Zertifizierungen im Überblick
Verwaltungsfachwirtprüfung (Angestelltenlehrgang II)
Studieninstitute für kommunale Verwaltung der Bundesländer (z. B. HVSV, StI NRW, Bayerische Verwaltungsschule)
Die Verwaltungsfachwirtprüfung ist die zentrale Qualifikation für den gehobenen Verwaltungsdienst. Sie schließt den ca. 2-jährigen Angestelltenlehrgang II ab und berechtigt zur Eingruppierung in E9c-E12 TVöD. Ohne diese Prüfung (oder eine anerkannte Vergleichsqualifikation) kein Zugang zu gehobenen Verwaltungsstellen.
3.000-6.000 Euro (Lehrgangsgebühr — wird in der Regel vom Arbeitgeber getragen)
Ca. 2 Jahre (berufsbegleitend) oder 6-12 Monate (Vollzeit)
Verwaltungsfachangestelltenprüfung oder Angestelltenlehrgang I + mindestens 1-3 Jahre Berufserfahrung in der Verwaltung + Zustimmung des Arbeitgebers
Aufstiegslehrgang höherer Verwaltungsdienst (Masterqualifikation)
Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung (Masterprogramme)
Für den Aufstieg in den höheren Verwaltungsdienst (E13+ / A13+) und damit in Positionen wie Dezernatsleitung, Fachbereichsleitung oder Beigeordneter ist eine Masterqualifikation oder der bestandene Aufstiegslehrgang Voraussetzung. Die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer bietet renommierte Masterprogramme für Verwaltungsführungskräfte an.
5.000-15.000 Euro (Studiengebühren) — oft durch den Dienstherrn finanziert
2 Jahre (berufsbegleitend) oder 1 Jahr (Vollzeit)
Verwaltungsfachwirt oder vergleichbare Qualifikation + mindestens 5-10 Jahre Berufserfahrung + überdurchschnittliche Beurteilungen + Auswahl durch den Dienstherrn
Führungslehrgang für den gehobenen Verwaltungsdienst
Kommunale Studieninstitute, Verwaltungsakademien, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer
Führungslehrgänge vermitteln Management- und Führungskompetenz für Sachgebietsleitungen und Amtsleitungen. Sie umfassen Personalführung, Konfliktmanagement, Change Management und strategische Steuerung. Für Beförderungen in Leitungsfunktionen (E11+) werden Führungslehrgänge zunehmend vorausgesetzt oder stark gewichtet.
1.500-4.000 Euro (oft vom Arbeitgeber finanziert)
2-4 Wochen (Blockseminar) oder 6-12 Monate (berufsbegleitend in Modulen)
Verwaltungsfachwirt oder vergleichbare Qualifikation + Berufserfahrung + Empfehlung des Vorgesetzten
AEVO — Ausbilder-Eignungsverordnung (Ausbildereignungsprüfung)
IHK (Industrie- und Handelskammer) oder kommunale Prüfungsausschüsse
In der öffentlichen Verwaltung bilden erfahrene Verwaltungsfachwirte den Nachwuchs aus — Verwaltungsfachangestellte und Beamtenanwärter. Der AEVO-Schein ist die formale Voraussetzung für die Ausbildertätigkeit und wird bei Bewerbungen auf Stellen mit Ausbildungsverantwortung verlangt. In vielen Kommunen ist die Ausbildereignung ein fester Bestandteil der Karriereplanung.
Prüfungsgebühr: ca. 170-250 Euro | Vorbereitungskurs: 400-700 Euro
Vorbereitungskurs: 1-2 Wochen | Prüfung: 1 Tag (praktische Unterweisung + Fachgespräch)
Keine formalen Voraussetzungen für die Prüfungsanmeldung; Berufserfahrung in der Verwaltung empfohlen
Zertifikatslehrgang Vergaberecht (UVgO, VgV, GWB)
Deutsches Vergabenetzwerk, forum vergabe, Verwaltungsakademien, IHK
Vergaberecht ist eine der gefragtesten Spezialisierungen in der Verwaltung: Jede Kommune muss Aufträge für Bau, Lieferungen und Dienstleistungen nach den Vergabevorschriften ausschreiben. Vergaberechtliche Kenntnisse sind in der Vergabestelle, im Bauamt, in der Kämmerei und bei jedem größeren Beschaffungsvorgang erforderlich. Spezialisten im Vergaberecht sind rar und entsprechend gefragt.
