Zertifizierungen im Überblick
Palliative Care Weiterbildung (160 Stunden, Curriculum Kern/Müller/Aurnhammer)
DGP-zertifizierte Bildungsträger (z. B. Akademie für Palliativmedizin, Christophorus Akademie, Caritas Akademien)
Die 160-Stunden-Weiterbildung ist die Grundvoraussetzung für die Arbeit in Hospizen und SAPV-Teams. Sie vermittelt Symptommanagement, Schmerztherapie, Kommunikation, ethische Entscheidungsfindung und Selbstfürsorge. Ohne dieses Zertifikat keine spezialisierte Palliativpflege.
ca. 1.500–2.500 € (oft vom Arbeitgeber finanziert)
4–6 Monate berufsbegleitend (4–6 Blockwochen)
Examinierte Pflegefachkraft (3-jährige Ausbildung) + empfohlen: 1–2 Jahre Berufserfahrung
Fachweiterbildung Palliative Pflege (DKG, 720 Stunden)
Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen mit DKG-Anerkennung
Die umfassende Fachweiterbildung (720h) nach DKG-Empfehlung qualifiziert für Leitungsfunktionen in der Palliativpflege, Praxisanleitung und Qualitätsmanagement im Palliativbereich. Sie wird zunehmend für Stellen in Palliativzentren und SAPV-Leitungen gefordert.
ca. 3.000–6.000 € (häufig arbeitgeberfinanziert)
2 Jahre berufsbegleitend
Examinierte Pflegefachkraft + mind. 2 Jahre Berufserfahrung (davon 6 Monate im Palliativbereich)
Pain Nurse (Schmerzmanagement-Pflegefachkraft)
Deutsche Schmerzgesellschaft e. V., Bildungsträger
Schmerzmanagement ist die Kernkompetenz in der Palliativpflege. Die Pain-Nurse-Qualifikation vertieft die Schmerztherapie-Kenntnisse systematisch: WHO-Stufenschema, Opioid-Management, nichtmedikamentöse Verfahren. In Kliniken und SAPV-Teams macht dich diese Zusatzqualifikation zur Schmerzexpertin im Team.
ca. 1.200–2.000 €
ca. 40–56 Stunden (1–2 Wochen berufsbegleitend)
Examinierte Pflegefachkraft + Berufserfahrung
Trauerbegleitung (Grundqualifikation nach BVT-Curriculum)
Bundesverband Trauerbegleitung (BVT), Hospizdienste, Bildungsträger
Trauerbegleitung für Angehörige ist ein wichtiger Teil der Hospizarbeit — sie endet nicht mit dem Tod des Patienten. Die Grundqualifikation vermittelt Methoden der professionellen Trauerbegleitung und befähigt dich, Trauergruppen zu leiten und Einzelbegleitungen durchzuführen.
ca. 800–1.500 €
ca. 80–120 Stunden berufsbegleitend (über mehrere Monate)
Berufliche Tätigkeit im Hospiz-/Palliativbereich oder ehrenamtliche Hospizarbeit
Wundexperte ICW (Basisqualifikation)
Initiative Chronische Wunden (ICW) e. V., zertifizierte Bildungsträger
Exulzerierende Tumorwunden sind in der Palliativpflege eine häufige Herausforderung — geruchsintensiv, schmerzhaft und psychisch belastend. Die ICW-Basisqualifikation vermittelt die professionelle Versorgung chronischer und palliativer Wunden und hebt dein Profil.
ca. 1.500–2.500 €
56 Stunden Theorie + 16 Stunden Hospitation (ca. 2–3 Monate berufsbegleitend)
Examinierte Pflegefachkraft + Berufserfahrung
Ethikberatung im Gesundheitswesen (Grundkurs)
Akademie für Ethik in der Medizin (AEM), Ethikkomitees von Kliniken
In der Palliativpflege triffst du regelmäßig ethische Entscheidungen: Therapiebegrenzung, Patientenverfügung, Sedierung am Lebensende. Die Grundqualifikation in Ethikberatung befähigt dich, ethische Konflikte strukturiert zu bearbeiten und an Ethikkonsilen teilzunehmen.
ca. 500–1.200 €
3–5 Tage
Berufserfahrung im Gesundheitswesen
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Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Hospiz- und Palliativpflegekraft zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
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Häufige Fragen zu Hospiz- und Palliativpflegekraft-Zertifikaten
Ist die Palliative-Care-Weiterbildung (160h) ausreichend für alle Stellen?
Für die meisten Hospiz- und SAPV-Stellen ja — die 160h-Weiterbildung ist der Branchenstandard. Für Leitungsfunktionen (PDL im Hospiz, SAPV-Teamleitung) wird zunehmend die umfassende Fachweiterbildung (720h, DKG) gefordert. Für Berufseinsteiger in die Palliativpflege sind 160h der richtige erste Schritt.
Wer finanziert die Palliative-Care-Weiterbildung?
Viele Hospize und SAPV-Träger finanzieren die Weiterbildung vollständig bei gleichzeitiger Bindung (1–2 Jahre). Auch Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit sind möglich (bei beruflicher Neuorientierung). Manche Bundesländer fördern Pflegeweiterbildungen über eigene Programme. Die Eigenfinanzierung (1.500–2.500 €) ist die letzte Option.
Welche Zusatzqualifikation empfehlen Sie nach der Palliative-Care-Weiterbildung?
Für die klinische Praxis: Pain Nurse (Schmerzmanagement-Vertiefung). Für die Hospizarbeit: Trauerbegleitung nach BVT-Curriculum. Für die Karriere: DKG-Fachweiterbildung (720h) als Sprungbrett zu Leitungsfunktionen. Alle drei ergänzen die 160h-Weiterbildung sinnvoll.
Gibt es eine Fortbildungspflicht in der Palliativpflege?
Keine gesetzliche Fortbildungspflicht speziell für Palliativpflegekräfte. Die DGP (Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin) empfiehlt jährliche Fortbildungen. Hospize und SAPV-Teams haben in der Regel interne Fortbildungskonzepte. Regelmäßige Supervision (ca. 10–12 Sitzungen/Jahr) ist in den meisten Einrichtungen obligatorisch.
Kann ich als Pflegehilfskraft in einem Hospiz arbeiten?
Pflegehilfskräfte können in Hospizen unterstützend eingesetzt werden — für Grundpflege unter Anleitung einer Fachkraft. Für die eigenständige palliativpflegerische Versorgung (Symptomkontrolle, Schmerztherapie) brauchst du die dreijährige Pflegeausbildung. Manche Hospize bilden Pflegehelfer weiter, um sie langfristig als Fachkräfte einzusetzen.
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