Recht & Compliance

Notar Jobs finden — direkt beim Arbeitgeber

Du suchst nach Notarstellen und findest kaum Ausschreibungen — das liegt in der Natur des Berufs: Notarstellen werden staatlich vergeben, und die Anzahl ist streng begrenzt. Positionen als Notarassessor, Notarvertreter oder in Anwaltsnotar-Sozietäten werden selten auf Jobbörsen ausgeschrieben, sondern über die Notarkammern, persönliche Netzwerke oder direkt auf Kanzlei-Karriereseiten besetzt.

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Berufsprofil: Notar

Notare sind unabhängige Träger eines öffentlichen Amtes, die Rechtsgeschäfte beurkunden und damit deren Rechtswirksamkeit sicherstellen. Sie beurkunden Grundstückskaufverträge, Gesellschaftsverträge, Testamente, Eheverträge und Handelsregisteranmeldungen. Der Beruf ist in Deutschland extrem reguliert: Es gibt Nurnotare (nur notarielle Tätigkeit, vor allem in Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen, Brandenburg) und Anwaltsnotare (gleichzeitig Rechtsanwalt und Notar, in den übrigen Bundesländern). Die Bestellung zum Notar erfordert den Volljurist-Status mit hervorragenden Examensleistungen und erfolgt durch die Landesjustizverwaltung. Die Anzahl der Notarstellen ist gesetzlich begrenzt.

Top 5 Aufgaben

1Beurkundung von Grundstückskaufverträgen, Bauträgerverträgen und Grundschuldbestellungen
2Beurkundung gesellschaftsrechtlicher Vorgänge (GmbH-Gründung, Satzungsänderungen, Umwandlungen)
3Errichtung und Beurkundung von Testamenten, Erbverträgen und Erbscheinsanträgen
4Beurkundung von Ehe- und Partnerschaftsverträgen sowie Scheidungsfolgenvereinbarungen
5Beglaubigungen, Unterschriftsbeglaubigungen und Apostillen sowie Verwahrgeschäfte

Typische Branchen

Nurnotariate (Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen, Brandenburg)Anwaltsnotar-Sozietäten (Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein, Hessen u.a.)Notariate mit Immobilienschwerpunkt (Ballungsräume)Notariate mit Gesellschaftsrecht-Schwerpunkt (Wirtschaftszentren)Notarkammern und Bundesnotarkammer (Verwaltung, Prüfung)Notarvertreter und Notarassessoren (Vorstufe zur Bestellung)

Hard Skills

  • Immobilienrecht (BGB, GBO, BauGB, Bauträgervertragsrecht)
  • Gesellschaftsrecht (GmbHG, AktG, UmwG, HGB)
  • Erbrecht und Familienrecht (BGB, FamFG)
  • Beurkundungsgesetz (BeurkG) und Beurkundungsverfahren
  • Notarielle Fachanwendungen (XNotar, Notarnet, Solum) und elektronischer Rechtsverkehr

Soft Skills

  • Absolute Genauigkeit und Sorgfalt bei der Urkundserstellung
  • Neutralität und Unparteilichkeit gegenüber allen Beteiligten
  • Verständliche Kommunikation komplexer Rechtsverhältnisse gegenüber Laien
  • Diskretion und Vertrauenswürdigkeit im Umgang mit sensiblen Vermögens- und Familienverhältnissen
  • Organisationskompetenz bei hohem Beurkundungsvolumen und engen Fristen

Arbeitsumfeld: Büroarbeit im Notariat mit regelmäßigen Beurkundungsterminen. Arbeitszeiten in der Regel 40–50 Stunden/Woche, in Phasen mit hohem Transaktionsvolumen (Quartalsenden, Jahresende) auch mehr. Kein Gericht, keine Prozesse — Notare gestalten Recht, sie streiten nicht. Intensive Mandantenkontakte bei Beurkundungsterminen. Reisetätigkeit gering.

Arbeitsmarkt-Lage: Notar

Nachfrage: niedrigTrend: stabil

Die Anzahl der Notarstellen ist gesetzlich begrenzt und wird von den Landesjustizverwaltungen nach Bedarf festgelegt. Im Nurnotar-System (Bayern, Sachsen etc.) sind die Stellen extrem begehrt und die Bewerber brauchen hervorragende Examensleistungen plus Assessorenzeit. Im Anwaltsnotar-System können sich erfahrene Rechtsanwälte um eine Notarbestellung bewerben. Die Nachfrage nach Notarassessoren und qualifizierten Mitarbeitern in bestehenden Notariaten ist dagegen hoch — der Fachkräftemangel betrifft die Kanzleiebene, nicht die Amtsinhaber.

