Zertifizierungen im Überblick
IHK-Abschluss Elektroniker für Automatisierungstechnik
Industrie- und Handelskammer (IHK)
Der IHK-Abschluss ist die formale Berufsqualifikation und Voraussetzung für die Tätigkeit als Elektrofachkraft (DGUV Vorschrift 3). Ohne diesen Abschluss darfst du nicht eigenverantwortlich an elektrischen Anlagen arbeiten. Er ist die unverhandelbare Grundlage für jede Automatisierungstechnik-Stelle.
Ausbildungsvergütung (ca. 900–1.200 Euro/Monat im 3. Lehrjahr); Umschulung: 15.000–25.000 Euro (oft per Bildungsgutschein)
3,5 Jahre (Ausbildung) oder 2 Jahre (Umschulung)
Für Ausbildung: mindestens Hauptschulabschluss; für Umschulung: Erstausbildung oder Berufserfahrung
Siemens TIA Portal Zertifizierung (SITRAIN)
Siemens SITRAIN (Siemens-zertifizierte Schulungszentren)
Die Siemens-Zertifizierung (Certified Automation Engineer / Certified Automation Specialist) ist der anerkannte Nachweis für TIA-Portal-Kompetenz. Sie wird von Arbeitgebern in Stellenanzeigen explizit gefordert und signalisiert herstellergeprüftes Know-how in der marktführenden Plattform.
ca. 1.500–4.000 Euro pro Kurs (je nach Stufe: Basis, Fortgeschritten, Expert)
3–5 Tage pro Kurs; mehrstufiges Zertifizierungsprogramm
Elektrotechnische Ausbildung + Grundkenntnisse in SPS-Programmierung
EPLAN-Zertifikat (EPLAN P8 Anwender/Experte)
EPLAN Software & Service
EPLAN P8 ist der Standard für Elektrokonstruktion und Schaltplanerstellung in der Automatisierungstechnik. Das EPLAN-Zertifikat weist nach, dass du Schaltpläne erstellen, Stücklisten generieren und Dokumentationen normgerecht aufbereiten kannst. Für Stellen mit Konstruktionsanteil fast ein Muss.
ca. 1.000–2.500 Euro (Kurs + Prüfung)
3–5 Tage Kurs + Prüfung
Grundkenntnisse in Elektrotechnik und Schaltplanverständnis
SPS-Fachkraft / SPS-Techniker (IHK-Weiterbildung)
IHK / Bildungsträger (z. B. WIFI Österreich, TÜV Rheinland)
Die Weiterbildung zur SPS-Fachkraft oder zum SPS-Techniker vertieft die Programmierkenntnisse über das Ausbildungsniveau hinaus. Sie umfasst strukturierte Programmierung (SCL/Structured Text), Feldbussysteme, HMI und Antriebstechnik. Besonders wertvoll für Quereinsteiger aus verwandten Elektroberufen, die sich spezialisieren wollen.
ca. 2.000–5.000 Euro (je nach Anbieter und Umfang)
2–6 Monate berufsbegleitend
Abgeschlossene Ausbildung im Elektrobereich
Safety-Ingenieur / Funktionale Sicherheit (TÜV)
TÜV Süd, TÜV Nord, TÜV Rheinland
Safety-Programmierung (EN ISO 13849, IEC 62061, SIL-Level) ist eine wachsende Spezialisierung mit Premium-Gehältern. Die TÜV-Zertifizierung als Functional Safety Engineer (FSEng) oder Practitioner ist der anerkannte Standard. Sie qualifiziert dich für die Programmierung von Sicherheitssteuerungen (Pilz, Sick, Siemens F-CPU).
ca. 2.000–4.000 Euro (Kurs + Prüfung)
4–5 Tage Kurs + Prüfung
Elektrotechnische Ausbildung + Berufserfahrung in der Automatisierung (mind. 1–2 Jahre)
Meister / Techniker Elektrotechnik (HWK/IHK)
Handwerkskammer (Meister) oder IHK/Fachschule (Techniker)
Der Meisterabschluss oder Staatlich geprüfte Techniker Elektrotechnik ist die Aufstiegsqualifikation für Automatisierungstechniker. Er qualifiziert für Führungspositionen (Schichtleiter, Instandhaltungsleiter), die Ausbildung von Lehrlingen und höhere Gehaltsstufen. Der Techniker wird als gleichwertig zum Bachelor anerkannt (DQR 6).
Meister: ca. 5.000–10.000 Euro; Techniker: ca. 3.000–8.000 Euro (Aufstiegs-BAföG möglich)
Meister: 1–2 Jahre (Vollzeit/Teilzeit); Techniker: 2 Jahre Vollzeit oder 4 Jahre Teilzeit
Abgeschlossene Ausbildung + mindestens 1 Jahr Berufserfahrung
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Elektroniker für Automatisierungstechnik zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Elektroniker für Automatisierungstechnik-Zertifikaten
Welches SPS-Zertifikat ist am wertvollsten?
Die Siemens SITRAIN-Zertifizierung (TIA Portal) ist der Goldstandard im DACH-Raum. Sie wird in Stellenanzeigen explizit gefordert und signalisiert herstellergeprüftes Know-how. Die Investition (1.500–4.000 Euro pro Kursstufe) amortisiert sich schnell durch bessere Gehaltsverhandlungen.
Lohnt sich die EPLAN-Zertifizierung?
Ja — für Stellen mit Konstruktionsanteil ist EPLAN-Kompetenz quasi Pflicht. Für reine SPS-Programmierer ist es ein wertvoller Bonus. Der Kurs (3–5 Tage, ca. 1.000–2.500 Euro) ist eine solide Investition. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten für die Weiterbildung.
Ist die Safety-Zertifizierung vom TÜV sinnvoll?
Wenn du dich auf Sicherheitstechnik spezialisieren willst: absolut. Die TÜV-Zertifizierung in Funktionaler Sicherheit ist der anerkannte Standard und qualifiziert für die Programmierung von Sicherheitssteuerungen. Safety-Spezialisten sind extrem gefragt und verdienen Premium-Gehälter.
Meister oder Techniker — was lohnt sich mehr?
Der Techniker (DQR 6, gleichwertig mit Bachelor) bietet den stärkeren akademischen Aufstieg und qualifiziert für Ingenieur-nahe Rollen. Der Meister (HWK) berechtigt zur Ausbildung von Lehrlingen und zum Führen eines Betriebs. Für die Karriere in der Industrie ist der Techniker meist vorteilhafter, für die Selbstständigkeit der Meister.
Bezahlen Arbeitgeber Weiterbildungen in der Automatisierungstechnik?
Häufig ja — der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass viele Arbeitgeber SPS-Schulungen, EPLAN-Kurse und sogar Techniker-/Meisterfortbildungen mitfinanzieren. Frage im Bewerbungsgespräch nach dem Weiterbildungsbudget — es ist ein wichtiger Faktor bei der Arbeitgeberwahl.
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