Berufsprofil: Schornsteinfeger
Schornsteinfeger sind für die Betriebs- und Brandsicherheit von Feuerungsanlagen verantwortlich. Sie kehren und überprüfen Schornsteine, messen Abgaswerte, beraten zu Energieeffizienz und führen Feuerstättenschauen durch. Der Beruf ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf im Handwerk (3 Jahre, HWK) und unterliegt dem Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (SchfHwG). Eine Besonderheit: Bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger (bBSF) werden von der zuständigen Behörde bestellt und haben hoheitliche Aufgaben — sie sind quasi beliehene Unternehmer mit gesetzlich zugewiesenem Kehrbezirk.
Top 5 Aufgaben
Typische Branchen
Hard Skills
- Kehr- und Prüftechnik: Schornsteine kehren, Abgasleitungen überprüfen, Reinigungsverfahren
- Messtechnik: Abgasmessungen nach 1. BImSchV, CO-Messungen, Dichtigkeitsprüfungen
- Brandschutz: Feuerstättenschau, brandschutztechnische Abnahmen, Bauordnungsrecht
- Energieberatung: EnEV/GEG (Gebäudeenergiegesetz), Heizungstechnik, Förderprogramme (BAFA, KfW)
- Rechtliche Grundlagen: SchfHwG, 1. BImSchV, Landesbauordnungen, Kehr- und Überprüfungsordnung
Soft Skills
- Schwindelfreiheit und körperliche Fitness — Arbeit auf Dächern und in engen Schächten
- Kundenorientierung: Hauseigentümer freundlich und kompetent beraten
- Zuverlässigkeit und Sorgfalt bei sicherheitsrelevanten Prüfungen
- Selbstständiges Arbeiten: allein beim Kunden, eigenverantwortliche Terminplanung
- Kommunikationsstärke: Brandschutzmängel verständlich erklären und durchsetzen
Arbeitsumfeld: Außendienst: Arbeit bei Kunden auf Dächern, in Heizungskellern und an Feuerungsanlagen — bei jedem Wetter. Körperlich anspruchsvoll: Treppen steigen, Leitern benutzen, in engen Schächten arbeiten. Typische Arbeitszeiten: Montag–Freitag, 7:00–16:00 Uhr, gelegentlich samstags. Als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger: selbstständige Tätigkeit mit eigenem Kehrbezirk, Büroarbeit für Dokumentation und Behördenkommunikation.
Arbeitsmarkt-Lage: Schornsteinfeger
Der Fachkräftemangel im Schornsteinfegerhandwerk ist spürbar. Die Ausbildungszahlen sinken, während der Bedarf durch die Energiewende (neue Heizungsanlagen, Wärmepumpen, Pelletheizungen) und verschärfte Umweltauflagen steigt. Seit der Marktöffnung 2013 können Hauseigentümer Kehr- und Messarbeiten frei vergeben — das schafft zusätzliche Nachfrage nach qualifizierten Schornsteinfegern. Bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger-Stellen werden ausgeschrieben und sind heiß begehrt.
Top-Regionen
Bayern hat die meisten Kehrbezirke und die höchste Dichte an Schornsteinfegerbetrieben. Baden-Württemberg und Hessen bieten überdurchschnittliche Vergütung. In ländlichen Regionen ist die Nachfrage besonders hoch — Ölheizungen und Holzöfen sind verbreitet und müssen regelmäßig geprüft werden. In der Schweiz (Kaminfeger) gelten kantonal unterschiedliche Regelungen mit teils deutlich höheren Gehältern.
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Häufige Fragen zum Beruf Schornsteinfeger
Wie ist die Arbeitsmarktlage für Schornsteinfeger?
Die Arbeitsmarktlage ist ausgezeichnet. Qualifizierte Schornsteinfegergesellen werden dringend gesucht — sowohl von bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegern als auch von freien Schornsteinfegerbetrieben. Die Energiewende und verschärfte Umweltauflagen treiben die Nachfrage. Die Ausbildungszahlen sinken, was den Fachkräftemangel verschärft.
Welches Gehalt kann ich als Schornsteinfeger erwarten?
Berufseinsteiger (Geselle): ca. 30.000–35.000 Euro brutto/Jahr. Erfahrene Gesellen: 35.000–42.000 Euro. Bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger (selbstständig): 50.000–80.000 Euro (je nach Bezirksgröße und Zusatzleistungen). In der Schweiz liegen die Gehälter 40–60 % höher. Der Tarifvertrag für das Schornsteinfegerhandwerk regelt Mindestgehälter.
Was ist ein bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger?
Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger (bBSF) wird von der zuständigen Behörde für einen Kehrbezirk bestellt (für 7 Jahre, wiederholt bestellbar). Er hat hoheitliche Aufgaben: Feuerstättenschau, Führung des Kehrbuchs, Mängelberichte an die Behörde. Die Bestellung erfolgt nach öffentlicher Ausschreibung — Voraussetzung: Meisterbrief und Berufserfahrung.
Brauche ich den Meisterbrief als Schornsteinfeger?
Für die Bestellung als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger: Ja, der Meisterbrief ist Pflicht (SchfHwG). Für die Tätigkeit als angestellter Geselle oder als freier Schornsteinfeger: Nein, der Meisterbrief ist nicht zwingend, aber er qualifiziert für die Lehrlingsausbildung und die Bezirksschornsteinfeger-Bewerbung. Seit 2013 können auch Gesellen Kehr- und Messarbeiten frei anbieten.
Hat die Energiewende Auswirkungen auf den Beruf?
Ja — und zwar positive. Die Energiewende bringt neue Heizungssysteme (Wärmepumpen, Pelletheizungen, Biomasse), neue Prüfpflichten und einen wachsenden Bedarf an Energieberatung. Schornsteinfeger, die sich als Energieberater qualifizieren, erschließen zusätzliche Einnahmequellen. Das Tätigkeitsspektrum wird breiter und technisch anspruchsvoller.
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