Machbarkeit des Quereinstiegs
Machbar mit AufwandPalliativpflege erfordert eine abgeschlossene Pflegeausbildung (3 Jahre) plus Palliative-Care-Weiterbildung (160 Stunden). Ein Quereinstieg ohne Pflegebasis ist nicht möglich. Pflegefachkräfte mit Berufserfahrung können die Weiterbildung in 4–6 Monaten absolvieren und danach in die Palliativpflege wechseln.
Klassischer Werdegang
Ausbildung / Studium
Generalistische Pflegeausbildung (3 Jahre) + Weiterbildung Palliative Care (160 Stunden, Curriculum Kern/Müller/Aurnhammer)
Typische Dauer
3 Jahre Pflegeausbildung + 1–2 Jahre Berufserfahrung + 4–6 Monate Palliative-Care-Weiterbildung = ca. 4–5 Jahre insgesamt
Alternative Ausbildung
Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger mit altem Abschluss können die Palliative-Care-Weiterbildung direkt absolvieren. Die generalistische Pflegeausbildung ist seit 2020 der Standard für Neueinsteiger.
Welche Zertifizierungen für den Einstieg ins Projektmanagement besonders wertvoll sind, erfährst du in unserer Übersicht der Hospiz- und Palliativpflegekraft-Zertifikate.
Quereinstiegs-Pfade
Pflegefachkraft (Krankenhaus oder Altenpflege) mit Wunsch nach Palliativpflege
4–6 Monate berufsbegleitendWas du mitbringst
- Vollständige pflegerische Kompetenz (Grundpflege und Behandlungspflege)
- Medikamentengabe und Infusionstherapie
- Erfahrung mit schwerstkranken und sterbenden Patienten
- Dokumentation und interdisziplinäre Teamarbeit
Was dir fehlt
Spezialisiertes Palliative-Care-Wissen: Symptommanagement, Schmerztherapie, Kommunikation über Sterben
So schließt du die Lücke
Palliative-Care-Weiterbildung (160 Stunden nach Curriculum Kern/Müller/Aurnhammer) bei einem zertifizierten Bildungsträger. Die Weiterbildung ist berufsbegleitend möglich (4–6 Blockwochen über mehrere Monate). Viele Arbeitgeber finanzieren die Weiterbildung bei gleichzeitiger Bindung.
Ehrenamtliche Hospizbegleiter mit Pflegeambitionen
3 Jahre (Pflegeausbildung) + 1–2 Jahre Berufserfahrung + 4–6 Monate (Palliative-Care-Weiterbildung)Was du mitbringst
- Erfahrung in der Sterbebegleitung und Angehörigenbetreuung
- Kommunikation über Tod und Trauer
- Kenntnis der Hospizphilosophie und Palliativkultur
- Persönliche Eignung und Motivation nachgewiesen
Was dir fehlt
Vollständige Pflegeausbildung (3 Jahre) + fachliche Palliative-Care-Weiterbildung
So schließt du die Lücke
Der Weg führt über die generalistische Pflegeausbildung (3 Jahre). Die ehrenamtliche Hospiz-Erfahrung ist ein enormer Motivations- und Eignungsnachweis — Pflegeschulen und Hospize schätzen das sehr. Nach der Ausbildung und 1–2 Jahren Berufserfahrung: Palliative-Care-Weiterbildung.
Sozialarbeiter, Psychologen oder Seelsorger mit Pflegeinteresse
3 Jahre (Pflegeausbildung) oder direkter Einstieg in der eigenen Profession (Sozialdienst, Psychologie)Was du mitbringst
- Psychosoziale Beratungskompetenz und Gesprächsführung
- Erfahrung mit Trauer, Verlust und existenziellen Krisen
- Interdisziplinäre Teamarbeit
- Supervision und Selbstfürsorge-Methoden
Was dir fehlt
Pflegerische Grundqualifikation — ohne Pflegeausbildung keine pflegerische Tätigkeit
So schließt du die Lücke
Klartext: Sozialarbeiter und Psychologen arbeiten in Hospizen und auf Palliativstationen in ihrer eigenen Profession (psychosoziale Begleitung) — sie werden NICHT als Pflegekräfte eingesetzt. Für eine pflegerische Tätigkeit brauchst du die dreijährige Pflegeausbildung. Die psychosoziale Kompetenz ist dann ein enormer Zusatzvorteil.
