Quereinstieg

Quereinstieg als Schweißfachmann: So realistisch ist es

Der Quereinstieg zum Schweißfachmann ist über die DVS/IIW-Qualifizierung möglich, erfordert aber eine solide metallverarbeitende Basis. Der IWS-Lehrgang steht Schweißern, Metallbauern und verwandten Berufen offen. Die Qualifikation ist normativ geregelt (ISO 14731) — ohne das DVS-Diplom darfst du nicht als benannte Schweißaufsichtsperson arbeiten. Für Fachfremde ohne Metallverarbeitungserfahrung ist der Einstieg unrealistisch.

Machbarkeit des Quereinstiegs

Machbar mit Aufwand

Mit Erfahrung in der Metallverarbeitung (Schweißer, Metallbauer, Schlosser) ist der Quereinstieg über den DVS-IWS-Lehrgang machbar — der Lehrgang dauert ca. 6 Wochen und ist auch berufsbegleitend möglich. Ohne metallverarbeitende Basis ist der Einstieg nicht realistisch.

Klassischer Werdegang

Ausbildung / Studium

DVS-Schweißfachmann-Lehrgang (IWS) an einer zugelassenen DVS-Bildungseinrichtung gemäß IAB-Richtlinie 252

Typische Dauer

ca. 6 Wochen Vollzeit (340 Stunden Theorie + Praxis) oder 6–12 Monate berufsbegleitend

Alternative Ausbildung

Meister im Metallhandwerk mit Schweißtechnik-Vertiefung + DVS-IWS-Ergänzungslehrgang. Alternativ: Techniker Metallbautechnik + IWS-Lehrgang. Der IWS-Lehrgang kann nicht durch reine Berufserfahrung ersetzt werden — das Diplom ist normativ gefordert.

Welche Zertifizierungen für den Einstieg ins Projektmanagement besonders wertvoll sind, erfährst du in unserer Übersicht der Schweißfachmann-Zertifikate.

Quereinstiegs-Pfade

Geprüfter Schweißer (MAG/WIG/E-Hand) mit Berufserfahrung

6 Wochen Vollzeit oder 6–12 Monate berufsbegleitend

Was du mitbringst

  • Praktische Schweißkompetenz und Verfahrenskenntnis
  • Verständnis für Schweißparameter, Zusatzwerkstoffe und Schutzgase
  • Erfahrung mit Schweißerprüfungen nach EN ISO 9606
  • Kenntnis typischer Schweißfehler und deren Ursachen

Was dir fehlt

Theoretische Grundlagen (Werkstoffkunde, Schweißmetallurgie), Normenwissen, WPS-Erstellung, Qualitätsmanagement

So schließt du die Lücke

DVS-IWS-Lehrgang (340 Stunden). Als erfahrener Schweißer bringst du die Praxisbasis mit — der Lehrgang vermittelt die theoretische und normative Seite. Manche DVS-Bildungseinrichtungen bieten verkürzte Lehrgänge für erfahrene Schweißer an. Die Prüfung umfasst Theorie und Praxis.

Metallbauer / Konstruktionsmechaniker / Schlosser

6 Wochen Vollzeit + ggf. 2 Wochen Schweißerprüfungsvorbereitung

Was du mitbringst

  • Metallverarbeitungskenntnisse und Werkstattpraxis
  • Grundkenntnisse in Schweißverfahren aus der Ausbildung
  • Technisches Zeichnen und Bauzeichnungsverständnis
  • Erfahrung mit Qualitätskontrolle und Maßhaltigkeit

Was dir fehlt

Vertiefte Schweißtechnik-Kenntnisse, Schweißnormen, WPS/WPQR-Erstellung, Prüfverfahren

So schließt du die Lücke

DVS-IWS-Lehrgang (volles Programm 340 Stunden). Vor dem Lehrgang empfehlenswert: aktuelle Schweißerprüfungen nach EN ISO 9606 ablegen, um die praktische Basis nachzuweisen. Der IWS-Lehrgang ist für Metallbauer zugänglich — die Zugangsvoraussetzung ist eine abgeschlossene metallverarbeitende Berufsausbildung.

