Berufsprofil: Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen
Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind die Vertreter der Anklage im Strafverfahren. Als "Herren des Ermittlungsverfahrens" leiten sie die Ermittlungen, entscheiden über Anklageerhebung oder Einstellung und vertreten die Anklage vor Gericht. In Deutschland gibt es rund 5.800 Staatsanwälte an 116 Staatsanwaltschaften. Sie sind im Gegensatz zu Richtern weisungsgebunden — dem Generalstaatsanwalt und dem Justizminister unterstellt. Der Beruf verbindet juristische Kompetenz mit ermittlerischer Verantwortung und dem Ziel, das Legalitätsprinzip durchzusetzen.
Top 5 Aufgaben
Typische Branchen
Hard Skills
- Strafrecht (StGB) und Strafprozessrecht (StPO) — vertiefte Kenntnisse
- Ermittlungstaktik und Beweismittelbewertung
- Wirtschaftsstrafrecht und Bilanzanalyse (für Wirtschaftsstaatsanwälte)
- Plädoyertechnik und forensische Rhetorik
- IT-Forensik-Grundlagen und digitale Beweissicherung (zunehmend wichtig)
Soft Skills
- Entscheidungsfreudigkeit bei der Frage Anklage oder Einstellung
- Analytisches Denken bei komplexen Sachverhalten und umfangreichen Ermittlungsakten
- Kommunikationsfähigkeit mit Polizei, Gericht, Verteidigung und Öffentlichkeit
- Psychische Belastbarkeit bei schweren Straftaten (Tötungsdelikte, Sexualstraftaten)
- Teamfähigkeit in der Zusammenarbeit mit Polizei und Sachverständigen
Arbeitsumfeld: Staatsanwälte arbeiten in einem Dezernat mit zugewiesenen Ermittlungsverfahren. Der Arbeitstag besteht aus Aktenbearbeitung (Bewertung von Ermittlungsergebnissen, Verfügungen), Sitzungsdienst (Hauptverhandlungen vor Gericht) und Bereitschaftsdienst (Haftvorführungen, Todesermittlungen). Die Arbeitsbelastung ist hoch: Pro Staatsanwalt fallen je nach Dezernat 500-1.500 Verfahren pro Jahr an. Bereitschaftsdienste am Wochenende und nachts gehören zum Beruf — bei Todesermittlungen muss der Staatsanwalt den Tatort aufsuchen.
Arbeitsmarkt-Lage: Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen
Die Staatsanwaltschaften in Deutschland leiden unter zunehmendem Personalmangel. Der Deutsche Richterbund (DRB) schätzt den Fehlbestand auf bundesweit über 1.500 Staatsanwaltstellen. Besonders betroffen sind die Wirtschaftsstrafabteilungen und Cybercrime-Dezernate. Die Konkurrenz mit Großkanzleien um Absolventen mit Prädikatsexamen verschärft das Problem — die Justiz kann beim Gehalt nicht mithalten. Die Länder reagieren mit höheren Eingangsbesoldungen, Zulagen für Schwerpunktabteilungen und flexibleren Arbeitszeitmodellen.
Top-Regionen
NRW hat die meisten Staatsanwaltschaften und den größten Personalbedarf. Bayern bietet die höchste Besoldung, verlangt aber auch die besten Noten. Frankfurt (Hessen) ist wegen des Finanzplatzes Schwerpunkt für Wirtschaftsstaatsanwälte. Berlin hat trotz niedrigerer Besoldung viele Bewerber wegen der Attraktivität als Lebensmittelpunkt. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe rekrutiert bundesweit für Terrorismus- und Staatschutzverfahren.
Zertifikate für Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen: welche zählen
Für den Staatsanwaltsberuf sind die zwei juristischen Staatsexamina die zentrale Voraussetzung. Darüber hinaus können ein LL.M. in Strafrecht, Fachanwaltslehrgänge und Fortbildungen an der Deutschen Richterakademie die Karriere fördern. Für Schwerpunktstaatsanwaltschaften sind wirtschaftliche und technische Zusatzqualifikationen besonders wertvoll.
Von 6 verbreiteten Zertifikaten für Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen gelten 2 als Türöffner — ohne sie kommst du bei vielen Stellen nicht in die engere Auswahl. Der Rest verbessert die Ausgangslage, entscheidet aber nicht.
Erste Juristische Prüfung (1. Staatsexamen)
Landesjustizprüfungsämter (staatlicher Teil) + Universitäten (universitärer Schwerpunktbereich)
Erste der zwei zwingenden Prüfungen für die Befähigung zum Richteramt — und damit auch für das Staatsanwaltsamt. Ohne bestandenes 1. Staatsexamen kein Referendariat. Der Schwerpunktbereich Strafrecht ist für angehende Staatsanwälte empfehlenswert, aber nicht zwingend.
