Handwerk & Technik

Elektroniker für Automatisierungstechnik Jobs finden — direkt beim Arbeitgeber

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Berufsprofil: Elektroniker für Automatisierungstechnik

Elektroniker für Automatisierungstechnik planen, installieren, programmieren und warten automatisierte Produktionsanlagen und Steuerungssysteme. Sie sind die Spezialisten für Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), industrielle Bussysteme, Sensorik und Antriebstechnik. Der Beruf ist ein anerkannter Ausbildungsberuf (3,5 Jahre, IHK) und gehört zu den gefragtesten Elektroberufen in der Industrie. Einsatzgebiete reichen von der Automobilproduktion über die Lebensmittelindustrie bis zur Gebäudeautomation.

Top 5 Aufgaben

1Programmierung und Parametrierung von SPS-Steuerungen (Siemens TIA Portal, Codesys)
2Installation und Inbetriebnahme von automatisierten Fertigungsanlagen
3Fehlersuche und Störungsbeseitigung an Produktionsanlagen (Instandhaltung)
4Verdrahtung und Aufbau von Schaltschränken nach Schaltplänen
5Anbindung von Sensoren, Aktoren und Feldbussystemen (Profinet, Profibus, EtherCAT)

Typische Branchen

Maschinenbau und AnlagenbauAutomobilindustrie und ZuliefererLebensmittel- und GetränkeindustriePharma- und ChemieindustrieGebäudeautomation und EnergietechnikSystemintegratoren und Automatisierungsdienstleister

Hard Skills

  • SPS-Programmierung (Siemens STEP 7, TIA Portal, Codesys, Allen-Bradley)
  • Schaltplanverständnis und Schaltschrankbau (EPLAN)
  • Industrielle Bussysteme (Profinet, Profibus, EtherCAT, Modbus)
  • Sensorik und Messtechnik (Analogwerte, Digitaleingänge, Encoder)
  • Antriebstechnik (Frequenzumrichter, Servomotoren)

Soft Skills

  • Systematische Fehlersuche und analytisches Denken
  • Sorgfalt und Genauigkeit bei sicherheitskritischen Arbeiten
  • Teamarbeit mit Maschinenbauern, IT und Produktion
  • Kommunikation mit nicht-technischen Stakeholdern (Betriebsleitung, Bediener)
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit und Rufbereitschaft bei Störungen

Arbeitsumfeld: Produktion: Arbeit direkt an Maschinen und Anlagen, oft in Schichtbetrieb mit Rufbereitschaft. Schaltschrankbau: Werkstattarbeit mit Verdrahtung und Aufbau. Inbetriebnahme: Reisetätigkeit zu Kunden (national und international). Büro: SPS-Programmierung und EPLAN-Zeichnungen — Anteil je nach Rolle 20–50 % der Arbeitszeit.

Arbeitsmarkt-Lage: Elektroniker für Automatisierungstechnik

Nachfrage: hochTrend: steigendFachkräftemangel

Elektroniker für Automatisierungstechnik gehören zu den am stärksten gesuchten Fachkräften in Deutschland. Der Fachkräftemangel ist akut: Die Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf als Engpassberuf. Industrie 4.0, Digitalisierung der Produktion und der Ausbau erneuerbarer Energien treiben die Nachfrage zusätzlich. Unternehmen bieten zunehmend Prämien und Sonderkonditionen, um qualifizierte Automatisierer zu gewinnen.

Top-Regionen

StuttgartMünchenNürnbergHannoverKöln

Stuttgart und München sind als Automobil- und Maschinenbau-Standorte die Hochburgen für Automatisierungstechniker. Nürnberg (Siemens-Zentrale) bietet Stellen bei Herstellern und Systemintegratoren. Hannover als Messestadt (Hannover Messe) hat viele Automatisierungsunternehmen. Im gesamten DACH-Raum sind die Chancen hervorragend — auch im ländlichen Raum bei produzierenden Mittelständlern.

