Quereinstieg

Quereinstieg als Elektroniker für Automatisierungstechnik: So realistisch ist es

Der Beruf erfordert eine 3,5-jährige duale Ausbildung mit IHK-Abschluss. Elektrotechnische Grundkenntnisse sind sicherheitsrelevant und nicht verhandelbar — an Starkstromanlagen darf nur arbeiten, wer eine Elektrofachkraft (nach DGUV Vorschrift 3) ist. Ein Quereinstieg ist möglich für Fachkräfte aus verwandten Elektroberufen (Elektroniker Betriebstechnik, Mechatroniker, Elektriker) mit SPS-Weiterbildung. Für komplett Fachfremde ist eine Umschulung (2 Jahre) der sichere Weg.

Machbarkeit des Quereinstiegs

Machbar mit Aufwand

Die 3,5-jährige IHK-Ausbildung ist der Standard. Für Quereinsteiger aus verwandten Elektroberufen (Betriebstechnik, Mechatroniker) ist der Wechsel mit SPS-Weiterbildung realistisch. Für Fachfremde ist eine Umschulung (2 Jahre) der formale Weg — elektrotechnische Grundkenntnisse sind sicherheitsrelevant und nicht verhandelbar.

Klassischer Werdegang

Ausbildung / Studium

Duale Ausbildung Elektroniker/in für Automatisierungstechnik (IHK) — 3,5 Jahre

Typische Dauer

3,5 Jahre (Ausbildung) oder 2 Jahre (Umschulung)

Alternative Ausbildung

Umschulung über Bildungsträger (2 Jahre, IHK-Abschluss) oder verwandte Ausbildung (Elektroniker Betriebstechnik, Mechatroniker) plus SPS-Weiterbildung als Ergänzungsqualifikation.

Welche Zertifizierungen für den Einstieg ins Projektmanagement besonders wertvoll sind, erfährst du in unserer Übersicht der Elektroniker für Automatisierungstechnik-Zertifikate.

Quereinstiegs-Pfade

Elektroniker für Betriebstechnik

2–6 Monate (SPS-Kurs + Praxis)

Was du mitbringst

  • Elektrotechnische Grundkenntnisse und Sicherheitsvorschriften
  • Schaltplanverständnis und Schaltschrankbau
  • Messtechnik und Fehlersuche an elektrischen Anlagen
  • IHK-Abschluss als Elektrofachkraft (DGUV)

Was dir fehlt

SPS-Programmierung, Feldbussysteme, Automatisierungstechnik-Spezifika

So schließt du die Lücke

SPS-Weiterbildung (Siemens TIA Portal, 2–4 Wochen Intensivkurs), Praxiserfahrung an Automatisierungsanlagen sammeln. Die meisten Arbeitgeber stellen Elektroniker Betriebstechnik mit SPS-Bereitschaft ein und bilden on-the-job weiter — der Fachkräftemangel arbeitet für dich.

Mechatroniker

3–6 Monate (SPS-Vertiefung + EPLAN)

Was du mitbringst

  • Elektrotechnik und Mechanik-Kenntnisse
  • SPS-Grundkenntnisse aus der Ausbildung
  • Erfahrung mit Maschinen und Anlagen
  • Fehlersuche an mechatronischen Systemen

Was dir fehlt

Vertiefte SPS-Programmierung, EPLAN, industrielle Bussysteme, Safety-Programmierung

So schließt du die Lücke

SPS-Vertiefungskurs (TIA Portal, Structured Text, Safety), EPLAN-Grundkurs. Als Mechatroniker hast du bereits die Brücke zwischen Mechanik und Elektrik — du musst die Automatisierungs-Software-Seite vertiefen.