Top-Regionen

MünchenFrankfurt am MainHamburgBerlinDüsseldorf/Köln

In Ballungsräumen gibt es mehr Notarstellen aufgrund des höheren Transaktionsvolumens (Immobilien, Unternehmensgründungen). München und Frankfurt haben die höchste Dichte an notariellen Transaktionen. Hamburg und Berlin bieten Anwaltsnotarstellen in großen Sozietäten. Auf dem Land sind Notarstellen oft schwer zu besetzen — dort bestehen Chancen für Nurnotar-Assessoren.

Zertifikate für Notar: welche zählen

Im Notariat führt der einzige Weg über die staatliche Bestellung — Zertifikate spielen eine untergeordnete Rolle. Das Jurastudium plus beide Staatsexamina sind die obligatorische Grundlage. Für Anwaltsnotare kommt die Notarprüfung hinzu. Darüber hinaus gibt es Pflichtfortbildungen und spezialisierte Weiterbildungen, die die notarielle Kompetenz vertiefen.

Von 6 verbreiteten Zertifikaten für Notar gelten 3 als Türöffner — ohne sie kommst du bei vielen Stellen nicht in die engere Auswahl. Der Rest verbessert die Ausgangslage, entscheidet aber nicht.

2. Juristisches Staatsexamen (Assessorexamen)

Justizprüfungsämter der Bundesländer

Türöffner

Das 2. Staatsexamen ist die absolute Grundvoraussetzung für jede Notarkarriere. Ohne bestandenes Assessorexamen gibt es keinen Zugang zum Notarberuf. Für die Notarkarriere sind hervorragende Leistungen (mindestens vollbefriedigend, 9+ Punkte) erforderlich — die Note entscheidet über die Bestellungschancen mehr als in jedem anderen juristischen Beruf.

Kosten

ca. 300–500 EUR Prüfungsgebühren (Repetitorium separat: 1.000–5.000 EUR)

Dauer

5–7 Jahre Studium + 2 Jahre Referendariat

Voraussetzung

1. Juristisches Staatsexamen + 2-jähriges Referendariat.

Notarprüfung (Anwaltsnotar-System)

Justizprüfungsämter / Notarkammern

Türöffner

In Bundesländern mit Anwaltsnotar-System ist die Notarprüfung Voraussetzung für die Bestellung. Sie prüft notarspezifisches Wissen: Beurkundungsrecht, Grundstücksrecht, Gesellschaftsrecht, Erbrecht und Kostenrecht. Die Prüfung ist anspruchsvoll und erfordert gezielte Vorbereitung.

Kosten

ca. 500–1.000 EUR Prüfungsgebühr + Vorbereitungskurse 2.000–5.000 EUR

Dauer

6–12 Monate Vorbereitung (neben der Anwaltstätigkeit)

Voraussetzung

Volljurist + mehrjährige Anwaltstätigkeit (je nach Bundesland 3–5 Jahre). Nur in Bundesländern mit Anwaltsnotar-System.

Notarielle Fortbildung (Pflichtfortbildung)

Notarkammern, Deutsches Notarinstitut (DNotI), Deutsche Notarakademie

Türöffner

Notare sind zur laufenden Fortbildung verpflichtet (§ 14 BNotO). Die Pflichtfortbildung umfasst mindestens 15 Stunden pro Jahr. Die Deutsche Notarakademie und das DNotI bieten hochqualitative Seminare zu allen notariellen Rechtsgebieten. Für Notarassessoren sind die Fortbildungen Teil der Ausbildung.

Kosten

ca. 200–800 EUR pro Seminar (oft von der Notarkammer bezuschusst)

Dauer

Mind. 15 Stunden/Jahr (laufend)

Voraussetzung

Bestellung als Notar oder Notarassessor.

Fachanwalt für Erbrecht (für Anwaltsnotare)

Rechtsanwaltskammern / Deutsche Anwaltakademie

Klarer Vorteil

Für Anwaltsnotare mit Schwerpunkt Erbrecht ist der Fachanwaltstitel ein starkes Differenzierungsmerkmal. Er zeigt vertiefte Spezialisierung und zieht Mandate an. Die Kombination Anwaltsnotar + Fachanwalt für Erbrecht ist am Markt sehr gefragt — besonders bei vermögenden Privatpersonen und Familienunternehmen.