Studium: Semesterbeitrag ca. 200-400 Euro/Semester | Repetitorium: 1.500-3.000 Euro
4,5-5,5 Jahre (Regelstudienzeit 9 Semester + Examensvorbereitung)
Allgemeine Hochschulreife (Abitur), Immatrikulation an einer juristischen Fakultät
Zweite Juristische Staatsprüfung (2. Staatsexamen)
Landesjustizprüfungsämter
Das 2. Staatsexamen verleiht die Befähigung zum Richteramt und ist das entscheidende Einstellungskriterium. Für die Staatsanwaltschaft wird in den meisten Bundesländern ein Prädikatsexamen (mindestens 9 Punkte) verlangt. Die Note des 2. Examens ist wichtiger als die des 1. Examens.
Referendariat: Unterhaltsbeihilfe ca. 1.200-1.500 Euro netto/Monat | Repetitorium: 1.500-3.000 Euro
2 Jahre Referendariat mit Pflicht- und Wahlstationen
Bestandenes 1. Staatsexamen, Zulassung zum Referendariat
LL.M. in Strafrecht oder Wirtschaftsstrafrecht
Universität Freiburg (LL.M. Strafrechtspflege), FU Berlin (LL.M. Strafrecht), internationale Law Schools
Ein spezialisierter LL.M. in Strafrecht vertieft die dogmatischen Kenntnisse und signalisiert besonderes Interesse an der Strafrechtspflege. Für Schwerpunktstaatsanwaltschaften (Wirtschaftskriminalität, internationales Strafrecht) kann der LL.M. den Ausschlag bei vergleichbaren Bewerbern geben. Ein LL.M. an einer internationalen Universität ist für die Bundesanwaltschaft relevant.
5.000-40.000 Euro (je nach Universität — deutsche Programme deutlich günstiger als internationale)
1-2 Jahre (Vollzeit oder berufsbegleitend)
Befähigung zum Richteramt (in der Regel); für internationale Programme: TOEFL/IELTS
Fachanwaltslehrgang Strafrecht
Deutsche Anwaltsakademie (DAA), Strafrechts-Ausschuss des DAV, private Fortbildungsanbieter
Der 120-stündige Fachanwaltslehrgang Strafrecht vermittelt vertiefte Kenntnisse in Wirtschaftsstrafrecht, Strafprozessrecht, Strafvollstreckung und Nebenstrafrecht. Für Anwälte, die in die Staatsanwaltschaft wechseln möchten, ist die Fachanwaltsqualifikation ein starker Nachweis der strafrechtlichen Spezialisierung und wird bei der Bewerbung positiv gewertet.
2.500-4.000 Euro (je nach Anbieter)
3-6 Monate (berufsbegleitend)
Zulassung als Rechtsanwalt; für den Fachanwaltstitel: 3 Jahre Berufserfahrung + Nachweis von Fallbearbeitungen
Fortbildungen an der Deutschen Richterakademie (Strafrecht-Schwerpunkt)
Deutsche Richterakademie (DRA), Trier und Wustrau
Die DRA bietet jährlich zahlreiche Tagungen zu strafrechtlichen Themen: aktuelle BGH-Rechtsprechung, Vernehmungstechnik, Plädoyertraining, Wirtschaftsstrafrecht, Cybercrime und internationale Rechtshilfe. Die Teilnahme wird bei Beurteilungen positiv berücksichtigt und fördert die fachliche Spezialisierung.
Kostenfrei für Staatsanwälte und Richter
2-5 Tage pro Fortbildung
Richter- oder Staatsanwaltsamt; Anmeldung über die Justizverwaltung
Promotion in Rechtswissenschaft (Dr. jur.) mit strafrechtlichem Schwerpunkt
Juristische Fakultäten der Universitäten
Eine Promotion in Strafrecht, Strafprozessrecht oder Kriminologie vertieft die dogmatische Kompetenz und wird bei der Einstellung und bei Beförderungen positiv bewertet. Für Positionen an der Bundesanwaltschaft oder bei Generalstaatsanwaltschaften ist eine Promotion ein klarer Vorteil. Die Promotion ersetzt jedoch kein Prädikatsexamen.
Promotionsstipendium oder Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter (kostenneutral)
2-4 Jahre (Vollzeit) oder 3-6 Jahre (berufsbegleitend)
Bestandenes 1. Staatsexamen mit guten Noten, Annahme als Doktorand
Zeugnisse & Referenzen: was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Häufige Fragen zu Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen-Zertifikaten
Was ist wichtiger für die Staatsanwaltskarriere — Examensnoten oder Spezialisierung?
Für die Ersteinstellung: die Examensnoten. Ohne Prädikatsexamen kein Zugang zum Staatsanwaltsamt. Nach der Einstellung: die Bewährung in der Praxis und die Spezialisierung. Staatsanwälte, die sich in komplexen Verfahren (Wirtschaftskriminalität, Organisierte Kriminalität, Terrorismus) bewähren, haben die besten Beförderungschancen.
Lohnt sich ein LL.M. für angehende Staatsanwälte?
