Ein fehlender Name führt nicht zur Absage. Ein falscher auch nicht. Und der richtige führt nicht zur Einladung.
Wer wegen einer fehlenden Anrede absagt, ist selbst die Fehlbesetzung.
Trotzdem ist die Frage nicht egal, nur aus einem anderen Grund als überall behauptet.
Was wirklich passiert, wenn kein Name dasteht
Wenn ein Anschreiben auf meinem Tisch landet und aus der Ausschreibung klar hervorgeht, wer der Ansprechpartner ist, dann wirkt eine allgemeine Anrede befremdlich. Nicht als Minuspunkt. Aber mein Fokus liegt in diesem Moment nicht mehr auf dem Inhalt. Das ist der eigentliche Preis. Du verlierst keinen Punkt, du verlierst Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit ist das Einzige, was du in den ersten Sekunden hast.
Ist dagegen nicht herauszufinden, wer liest, ändert sich die Bewertung vollständig. Dann ist eine allgemeine Anrede die richtige Wahl, und niemand rechnet sie dir an.
Was schlimmer ist als ein fehlender Name
Drei Dinge fallen deutlicher auf als eine fehlende Anrede.
- Ein erfundener Name: Wenn dort ein Pseudoname steht, wirkt das genauso befremdlich wie eine allgemeine Anrede an jemanden, dessen Name offen ausgeschrieben ist. Raten ist schlechter als weglassen.
- Zu flapsig: Humor in der Anrede ist ein Risiko ohne Gegenwert. Er kann sitzen, meistens sitzt er nicht.
- Zu bemüht fachlich: Eine Anrede, die klingt, als sollte sie Kompetenz beweisen, beweist das Gegenteil.
Die Anrede, die immer funktioniert
„Guten Tag“ ist völlig ausreichend, wenn nicht bekannt ist, an wen das Schreiben geht. Kein Zusatz, keine Konstruktion, keine Verrenkung. Die Anrede ist keine Stelle, an der du gewinnen kannst. Sie ist nur eine Stelle, an der du verlieren kannst, und mit „Guten Tag“ verlierst du nichts.
Was stattdessen zählt
Was ich erwarte, ist etwas anderes: dass sich jemand mit der Position und mit den Entscheidern auseinandergesetzt hat. Dass recherchiert wurde. Dass Mühe erkennbar ist. Wer aus Faulheit nur „Guten Tag“ schreibt und es dabei belässt, verliert keine Punkte für die Anrede. Er verliert die Punkte, die er hätte sammeln können.
Der Unterschied ist wichtig, weil er die Frage verschiebt. Es geht nicht darum, ob du einen Namen findest. Es geht darum, ob man dir ansieht, dass du gesucht hast.
Der Fünf-Minuten-Weg zum Namen
Wenn die Recherche im Netz nichts hergibt, ist der Weg trotzdem kurz, und die meisten gehen ihn nicht. Du weißt, bei welchem Unternehmen du dich bewirbst. Du hast eine Adresse. Wer eine Adresse hat, hat eine Telefonnummer. Also rufst du an und fragst nach dem Ansprechpartner, mit der Begründung, dass du deine Bewerbung an diese Person richten möchtest. Das ist ein Aufwand von nicht einmal fünf Minuten.
Zwei Dinge passieren dabei gleichzeitig. Du bekommst den Namen, meistens. Und du bist ein Anruf gewesen, an den sich jemand erinnert.
Wenn du niemanden erreichst
Dann bleibt es bei „Guten Tag“, und das ist in Ordnung. Du hast alles getan, was zumutbar ist. Steck die Mühe in den ersten Absatz statt in die Zeile darüber. Der entscheidet, ob weitergelesen wird. Die Anrede tut es nicht.
Wenn du die Mühe jetzt in den ersten Absatz stecken willst: Genau dabei hilft der Anschreiben-Assistent — er führt dich zu einem Anschreiben, das zu dieser einen Stelle passt statt zu jeder.
Vorschau kostenlos, bearbeitbares Anschreiben 2,90 Euro.
