlaubnis des Arbeitgebers — die Sachkundeprüfung ist aber auch für sie die fachliche Grundvoraussetzung.

Lohnt sich der Wechsel vom Ausschließlichkeitsvertreter zum Makler?

Ja, wenn du Unabhängigkeit und breitere Produktauswahl schätzt. Als Makler kannst du aus dem gesamten Markt die beste Lösung für den Kunden wählen — das erhöht die Beratungsqualität und die Kundenbindung. Die Herausforderungen: Kein festes Grundgehalt bei Selbstständigkeit, höhere Haftung und die Notwendigkeit, einen eigenen Bestand aufzubauen. Im Angestelltenverhältnis bei einem Maklerbüro entfallen diese Risiken.

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