Zertifikate für Elektroniker für Automatisierungstechnik: welche zählen

In der Automatisierungstechnik ist der IHK-Abschluss die Basis, aber herstellerspezifische Zertifikate (Siemens, Beckhoff, EPLAN) sind die echten Karrierebeschleuniger. Wer sich zum SPS-Spezialisten weiterbildet, steigert sein Gehalt und seine Marktchancen erheblich.

Von 6 verbreiteten Zertifikaten für Elektroniker für Automatisierungstechnik gelten 2 als Türöffner — ohne sie kommst du bei vielen Stellen nicht in die engere Auswahl. Der Rest verbessert die Ausgangslage, entscheidet aber nicht.

IHK-Abschluss Elektroniker für Automatisierungstechnik

Industrie- und Handelskammer (IHK)

Türöffner

Der IHK-Abschluss ist die formale Berufsqualifikation und Voraussetzung für die Tätigkeit als Elektrofachkraft (DGUV Vorschrift 3). Ohne diesen Abschluss darfst du nicht eigenverantwortlich an elektrischen Anlagen arbeiten. Er ist die unverhandelbare Grundlage für jede Automatisierungstechnik-Stelle.

Kosten

Ausbildungsvergütung (ca. 900–1.200 Euro/Monat im 3. Lehrjahr); Umschulung: 15.000–25.000 Euro (oft per Bildungsgutschein)

Dauer

3,5 Jahre (Ausbildung) oder 2 Jahre (Umschulung)

Voraussetzung

Für Ausbildung: mindestens Hauptschulabschluss; für Umschulung: Erstausbildung oder Berufserfahrung

Siemens TIA Portal Zertifizierung (SITRAIN)

Siemens SITRAIN (Siemens-zertifizierte Schulungszentren)

Türöffner

Die Siemens-Zertifizierung (Certified Automation Engineer / Certified Automation Specialist) ist der anerkannte Nachweis für TIA-Portal-Kompetenz. Sie wird von Arbeitgebern in Stellenanzeigen explizit gefordert und signalisiert herstellergeprüftes Know-how in der marktführenden Plattform.

Kosten

ca. 1.500–4.000 Euro pro Kurs (je nach Stufe: Basis, Fortgeschritten, Expert)

Dauer

3–5 Tage pro Kurs; mehrstufiges Zertifizierungsprogramm

Voraussetzung

Elektrotechnische Ausbildung + Grundkenntnisse in SPS-Programmierung

EPLAN-Zertifikat (EPLAN P8 Anwender/Experte)

EPLAN Software & Service

Klarer Vorteil

EPLAN P8 ist der Standard für Elektrokonstruktion und Schaltplanerstellung in der Automatisierungstechnik. Das EPLAN-Zertifikat weist nach, dass du Schaltpläne erstellen, Stücklisten generieren und Dokumentationen normgerecht aufbereiten kannst. Für Stellen mit Konstruktionsanteil fast ein Muss.

Kosten

ca. 1.000–2.500 Euro (Kurs + Prüfung)

Dauer

3–5 Tage Kurs + Prüfung

Voraussetzung

Grundkenntnisse in Elektrotechnik und Schaltplanverständnis

SPS-Fachkraft / SPS-Techniker (IHK-Weiterbildung)

IHK / Bildungsträger (z. B. WIFI Österreich, TÜV Rheinland)

Klarer Vorteil

Die Weiterbildung zur SPS-Fachkraft oder zum SPS-Techniker vertieft die Programmierkenntnisse über das Ausbildungsniveau hinaus. Sie umfasst strukturierte Programmierung (SCL/Structured Text), Feldbussysteme, HMI und Antriebstechnik. Besonders wertvoll für Quereinsteiger aus verwandten Elektroberufen, die sich spezialisieren wollen.

Kosten

ca. 2.000–5.000 Euro (je nach Anbieter und Umfang)

Dauer

2–6 Monate berufsbegleitend

Voraussetzung

Abgeschlossene Ausbildung im Elektrobereich

Safety-Ingenieur / Funktionale Sicherheit (TÜV)

TÜV Süd, TÜV Nord, TÜV Rheinland

Klarer Vorteil

Safety-Programmierung (EN ISO 13849, IEC 62061, SIL-Level) ist eine wachsende Spezialisierung mit Premium-Gehältern. Die TÜV-Zertifizierung als Functional Safety Engineer (FSEng) oder Practitioner ist der anerkannte Standard. Sie qualifiziert dich für die Programmierung von Sicherheitssteuerungen (Pilz, Sick, Siemens F-CPU).

