Zertifizierungen im Überblick
HWK-Gesellenbrief Schornsteinfeger/in
Handwerkskammer (HWK) — duale Ausbildung
Der Gesellenbrief ist die Grundvoraussetzung für alle qualifizierten Schornsteinfeger-Stellen. Er bestätigt Kompetenz in Kehr- und Prüftechnik, Abgasmessungen, Brandschutz und Heizungstechnik. Ohne Gesellenbrief keine eigenständige Berufsausübung im Schornsteinfegerhandwerk.
Ausbildungsvergütung (ca. 700–1.000 Euro/Monat im 3. Lehrjahr); Umschulung: per Bildungsgutschein
3 Jahre (duale Ausbildung)
Kein bestimmter Schulabschluss; körperliche Fitness und Schwindelfreiheit erforderlich
Meisterbrief Schornsteinfegerhandwerk (HWK)
Handwerkskammer (HWK), Bildungszentren des Handwerks
Der Meisterbrief ist Pflicht für die Bestellung als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger (SchfHwG) und für die Ausbildung von Lehrlingen. Er umfasst Fachtheorie (Heizungs- und Feuerungstechnik, Brandschutz, Umweltrecht), Fachpraxis, BWL und Ausbildereignung (AEVO). Der Meisterbrief ist DQR 6 (Bachelor-Niveau).
ca. 6.000–12.000 Euro; Aufstiegs-BAföG deckt bis zu 75 %
6–12 Monate Vollzeit oder 1–2 Jahre berufsbegleitend
Gesellenbrief Schornsteinfeger/in + idealerweise 2–3 Jahre Berufserfahrung
Gebäudeenergieberater (HWK) / Energieeffizienz-Experte (dena)
HWK, Bildungszentren des Handwerks, dena (Deutsche Energie-Agentur)
Die Qualifikation als Gebäudeenergieberater ist das wichtigste Zukunftsfeld für Schornsteinfeger. Sie berechtigt zur Ausstellung von Energieausweisen, zur Förderantragsberatung (BAFA, KfW) und zur energetischen Sanierungsberatung. Die Listung als dena-Energieeffizienz-Experte öffnet Zugang zu Förderprogrammen und ist ein lukratives Zusatzgeschäft.
ca. 1.500–4.000 Euro (je nach Anbieter)
200+ Unterrichtsstunden (berufsbegleitend über 3–6 Monate)
Meisterbrief oder Technikerqualifikation im Handwerk; alternativ: Studium Bauingenieurwesen/Architektur
Fortbildung Immissionsschutzmessungen (1. BImSchV)
Landesinnungsverbände, Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV), Messtechnik-Hersteller
Die 1. BImSchV wird regelmäßig novelliert — aktuelle Messtechnik-Kenntnisse sind Pflicht. Die Fortbildung vertieft Abgasmessungen, neue Grenzwerte und den Umgang mit aktuellen Messgeräten. Für Schornsteinfeger mit Meisterbrief, die bBSF werden wollen, ist die Fortbildung ein Pflichtbaustein.
ca. 200–500 Euro
1–2 Tage
Gesellenbrief Schornsteinfeger/in
Brandschutzbeauftragter (vfdb/CFPA)
TÜV, DEKRA, vfdb-zertifizierte Bildungsträger
Der Brandschutzbeauftragte ist eine Zusatzqualifikation für Schornsteinfeger, die ins betriebliche Brandschutzmanagement wechseln wollen. Die Qualifikation qualifiziert für die Beratung von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen zu vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen — ein lukratives Zusatzgeschäft neben der klassischen Kehrtätigkeit.
ca. 1.500–3.000 Euro
2–3 Wochen (Lehrgang)
Keine formalen Voraussetzungen; Brandschutz-Grundkenntnisse empfohlen
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Schornsteinfeger zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Schornsteinfeger-Zertifikaten
Lohnt sich der Meisterbrief als Schornsteinfeger?
Ja — der Meisterbrief ist der Schlüssel zur bBSF-Bestellung und damit zu einem eigenen Kehrbezirk mit gesichertem Einkommen. Auch ohne bBSF-Ambitionen qualifiziert er für Betriebsleitung, Lehrlingsausbildung und höhere Gehälter. Mit Aufstiegs-BAföG (75 %) ist die Investition überschaubar.
Ist die Energieberater-Qualifikation die Zukunft des Berufs?
Ja — die Energiewende verändert das Berufsbild. Schornsteinfeger, die Energieausweise ausstellen, Sanierungsberatung anbieten und Fördermittel beantragen können, erschließen ein lukratives Zusatzgeschäft. Die Qualifikation (200+ Stunden, 1.500–4.000 Euro) ist eine der besten Investitionen für Schornsteinfeger.
Welche Fortbildung bringt am schnellsten Vorteile?
Die BImSchV-Fortbildung (1–2 Tage, 200–500 Euro) hält deine Messtechnik-Kenntnisse aktuell — das ist für jeden Schornsteinfeger relevant. Für Karriereambitionen: der Meisterbrief. Für zusätzliches Einkommen: die Energieberater-Qualifikation.
Bezahlen Bezirksschornsteinfeger die Meistervorbereitung ihrer Gesellen?
Manche ja — besonders wenn der bBSF einen Nachfolger aufbauen will oder den Betrieb langfristig sichern möchte. In der Praxis übernehmen wenige bBSF die vollen Kosten, aber Freistellungen für Kurse und Teilkostenübernahme sind verbreitet. Zusätzlich deckt das Aufstiegs-BAföG bis zu 75 % der Kosten.
Kann ich als Schornsteinfeger zusätzlich als Brandschutzbeauftragter arbeiten?
Ja — die Kombination ist sinnvoll und lukrativ. Schornsteinfeger haben bereits Brandschutz-Grundwissen aus der Ausbildung. Die Zusatzqualifikation als Brandschutzbeauftragter (2–3 Wochen, 1.500–3.000 Euro) qualifiziert für die Beratung von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Das ist ein attraktives Nebengeschäft.
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