Berufsprofil: Notar
Notare sind unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes, die Rechtsgeschäfte beurkunden und damit deren Rechtswirksamkeit sicherstellen. Sie beurkunden Grundstückskaufverträge, Gesellschaftsverträge, Testamente, Eheverträge und Handelsregisteranmeldungen. Der Beruf ist in Deutschland extrem reguliert: Es gibt Nurnotare (nur notarielle Tätigkeit, vor allem in Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen, Brandenburg) und Anwaltsnotare (gleichzeitig Rechtsanwalt und Notar, in den übrigen Bundesländern). Die Bestellung zum Notar erfordert den Volljurist-Status mit hervorragenden Examensleistungen und erfolgt durch die Landesjustizverwaltung. Die Anzahl der Notarstellen ist gesetzlich begrenzt.
Top 5 Aufgaben
Typische Branchen
Hard Skills
- Immobilienrecht (BGB, GBO, BauGB, Bauträgervertragsrecht)
- Gesellschaftsrecht (GmbHG, AktG, UmwG, HGB)
- Erbrecht und Familienrecht (BGB, FamFG)
- Beurkundungsgesetz (BeurkG) und Beurkundungsverfahren
- Notarielle Fachanwendungen (XNotar, Notarnet, Solum) und elektronischer Rechtsverkehr
Soft Skills
- Absolute Genauigkeit und Sorgfalt bei der Urkundserstellung
- Neutralität und Unparteilichkeit gegenüber allen Beteiligten
- Verständliche Kommunikation komplexer Rechtsverhältnisse gegenüber Laien
- Diskretion und Vertrauenswürdigkeit im Umgang mit sensiblen Vermögens- und Familienverhältnissen
- Organisationskompetenz bei hohem Beurkundungsvolumen und engen Fristen
Arbeitsumfeld: Büroarbeit im Notariat mit regelmäßigen Beurkundungsterminen. Arbeitszeiten in der Regel 40–50 Stunden/Woche, in Phasen mit hohem Transaktionsvolumen (Quartalsenden, Jahresende) auch mehr. Kein Gericht, keine Prozesse — Notare gestalten Recht, sie streiten nicht. Intensive Mandantenkontakte bei Beurkundungsterminen. Reisetätigkeit gering.
Arbeitsmarkt-Lage: Notar
Die Anzahl der Notarstellen ist gesetzlich begrenzt und wird von den Landesjustizverwaltungen nach Bedarf festgelegt. Im Nurnotar-System (Bayern, Sachsen etc.) sind die Stellen extrem begehrt und die Bewerber brauchen hervorragende Examensleistungen plus Assessorenzeit. Im Anwaltsnotar-System können sich erfahrene Rechtsanwälte um eine Notarbestellung bewerben. Die Nachfrage nach Notarassessoren und qualifizierten Mitarbeitern in bestehenden Notariaten ist dagegen hoch — der Fachkräftemangel betrifft die Kanzleiebene, nicht die Amtsinhaber.
Top-Regionen
In Ballungsräumen gibt es mehr Notarstellen aufgrund des höheren Transaktionsvolumens (Immobilien, Unternehmensgründungen). München und Frankfurt haben die höchste Dichte an notariellen Transaktionen. Hamburg und Berlin bieten Anwaltsnotarstellen in großen Sozietäten. Auf dem Land sind Notarstellen oft schwer zu besetzen — dort bestehen Chancen für Nurnotar-Assessoren.
Dein Weg zum Notar-Job
Quereinstieg
Wie realistisch ist der Einstieg als Notar ohne klassischen Werdegang? Pfade, Zeitaufwand und was wirklich zählt.
Stellenanzeigen richtig lesen
Was Anforderungen in Notar-Stellenanzeigen wirklich bedeuten — und wann du dich trotzdem bewerben solltest.
Zertifikate & Qualifikationen
Welche Zertifizierungen für Notar wirklich zählen — sortiert nach Relevanz für den Arbeitsmarkt.
Interview als Notar vorbereiten
Typische Fragen, STAR-Methode und Tipps
Häufige Fragen zum Beruf Notar
Wie wird man Notar in Deutschland?
Im Nurnotar-System (Bayern, Sachsen etc.): Jurastudium + 2. Staatsexamen mit hervorragenden Noten + 3 Jahre Notarassessorenzeit + Bestellung durch die Landesjustizverwaltung. Im Anwaltsnotar-System: 2. Staatsexamen + mehrjährige Rechtsanwaltstätigkeit + Notarprüfung oder Bewerbung um eine Notarstelle. Beide Wege erfordern den Volljurist-Status und exzellente Leistungen.
Was ist der Unterschied zwischen Nurnotar und Anwaltsnotar?
Nurnotare üben ausschließlich das Notaramt aus — sie haben keine Rechtsanwaltskanzlei. Sie gibt es in Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Anwaltsnotare sind gleichzeitig Rechtsanwälte und Notare — sie führen eine Kanzlei und ein Notariat. Das Anwaltsnotar-System gilt in den übrigen Bundesländern. Beide haben identische Beurkundungsbefugnis.
Welches Gehalt verdient ein Notar?
Notare sind keine Angestellten — sie sind Freiberufler mit Gebühreneinnahmen nach dem GNotKG. Das Einkommen variiert stark: In ländlichen Gebieten 100.000–200.000 EUR brutto/Jahr, in Ballungsräumen mit hohem Transaktionsvolumen 200.000–500.000 EUR und mehr. Notarassessoren erhalten eine Vergütung von ca. 3.500–5.000 EUR brutto/Monat.
Wie viele Notarstellen gibt es in Deutschland?
In Deutschland gibt es ca. 7.000 Notarstellen — die Zahl ist seit Jahren leicht rückläufig durch Zusammenlegungen. Die Stellen sind nach dem Bedarf der Bevölkerung verteilt. In Ballungsräumen gibt es mehr Notare pro Einwohner als auf dem Land. Die genaue Zahl wird von den Landesjustizverwaltungen festgelegt und regelmäßig angepasst.
Ist die Notarkarriere für Juristen attraktiv?
Ja, aber extrem selektiv. Die Vorteile: hohes Einkommen, Freiberuflichkeit, gesellschaftliches Ansehen, kein Prozessrisiko. Die Nachteile: extrem hohe Eintrittsbarrieren (hervorragende Examensleistungen erforderlich), lange Wartezeiten bis zur Bestellung, hohe Verantwortung (persönliche Haftung für Beurkundungsfehler). Für Juristen mit Top-Examen ist der Notarberuf eine der lukrativsten Karriereoptionen.
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