Industriemechaniker / Anlagenmechaniker

2–4 Wochen (Schweißerprüfung) + 6 Wochen (IWS-Lehrgang)

Was du mitbringst

  • Metallbearbeitung und Montageerfahrung
  • Technisches Verständnis für Anlagenbau und Rohrleitungstechnik
  • Erfahrung mit Druckprüfungen und Qualitätssicherung
  • Dokumentationskompetenz aus industriellem Umfeld

Was dir fehlt

Schweißtechnische Spezialkenntnisse, DVS-Qualifikation, Schweißnormen und -metallurgie

So schließt du die Lücke

Zunächst Schweißerqualifikation nach EN ISO 9606 erwerben (2–4 Wochen), dann DVS-IWS-Lehrgang. Der Anlagenmechaniker-Hintergrund ist besonders wertvoll im Druckgeräte- und Rohrleitungsbau — hier werden IWS mit Praxiserfahrung besonders geschätzt.

Du fragst dich, ob du die Anforderungen in Stellenanzeigen erfüllst? Unser Guide Schweißfachmann-Stellenanzeigen richtig lesen zeigt dir, welche Anforderungen wirklich zählen — und welche Wunschliste sind.

"Vergleichbare Qualifikation" — was heißt das?

In Schweißfachmann-Stellenanzeigen bedeutet "oder vergleichbare Qualifikation": Die IWS-Qualifikation (DVS/IIW) ist in der Regel zwingend für die Rolle als benannte Schweißaufsichtsperson. "Vergleichbar" bezieht sich auf ältere DVS-Abschlüsse (Schweißfachmann alt) oder ausländische IIW-Diplome, nicht auf informelle Erfahrung.

DVS-Schweißfachmann-Diplom (IWS) = Standardqualifikation für die Schweißaufsicht nach ISO 14731
IWT (Schweißtechniker) oder IWE (Schweißfachingenieur) = höhere Qualifikation, die den IWS einschließt
Ausländisches IIW-Diplom (z. B. aus Österreich oder Schweiz) = im DACH-Raum anerkannt

Du bist unsicher, ob deine Qualifikationen ausreichen? Der Talent Report analysiert dein Profil und zeigt, wo du als Quereinsteiger stehst.

Häufige Fragen zum Quereinstieg als Schweißfachmann

Kann ich ohne DVS-Diplom als Schweißaufsicht arbeiten?

Nein, nicht in regulierten Branchen. Die Normen (DIN EN 1090, PED/DGRL, DIN EN 15085) fordern eine qualifizierte Schweißaufsichtsperson nach ISO 14731. Ohne DVS/IIW-Diplom (IWS, IWT oder IWE) darfst du diese Rolle nicht offiziell ausfüllen. Arbeitgeber können dich ohne Diplom nicht als Schweißaufsicht benennen.

Was kostet der DVS-IWS-Lehrgang?

Der IWS-Lehrgang kostet ca. 3.500–6.000 EUR (je nach DVS-Bildungseinrichtung und Region). Förderungen: Aufstiegs-BAföG (ehemals Meister-BAföG) ist für den IWS-Lehrgang grundsätzlich möglich. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten, wenn du dich verpflichtest, für eine definierte Zeit zu bleiben.

Welche Zugangsvoraussetzungen hat der IWS-Lehrgang?

Abgeschlossene Berufsausbildung in einem metallverarbeitenden Beruf (Schweißer, Metallbauer, Industriemechaniker etc.) oder vergleichbare Qualifikation. Manche DVS-Bildungseinrichtungen verlangen zusätzlich eine gültige Schweißerprüfung nach EN ISO 9606. Das genaue Zulassungsverfahren variiert je nach Einrichtung.

Reicht der IWS für alle Branchen oder brauche ich den IWE?

Der IWS reicht für viele Branchen als Schweißaufsicht — insbesondere im Stahlbau (EXC1 und EXC2 nach DIN EN 1090) und in der allgemeinen Fertigung. Für EXC3/EXC4 (höchste Ausführungsklassen), Druckgeräte und Schienenfahrzeuge wird oft ein IWT oder IWE gefordert. Prüfe die Normenforderung deiner Zielbranche.

Wie lange dauert der Aufstieg vom IWS zum IWE?

Der Aufstieg vom IWS zum IWE erfordert in der Regel ein technisches Studium (Maschinenbau, Werkstofftechnik) als Zugangsvoraussetzung für den IWE-Lehrgang. Alternativ: IWS zu IWT (Schweißtechniker-Lehrgang, ca. 8–10 Wochen) als Zwischenstufe. Der direkte Sprung IWS zu IWE ist ohne Studium nicht möglich.

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