Anschreiben interne Bewerbung — Was intern anders ist
Du bewirbst dich intern? Das Anschreiben ist jetzt nicht einfacher — es ist anders. Wer die internen Spielregeln kennt, hat einen klaren Vorteil.
Die Geschichte
Als ich noch Geschäftsführer des Präzisionswerkzeug-Herstellers war, mit über 500 Leuten weltweit, landeten immer wieder interne Bewerbungen auf meinem Schreibtisch. Meistens ging es um Teamleiter-Positionen oder die Leitung einer kleineren Abteilung. Ich kannte die Leute ja, oft schon seit Jahren.
Manche hatte ich selbst eingestellt oder bei Beförderungen begleitet. Da dachte ich immer, die interne Bewerbung sei doch ein Selbstläufer, oder zumindest viel einfacher als von außen. Pustekuchen, in den meisten Fällen.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich die Anschreiben las und mir dachte: ‚Mensch, der Max Mustermann schreibt ja so formell, als würde er sich bei einem völlig fremden Unternehmen bewerben!‘ Kein Bezug zu unserer Firma, kein Wort über die drei Jahre, die er schon im Team war. Einfach nur ein generisches ‚hiermit bewerbe ich mich auf die Position des...
‘, wie aus dem Lehrbuch für externe Bewerber. Völlig verschenktes Potenzial. Und das waren keine Einzelfälle, das war die Regel.
Was Recruiter wissen — und du jetzt auch
Dein Insiderwissen ist Gold wert
Vergiss formale Distanz. Du kennst die Firma, die Produkte, die Kultur und die Macken. Zeig im Anschreiben, dass du nicht nur die Stellenbeschreibung gelesen, sondern die Herausforderungen schon selbst erlebt hast. Nenn konkrete Projekte, interne Abläufe, Dinge, die nur ein Insider wissen kann. Das ist dein größter Vorteil gegenüber externen Bewerbern.
Du bewirbst dich nicht blind, du schlägst Verbesserungen vor
Die beste interne Bewerbung, die ich je gelesen habe, begann mit: 'Seit drei Jahren sehe ich jeden Tag, wo unser Team besser werden könnte.' Das war eine Mitarbeiterin aus der Fertigung, die sich auf eine Teamleiterstelle beworben hat. Sie hat keine Kritik geübt, sondern einen Vorschlag gemacht – mit ihrer Erfahrung im Rücken. Das Anschreiben war keine bloße Aufzählung von Qualifikationen, sondern eine Skizze ihrer Vision für die Rolle, basierend auf ihrer täglichen Arbeit.
Die Gratwanderung zwischen Selbstbewusstsein und Anmaßung
Du kennst die Entscheider, aber das heißt nicht, dass du ihnen die Welt erklären musst. Zeig Selbstbewusstsein, indem du deine Ideen und Erfahrungen klar darlegst, aber bleib respektvoll. Vermeide Formulierungen wie 'Ich weiß es besser' oder 'Das läuft ja sowieso schlecht'. Stattdessen: 'Ich bin überzeugt, dass wir durch X noch effizienter werden können, weil ich in meiner bisherigen Rolle Y beobachtet habe.' So zeigst du Initiative, ohne jemandem auf die Füße zu treten.
Auch bei einer Absage professionell bleiben
Manchmal klappt es nicht – aus den unterschiedlichsten Gründen, die nichts mit deiner Qualifikation zu tun haben müssen. Das Wichtigste ist, professionell zu bleiben. Such das Gespräch, frag nach Feedback, bedank dich für die Chance. Deine Kollegen und Vorgesetzten sind die gleichen wie vorher. Wenn du jetzt beleidigt bist oder schlechte Stimmung machst, schadest du dir selbst für zukünftige Gelegenheiten. Die Firma ist klein, die Flure sind lang.
Die Realität
Als Geschäftsführer habe ich nicht nur nach dem fachlich Besten gesucht, sondern auch nach jemandem, der ins Team passt und das Potenzial hat, die nächste Stufe zu erreichen. Ein rein formelles Anschreiben, das deine bisherige Rolle lediglich dupliziert, ist ein No-Go. Wenn du dich intern bewirbst, geht es nicht darum, was du bisher gemacht hast, sondern darum, was du *in der neuen Rolle* leisten willst und kannst. Und ja, manchmal spielen auch persönliche Vorlieben oder interne Politik eine Rolle – das ist die Realität. Dein Anschreiben muss dich als Lösung für zukünftige Probleme positionieren, nicht als Problem-Reporter.
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Häufig gestellte Fragen
Muss ich meinen aktuellen Vorgesetzten über meine interne Bewerbung informieren?
Wie gehe ich mit Bedenken oder Schwächen im Team/Unternehmen um, die ich in der neuen Position angehen möchte?
Soll ich im Anschreiben Gehaltsvorstellungen nennen, auch wenn ich das interne Gehaltsgefüge kenne?
Wie hebe ich mich ab, wenn meine Kollegen sich auch auf die Stelle bewerben?
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