Kosten

ca. 2.000–4.000 Euro (Kurs + Prüfung)

Dauer

4–5 Tage Kurs + Prüfung

Voraussetzung

Elektrotechnische Ausbildung + Berufserfahrung in der Automatisierung (mind. 1–2 Jahre)

Meister / Techniker Elektrotechnik (HWK/IHK)

Handwerkskammer (Meister) oder IHK/Fachschule (Techniker)

Klarer Vorteil

Der Meisterabschluss oder Staatlich geprüfte Techniker Elektrotechnik ist die Aufstiegsqualifikation für Automatisierungstechniker. Er qualifiziert für Führungspositionen (Schichtleiter, Instandhaltungsleiter), die Ausbildung von Lehrlingen und höhere Gehaltsstufen. Der Techniker wird als gleichwertig zum Bachelor anerkannt (DQR 6).

Kosten

Meister: ca. 5.000–10.000 Euro; Techniker: ca. 3.000–8.000 Euro (Aufstiegs-BAföG möglich)

Dauer

Meister: 1–2 Jahre (Vollzeit/Teilzeit); Techniker: 2 Jahre Vollzeit oder 4 Jahre Teilzeit

Voraussetzung

Abgeschlossene Ausbildung + mindestens 1 Jahr Berufserfahrung

Zeugnisse & Referenzen: was zählt

Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis

Eigenständige SPS-Programmierung und Inbetriebnahme von Automatisierungsanlagen
Systematische Fehlersuche und Störungsbeseitigung an Produktionsanlagen
Verdrahtung und Aufbau von Schaltschränken nach Schaltplänen
Dokumentation von SPS-Programmen, Schaltplänen und Inbetriebnahme-Protokollen
Zusammenarbeit mit Maschinenbau, IT und Produktion in Inbetriebnahme-Projekten

Positive Formulierungen

„programmierte eigenverantwortlich SPS-Steuerungen (Siemens TIA Portal) für X Anlagen und nahm diese erfolgreich in Betrieb"
„reduzierte Anlagenstillstände durch systematische Fehlerdiagnose und präventive Instandhaltung um X %"
„erstellte normgerechte Schaltpläne in EPLAN P8 und führte Schaltschrankaufbauten eigenständig durch"
„übernahm die Inbetriebnahme beim Kunden und schulte das Bedienpersonal in der Anlagenbedienung"

Red-Flag-Formulierungen

„unterstützte bei der Inbetriebnahme von Anlagen" — klingt nach Zuarbeit, nicht eigenverantwortlicher Arbeit
„war in die SPS-Programmierung eingebunden" — unklar, ob eigenständig oder unter Anleitung
„zeigte Bereitschaft zur Weiterbildung im Bereich SPS" — Code für fehlende SPS-Kompetenz
„bemühte sich um sorgfältige Dokumentation" — Code für unzureichende Dokumentation

Häufige Fragen zu Elektroniker für Automatisierungstechnik-Zertifikaten

Welches SPS-Zertifikat ist am wertvollsten?

Die Siemens SITRAIN-Zertifizierung (TIA Portal) ist der Goldstandard im DACH-Raum. Sie wird in Stellenanzeigen explizit gefordert und signalisiert herstellergeprüftes Know-how. Die Investition (1.500–4.000 Euro pro Kursstufe) amortisiert sich schnell durch bessere Gehaltsverhandlungen.

Lohnt sich die EPLAN-Zertifizierung?

Ja — für Stellen mit Konstruktionsanteil ist EPLAN-Kompetenz quasi Pflicht. Für reine SPS-Programmierer ist es ein wertvoller Bonus. Der Kurs (3–5 Tage, ca. 1.000–2.500 Euro) ist eine solide Investition. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten für die Weiterbildung.

Ist die Safety-Zertifizierung vom TÜV sinnvoll?