Für Schwerpunktstaatsanwaltschaften und die Bundesanwaltschaft: ja. Ein LL.M. in Strafrecht oder Wirtschaftsstrafrecht signalisiert fachliche Tiefe. Für die reguläre Einstellung: nicht entscheidend — die Examensnote zählt mehr. Ein LL.M. an einer internationalen Universität ist für Stellen mit internationalem Bezug (Bundesanwaltschaft, Rechtshilfe) ein klarer Vorteil.
Welche Fortbildungen bieten die Justizverwaltungen für Staatsanwälte?
Deutsche Richterakademie: Tagungen zu aktueller Rechtsprechung, Vernehmungstechnik, Plädoyer, Wirtschaftsstrafrecht. Landesjustizakademien: Fortbildungen zu landesspezifischen Themen. BKA-Akademie: IT-Forensik, Kriminaltechnik, internationale Zusammenarbeit. Bundesanwaltschaft: Spezialseminare zu Terrorismus und Völkerstrafrecht. Die meisten Fortbildungen sind kostenfrei.
Wie wird man Bundesanwalt?
Bundesanwälte werden vom Bundesjustizminister berufen — auf Vorschlag des Generalbundesanwalts. Voraussetzung: Befähigung zum Richteramt, langjährige herausragende Tätigkeit als Staatsanwalt oder Richter, erweiterte Sicherheitsüberprüfung (SÜ3). Die Bundesanwaltschaft bearbeitet Terrorismus, Spionage, Völkerstrafrecht und Hochverrat. Stellen werden auf der Website der Generalbundesanwaltschaft ausgeschrieben.
Gibt es Weiterbildungen für den Wechsel aus der Staatsanwaltschaft in die Privatwirtschaft?
Für den Wechsel in Großkanzleien: Die Staatsanwaltserfahrung ist besonders in den Bereichen White-Collar Crime, Compliance und Internal Investigations gefragt. Zusätzliche Qualifikationen wie Fachanwalt für Strafrecht, Certified Compliance Officer (CCO) oder ACFE-Zertifizierung (Fraud Examiner) erleichtern den Übergang. Die Kombination aus Staatsanwaltserfahrung und Spezialqualifikation ist auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt.
Was in diesem Beruf verdient wird: Gehalt als Staatsanwalt — 78.980 € Median (Destatis 2025) · zum Berufsstart: Einstiegsgehalt ab 7.953 €/Monat
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Häufige Fragen zum Beruf Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen
Wie wird man Staatsanwalt in Deutschland?
Die Voraussetzungen sind identisch mit dem Richteramt: Zwei juristische Staatsexamina und die Befähigung zum Richteramt (§ 122 DRiG). Die meisten Bundesländer verlangen mindestens ein Prädikatsexamen (vollbefriedigend, 9+ Punkte). Die Einstellung erfolgt durch die Landesjustizverwaltung — oft parallel zur Einstellung als Proberichter, da Richter und Staatsanwälte in vielen Bundesländern in einheitlichen Auswahlverfahren rekrutiert werden.
Was verdient ein Staatsanwalt?
Staatsanwälte werden nach R-Besoldung bezahlt — identisch mit Richtern. Einstieg: R1 (ca. 4.200-5.200 Euro brutto, je nach Bundesland). Oberstaatsanwalt: R2 (ca. 5.500-6.500 Euro). Generalstaatsanwalt: R4-R8 (je nach Bundesland). Bundesanwälte: R2-R8. Zulagen für Bereitschaftsdienst und Schwerpunktabteilungen kommen hinzu. Als Beamte entfallen Sozialversicherungsbeiträge.
Was ist der Unterschied zwischen Staatsanwalt und Richter?
Richter entscheiden unabhängig und neutral. Staatsanwälte vertreten die Anklage und sind weisungsgebunden — sie unterliegen dem externen Weisungsrecht des Justizministers und dem internen Weisungsrecht des Behördenleiters. In der Praxis wird das Weisungsrecht selten ausgeübt. Karrieretechnisch wechseln viele Juristen zwischen Richter- und Staatsanwaltsamt — die Befähigung ist identisch.
Welche Spezialisierungen gibt es für Staatsanwälte?
Wirtschaftskriminalität (Bilanzfälschung, Betrug, Korruption), Cybercrime (Internetbetrug, Kinderpornografie, Hacking), Organisierte Kriminalität (Drogenhandel, Menschenhandel), Jugendstrafsachen, Kapitalverbrechen (Tötungsdelikte), Terrorismus und Staatsschutz (Bundesanwaltschaft), Umweltkriminalität und Medizinstrafrecht. Die Spezialisierung erfolgt durch Zuweisung zu entsprechenden Dezernaten.
Gibt es Staatsanwälte auch in Österreich und der Schweiz?
Ja. In Österreich arbeiten Staatsanwälte bei den Staatsanwaltschaften (StA) und der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Voraussetzung: Jus-Studium + Gerichtspraxis + richterliche Vorprüfung oder Rechtsanwaltsprüfung. In der Schweiz sind Staatsanwälte (Procureur/Staatsanwalt) kantonal organisiert — die Anforderungen variieren nach Kanton.
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