Zertifizierungen im Überblick
DVS-Schweißfachmann (IWS — International Welding Specialist)
DVS-Bildungseinrichtungen (zugelassen nach IAB-Richtlinie 252)
Das IWS-Diplom ist die Grundvoraussetzung für die Tätigkeit als Schweißaufsichtsperson nach ISO 14731. Ohne dieses Diplom darfst du in regulierten Branchen (Stahlbau, Druckgeräte, Schienenfahrzeug) nicht als benannte Schweißaufsicht arbeiten. Es ist der Standard-Einstieg in die Schweißaufsichtskarriere.
ca. 3.500–6.000 EUR
340 Stunden (ca. 6 Wochen Vollzeit oder 6–12 Monate berufsbegleitend)
Abgeschlossene Berufsausbildung in einem metallverarbeitenden Beruf oder vergleichbare Qualifikation
IWE — International Welding Engineer (Schweißfachingenieur)
DVS-Bildungseinrichtungen / SLV (Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt)
Der IWE ist die höchste Qualifikationsstufe der Schweißaufsicht nach ISO 14731. Er wird für die anspruchsvollsten Anwendungen gefordert (EXC4, Druckgeräte Kategorie IV, Schienenfahrzeugbau CL1). Für Karrierewege in Richtung Schweißtechnik-Leitung, Werkstoffprüfung und Beratung die wichtigste Qualifikation.
ca. 8.000–15.000 EUR
ca. 400 Stunden (4–6 Monate Vollzeit oder 12–18 Monate berufsbegleitend)
Ingenieurstudium (Maschinenbau, Werkstofftechnik oder vergleichbar) oder IWT + Berufserfahrung
Schweißerprüfung nach EN ISO 9606 (Stahl/Aluminium)
DVS-zugelassene Prüfstellen / SLV / TÜV
Die Schweißerprüfung nach EN ISO 9606 dokumentiert deine praktische Schweißkompetenz. Für die Schweißaufsicht nicht zwingend erforderlich, aber ein starker Nachweis gegenüber Schweißern und Arbeitgebern. In der Praxis erwarten die meisten Arbeitgeber, dass der IWS mindestens ein Verfahren selbst beherrscht.
ca. 300–800 EUR pro Prüfung (je nach Verfahren und Werkstoff)
Prüfung: 1 Tag; Vorbereitung: 1–4 Wochen (je nach Erfahrungsstand)
Keine formale Voraussetzung; praktische Schweißerfahrung empfohlen
DIN EN 1090 — Werkseigene Produktionskontrolle (WPK) Schulung
DVS / SLV / TÜV / Stahlbauverbände
DIN EN 1090 ist die zentrale Norm im Stahlbau. Die WPK-Schulung vermittelt die Anforderungen an die werkseigene Produktionskontrolle, die Rolle der Schweißaufsicht im Rahmen der CE-Kennzeichnung und die Dokumentationspflichten. Für IWS im Stahlbau ein Muss für die tägliche Arbeit.
ca. 500–1.200 EUR
1–2 Tage
IWS, IWT oder IWE; Grundkenntnisse im Stahlbau
ZfP-Qualifikation Stufe 1/2 nach ISO 9712 (VT, PT, MT)
DGZfP (Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung) / SLV
Zerstörungsfreie Prüfverfahren (Sichtprüfung VT, Eindringprüfung PT, Magnetpulverprüfung MT) sind Teil der Qualitätssicherung in der Schweißtechnik. Eine ZfP-Qualifikation nach ISO 9712 erlaubt dem Schweißfachmann, Prüfungen selbst durchzuführen — nicht nur zu koordinieren. Besonders in KMU wertvoll, wo Personalressourcen begrenzt sind.
ca. 1.500–3.000 EUR pro Verfahren und Stufe
5–10 Tage pro Verfahren (Theorie + Praxis + Prüfung)
Technische Ausbildung; für Stufe 2: Stufe 1 + Berufserfahrung
DVS-Sachkundiger für Schweißarbeiten an Druckgeräten
DVS-Bildungseinrichtungen / SLV
Für Schweißfachleute, die im Druckgerätebau arbeiten, ist diese Zusatzqualifikation ein starker Spezialisierungsnachweis. Sie vermittelt die Anforderungen der PED (Druckgeräterichtlinie) und des AD 2000-Regelwerks. Im Behälter- und Rohrleitungsbau ein Karrierebeschleuniger.
ca. 800–1.500 EUR
2–3 Tage
IWS, IWT oder IWE; Grundkenntnisse im Druckgerätebau empfohlen
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Schweißfachmann zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Schweißfachmann-Zertifikaten
Ist der IWS-Lehrgang förderfähig?
Ja. Der DVS-IWS-Lehrgang ist grundsätzlich über Aufstiegs-BAföG (ehemals Meister-BAföG) förderfähig. Auch Bildungsgutscheine der Arbeitsagentur kommen in Frage, wenn du arbeitssuchend bist oder von Arbeitslosigkeit bedroht. Manche Bundesländer bieten zusätzliche Förderprogramme für berufliche Weiterbildung.
Lohnt sich der Aufstieg vom IWS zum IWE?
Finanziell ja: IWE-Qualifizierte verdienen 15–25 % mehr als IWS. Fachlich öffnet der IWE die Tür zu den anspruchsvollsten Anwendungen (EXC4, Druckgeräte Kat. IV, Nukleartechnik) und zu Führungspositionen (Leiter Schweißtechnik). Der Aufstieg erfordert allerdings ein Ingenieurstudium oder den Zwischenschritt über IWT.
Brauche ich als IWS auch eine ZfP-Qualifikation?
Nicht zwingend — die ZfP-Durchführung ist eine eigene Rolle (ZfP-Prüfer nach ISO 9712). Der IWS muss ZfP-Ergebnisse interpretieren und Prüfaufträge erteilen können. In KMU ist es aber üblich, dass der IWS auch einfache Prüfungen (VT, PT) selbst durchführt — dafür brauchst du die ISO-9712-Qualifikation.
Wie oft muss der IWS sein Wissen nachweisen?
Das IWS-Diplom hat keine formale Ablaufrist. Allerdings fordern Arbeitgeber und Benannte Stellen regelmäßige Weiterbildung (typischerweise alle 2–3 Jahre ein Fachseminar). Die Schweißerprüfungen nach EN ISO 9606 haben eine Gültigkeit von 2–3 Jahren und müssen verlängert werden.
Welche Zusatzqualifikation bringt den größten Karriereschub?
Für die Karriere im Stahlbau: DIN-EN-1090-WPK-Schulung + ZfP-VT-Stufe-2. Für den Druckgerätebau: DVS-Sachkundiger für Druckgeräte. Branchenübergreifend: IWT als Aufstieg vom IWS — damit qualifizierst du dich für anspruchsvollere Ausführungsklassen und höhere Verantwortung.
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