Wenn du dich auf Sicherheitstechnik spezialisieren willst: absolut. Die TÜV-Zertifizierung in Funktionaler Sicherheit ist der anerkannte Standard und qualifiziert für die Programmierung von Sicherheitssteuerungen. Safety-Spezialisten sind extrem gefragt und verdienen Premium-Gehälter.

Meister oder Techniker — was lohnt sich mehr?

Der Techniker (DQR 6, gleichwertig mit Bachelor) bietet den stärkeren akademischen Aufstieg und qualifiziert für Ingenieur-nahe Rollen. Der Meister (HWK) berechtigt zur Ausbildung von Lehrlingen und zum Führen eines Betriebs. Für die Karriere in der Industrie ist der Techniker meist vorteilhafter, für die Selbstständigkeit der Meister.

Bezahlen Arbeitgeber Weiterbildungen in der Automatisierungstechnik?

Häufig ja — der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass viele Arbeitgeber SPS-Schulungen, EPLAN-Kurse und sogar Techniker-/Meisterfortbildungen mitfinanzieren. Frage im Bewerbungsgespräch nach dem Weiterbildungsbudget — es ist ein wichtiger Faktor bei der Arbeitgeberwahl.

Dein Weg zum Elektroniker für Automatisierungstechnik-Job

Bewerbung als Elektroniker für Automatisierungstechnik: weitere Schritte

Verwandte Berufe

Diese Berufe teilen sich viele Anforderungen mit Elektroniker für Automatisierungstechnik — ein Blick lohnt sich, wenn du deine Suche breiter aufstellen willst.

Häufige Fragen zum Beruf Elektroniker für Automatisierungstechnik

Wie ist die Arbeitsmarktlage für Elektroniker für Automatisierungstechnik?

Exzellent. Der Beruf ist als Engpassberuf klassifiziert — es gibt deutlich mehr offene Stellen als qualifizierte Bewerber. Industrie 4.0, Robotik und der Ausbau erneuerbarer Energien treiben die Nachfrage. Unternehmen bieten Antrittsprämien, Weiterbildungsbudgets und flexible Arbeitsmodelle, um Fachkräfte zu gewinnen.

Welches Gehalt kann ich als Elektroniker für Automatisierungstechnik erwarten?

Berufseinsteiger mit IHK-Abschluss starten bei ca. 32.000–38.000 Euro brutto/Jahr. Mit 3–5 Jahren Erfahrung und SPS-Kompetenz sind 40.000–50.000 Euro realistisch. Erfahrene Automatisierer mit Spezialisierung (TIA Portal, Robotik) erreichen 50.000–65.000 Euro. In der Automobilindustrie und bei Tarifbindung (IG Metall) oft noch darüber.

Was macht ein Elektroniker für Automatisierungstechnik genau?

Du programmierst SPS-Steuerungen (z. B. Siemens TIA Portal), installierst und verdrahtest Schaltschränke, nimmst automatisierte Produktionsanlagen in Betrieb und suchst bei Störungen systematisch Fehler. Du arbeitest mit Sensorik, Antriebstechnik und industriellen Bussystemen. Der Job ist die Schnittstelle zwischen Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau.

Brauche ich die IHK-Ausbildung?

Die duale Ausbildung (3,5 Jahre, IHK) ist der Standardweg und wird von den meisten Arbeitgebern vorausgesetzt. Quereinsteiger mit verwandter Ausbildung (Elektroniker Betriebstechnik, Mechatroniker) plus SPS-Weiterbildung werden ebenfalls eingestellt. Ein Studium (Elektrotechnik, Automatisierungstechnik) ist eine Alternative für Ingenieur-Rollen.

Welche Spezialisierung ist am gefragtesten?

SPS-Programmierung (Siemens TIA Portal) ist die universellste und gefragteste Kompetenz. Robotik (KUKA, ABB, Fanuc) ist ein wachsendes Spezialgebiet mit Premium-Gehältern. Antriebstechnik (Frequenzumrichter, Servomotoren) und Safety-Programmierung (Pilz, Sick) sind weitere lukrative Spezialisierungen.

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