IT-Fachkraft / Fachinformatiker mit Elektro-Interesse

2 Jahre (Umschulung) oder 6 Monate (Wechsel in IT-nahe Automatisierungsrolle)

Was du mitbringst

  • Programmierlogik und Softwareverständnis
  • Netzwerkkenntnisse (TCP/IP, Ethernet — übertragbar auf Profinet)
  • Systematische Fehlersuche und Debugging
  • Datenverarbeitung und Protokollverständnis

Was dir fehlt

Elektrotechnische Grundlagen, Sicherheitsvorschriften (DGUV), Schaltplanverständnis, Praxiserfahrung an Anlagen

So schließt du die Lücke

Umschulung zum Elektroniker Automatisierungstechnik (2 Jahre, IHK) ist der sicherste Weg — elektrotechnische Grundlagen sind sicherheitsrelevant und nicht im Crashkurs erlernbar. Alternative: Einstieg in SPS-nahe IT-Rollen (SCADA, MES, OT-Security) ohne direkten Zugang zu Starkstromanlagen.

Du fragst dich, ob du die Anforderungen in Stellenanzeigen erfüllst? Unser Guide Elektroniker für Automatisierungstechnik-Stellenanzeigen richtig lesen zeigt dir, welche Anforderungen wirklich zählen — und welche Wunschliste sind.

"Vergleichbare Qualifikation" — was heißt das?

In Stellenanzeigen mit „Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik oder vergleichbare Qualifikation" werden verwandte Elektroberufe mit SPS-Kompetenz akzeptiert. Entscheidend ist: Du musst Elektrofachkraft (nach DGUV Vorschrift 3) sein — das erfordert eine abgeschlossene Ausbildung im Elektrobereich.

Elektroniker Betriebstechnik + SPS-Weiterbildung (TIA Portal) = direkt akzeptiert
Mechatroniker + SPS-Vertiefung + Praxiserfahrung in Automatisierung = akzeptierte Alternative
Studium Elektrotechnik/Automatisierungstechnik (B.Eng.) = wird als höherwertig angesehen

Du bist unsicher, ob deine Qualifikationen ausreichen? Der Talent Report analysiert dein Profil und zeigt, wo du als Quereinsteiger stehst.

Häufige Fragen zum Quereinstieg als Elektroniker für Automatisierungstechnik

Kann ich ohne Ausbildung in der Automatisierungstechnik arbeiten?

Direkt an Starkstromanlagen nein — du musst Elektrofachkraft (DGUV Vorschrift 3) sein, was eine abgeschlossene Ausbildung im Elektrobereich erfordert. Für SPS-Programmierung am Schreibtisch oder SCADA-/MES-Rollen ist der Zugang auch ohne Elektroausbildung möglich. Für den klassischen Automatisierer-Job ist die Ausbildung oder Umschulung Pflicht.

Welche Weiterbildung empfiehlst du für den Quereinstieg?

Für Elektroniker Betriebstechnik: SPS-Intensivkurs Siemens TIA Portal (2–4 Wochen). Für Mechatroniker: SPS-Vertiefung + EPLAN. Für Fachfremde: Umschulung zum Elektroniker Automatisierungstechnik (2 Jahre, IHK). SPS-Kurse werden von Siemens-zertifizierten Schulungszentren (z. B. SITRAIN) angeboten.

Wird die Umschulung von der Arbeitsagentur gefördert?

Ja — die Umschulung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik ist eine AZAV-zertifizierte Maßnahme und kann per Bildungsgutschein finanziert werden. Die Kosten (15.000–25.000 Euro) werden von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter übernommen. Angesichts des Fachkräftemangels sind die Vermittlungschancen nach Abschluss exzellent.

Kann ich als Mechatroniker direkt als Automatisierungstechniker einsteigen?

Viele Arbeitgeber stellen Mechatroniker ein und bilden sie intern in der SPS-Programmierung weiter — besonders bei Fachkräftemangel. Eine SPS-Weiterbildung (2–4 Wochen Intensivkurs) beschleunigt den Einstieg. Dein mechanisches Know-how ist ein echter Vorteil bei der Inbetriebnahme.

Lohnt sich ein Studium Automatisierungstechnik statt einer Ausbildung?

Das Studium (B.Eng.) qualifiziert für Ingenieur-Rollen in der Automatisierung (Projektierung, Systemintegration, Entwicklung), nicht für den klassischen Handwerker-Job. Für operative Stellen an Anlagen ist die Ausbildung der direktere Weg. Für Karriereziele in Richtung Projektleitung oder Systementwicklung lohnt sich das Studium.

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