Du fragst dich, ob du die Anforderungen in Stellenanzeigen erfüllst? Unser Guide Hospiz- und Palliativpflegekraft-Stellenanzeigen richtig lesen zeigt dir, welche Anforderungen wirklich zählen — und welche Wunschliste sind.
"Vergleichbare Qualifikation" — was heißt das?
Stellenanzeigen für Hospiz- und Palliativpflegekräfte fordern "examinierte Pflegefachkraft mit Palliative-Care-Weiterbildung (160h) oder vergleichbare Qualifikation". Vergleichbar ist nur die Fachweiterbildung Palliative Care nach den Rahmenlehrplänen der DGP (Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin). Kürzere Seminare oder Basiskurse ersetzen die 160-Stunden-Weiterbildung nicht.
Du bist unsicher, ob deine Qualifikationen ausreichen? Der Talent Report analysiert dein Profil und zeigt, wo du als Quereinsteiger stehst.
Häufige Fragen zum Quereinstieg als Hospiz- und Palliativpflegekraft
Kann ich ohne Pflegeausbildung in einem Hospiz arbeiten?
Als Pflegekraft nein — dafür brauchst du die dreijährige Pflegeausbildung plus Palliative-Care-Weiterbildung. Als ehrenamtlicher Hospizbegleiter ja — nach einer Schulung (ca. 80–100 Stunden) durch den ambulanten Hospizdienst. Auch hauswirtschaftliche oder administrative Tätigkeiten sind ohne Pflegeausbildung möglich.
Wie lange dauert die Palliative-Care-Weiterbildung?
Die Weiterbildung umfasst 160 Stunden (Curriculum Kern/Müller/Aurnhammer) und wird in der Regel in 4–6 Blockwochen über mehrere Monate berufsbegleitend absolviert. Themen: Schmerzmanagement, Symptomkontrolle, Kommunikation, ethische Fragen, Selbstfürsorge. Kosten: ca. 1.500–2.500 €.
Brauche ich Berufserfahrung für die Palliative-Care-Weiterbildung?
Formal ist 1–2 Jahre Berufserfahrung als Pflegefachkraft empfohlen, aber nicht immer vorgeschrieben. Einige Bildungsträger akzeptieren auch Berufsanfänger. Fachlich ist Berufserfahrung aber sinnvoll — du brauchst pflegerische Routine, um dich auf die Palliativpflege-Spezifika konzentrieren zu können.
Ist Palliativpflege auch etwas für Berufsanfänger?
Grundsätzlich ja, aber die meisten Arbeitgeber bevorzugen Pflegefachkräfte mit 1–3 Jahren Berufserfahrung. Die Palliativpflege erfordert pflegerische Sicherheit, Entscheidungsfähigkeit und emotionale Reife. Ein Praktikum im Hospiz oder auf einer Palliativstation während der Ausbildung ist der beste Eignungstest.
Welche Unterschiede gibt es zwischen SAPV und stationärem Hospiz?
SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) versorgt Patienten zu Hause: eigenständiges Arbeiten, Fahrtätigkeit, Rufbereitschaft, enge Zusammenarbeit mit Hausärzten. Stationäres Hospiz: Begleitung bis zum Tod in einer Einrichtung, Teamarbeit auf Station, Schichtdienst, intensive Angehörigenarbeit. SAPV fordert mehr Eigenverantwortung, Hospiz mehr Teamarbeit.
Weitere Themen für Hospiz- und Palliativpflegekraft
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