1.000-3.000 Euro (je nach Lehrgangsumfang)
3-5 Tage (Kompaktseminar) oder 2-3 Monate (berufsbegleitend)
Verwaltungsausbildung oder -studium; Berufserfahrung in der öffentlichen Beschaffung empfohlen
Zertifikat Verwaltungsdigitalisierung / E-Government
IT-Planungsrat, VITAKO, Kommunale Studieninstitute, Fraunhofer FOKUS
Die Digitalisierung der Verwaltung (Onlinezugangsgesetz, E-Akte, OZG-Umsetzung) ist eines der größten Transformationsprojekte im öffentlichen Dienst. Verwaltungsfachwirte mit E-Government-Kenntnissen sind für die Steuerung von Digitalisierungsprojekten besonders gefragt. Fortbildungen zum Thema E-Government vermitteln rechtliche, technische und organisatorische Grundlagen.
500-2.000 Euro (je nach Anbieter und Umfang)
2-5 Tage (Seminar) oder 3-6 Monate (berufsbegleitend)
Keine formalen Voraussetzungen; Berufserfahrung in der Verwaltung und IT-Affinität empfohlen
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Verwaltungsfachwirt/in zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Verwaltungsfachwirt/in-Zertifikaten
Welche Fortbildungen sind für Verwaltungsfachwirte am wichtigsten?
Für die Karriere: Führungslehrgänge (Voraussetzung für Sachgebietsleitungen und höhere Positionen). Für die Spezialisierung: Vergaberecht, Personalmanagement, Haushaltsrecht oder E-Government — je nach angestrebtem Fachbereich. Für den Aufstieg in den höheren Dienst: Master an der Deutschen Universität Speyer oder einer FH für öffentliche Verwaltung.
Lohnt sich die AEVO für Verwaltungsfachwirte?
Ja — in der öffentlichen Verwaltung bilden Verwaltungsfachwirte den Nachwuchs aus (Verwaltungsfachangestellte, Beamtenanwärter). Die Ausbildereignung (AEVO) ist dafür formale Voraussetzung. Viele Kommunen setzen die AEVO für leitende Stellen als Vorteil voraus. Die Investition (ca. 500-900 Euro) amortisiert sich schnell durch bessere Stellenchancen.
Kann ich als Verwaltungsfachwirt in den höheren Dienst aufsteigen?
Ja — über den Aufstiegslehrgang oder ein berufsbegleitendes Masterstudium (z. B. an der Uni Speyer, FH Kehl, HSPV NRW). Die Voraussetzungen: Verwaltungsfachwirt + 5-10 Jahre Berufserfahrung + überdurchschnittliche Beurteilungen + Auswahl durch den Dienstherrn. Der höhere Dienst (E13+/A13+) eröffnet Positionen als Dezernatsleiter, Fachbereichsleiter oder Beigeordneter.
Werden Verwaltungsfachwirt-Fortbildungen vom Arbeitgeber bezahlt?
In der Regel ja. Der öffentliche Dienst hat eine Fortbildungspflicht — Kommunen, Länder und der Bund finanzieren die fachliche Weiterqualifizierung ihrer Mitarbeiter. Der Angestelltenlehrgang II wird fast immer vom Arbeitgeber getragen (ggf. mit Rückzahlungsvereinbarung). Führungslehrgänge, Fachseminare und der AEVO-Kurs werden meist als Dienstzeit und auf Dienstkosten durchgeführt.
Wie wichtig sind E-Government-Kenntnisse für Verwaltungsfachwirte?
Zunehmend wichtig. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtet alle Verwaltungen, ihre Leistungen digital anzubieten. Verwaltungsfachwirte mit E-Government-Kenntnissen steuern Digitalisierungsprojekte, gestalten digitale Verwaltungsprozesse und koordinieren die Zusammenarbeit mit IT-Dienstleistern. Diese Kompetenz wird in den nächsten Jahren zu einem der wichtigsten Karrierefaktoren im öffentlichen Dienst.
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