Kosten

ca. 2.000–5.000 EUR (Fachanwaltslehrgang)

Dauer

120 Zeitstunden Theorie + Fallliste (6–12 Monate)

Voraussetzung

Zulassung als Rechtsanwalt + 3 Jahre Berufserfahrung im Erbrecht + Nachweis besonderer Kenntnisse.

Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht (für Anwaltsnotare)

Rechtsanwaltskammern / Deutsche Anwaltakademie

Klarer Vorteil

Gesellschaftsrecht ist eines der Haupttätigkeitsfelder im Notariat. Für Anwaltsnotare zeigt der Fachanwaltstitel vertiefte Expertise in Unternehmensrecht, Umwandlungen und M&A. Die Kombination mit der notariellen Beurkundungskompetenz ist für Unternehmer und Berater besonders attraktiv.

Kosten

ca. 2.000–5.000 EUR

Dauer

120 Zeitstunden + Fallliste (6–12 Monate)

Voraussetzung

Zulassung als Rechtsanwalt + 3 Jahre Berufserfahrung im Gesellschaftsrecht.

Mediationsausbildung (zertifizierter Mediator)

Mediationsverbände, Anwaltsakademien

Nice-to-have

Notare sind von Berufs wegen neutral und unparteiisch. Eine Mediationsausbildung ergänzt diese Rolle und qualifiziert für die Vermittlung bei Erb-, Familien- und Gesellschafterstreitigkeiten. Besonders für Notare mit Schwerpunkt Erbrecht und Familienrecht eine wertvolle Zusatzkompetenz.

Kosten

ca. 3.000–6.000 EUR

Dauer

120+ Zeitstunden (in Modulen über 6–12 Monate)

Voraussetzung

Keine formale Voraussetzung.

Zeugnisse & Referenzen: was zählt

Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis

Eigenständige Durchführung von Beurkundungen (Immobilien, Gesellschaftsrecht, Erbrecht) mit Angabe des Volumens
Entwurf und Gestaltung notarieller Urkunden in komplexen Sachverhalten
Beratung der Beteiligten im Beurkundungsverfahren unter Wahrung der Neutralität
Abwicklung des Grundbuch- und Handelsregisterverkehrs
Führung und Organisation des Notariatsteams

Positive Formulierungen

"führte eigenständig Beurkundungen in allen notariellen Rechtsgebieten durch — Immobilien, Gesellschaftsrecht, Erbrecht"
"bearbeitete ein Beurkundungsvolumen von X Urkunden pro Jahr mit höchster Sorgfalt und ohne Beanstandungen"
"wurde vom Notar als Notarvertreter bestellt — Ausdruck besonderen Vertrauens in die fachliche Kompetenz"
"optimierte die Kanzleiabläufe und reduzierte die Durchlaufzeit von der Erstberatung bis zur Beurkundung um X Tage"

Red-Flag-Formulierungen

"war mit der Vorbereitung von Beurkundungsunterlagen betraut" — Zuarbeit, keine eigenständige Beurkundung
"unterstützte den Notar bei Beurkundungsterminen" — Assistenzfunktion ohne eigene Amtstätigkeit
"bemühte sich um fehlerfreie Urkunden" — Arbeitszeugnis-Code für: Urkunden enthielten Fehler
"erledigte die ihm/ihr zugewiesenen Aufgaben pflichtbewusst" — keine Eigeninitiative

Häufige Fragen zu Notar-Zertifikaten

Welche Qualifikation brauche ich zwingend für den Notarberuf?

Das 2. Juristische Staatsexamen mit hervorragenden Leistungen ist die einzige und unumgängliche Qualifikation. Im Anwaltsnotar-System kommt die Notarprüfung hinzu. Es gibt keine alternative Qualifikation, kein Zertifikat und keinen Quereinsteiger-Weg. Das Notaramt ist das am striktesten regulierte juristische Berufsbild in Deutschland.

Welche Fortbildungen sind für Notare Pflicht?

Nach § 14 BNotO sind Notare zu mindestens 15 Stunden Fortbildung pro Jahr verpflichtet. Die Inhalte müssen die notarielle Tätigkeit betreffen — Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Kostenrecht. Das Deutsche Notarinstitut (DNotI) und die Deutsche Notarakademie bieten das umfangreichste Programm.

Lohnt sich ein Fachanwaltstitel für Anwaltsnotare?

Ja, besonders Fachanwalt für Erbrecht und Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht. Die Titel signalisieren vertiefte Spezialisierung in den Kerngebieten der notariellen Tätigkeit. Für die Mandantenakquise sind sie wertvoll — vermögende Privatpersonen und Unternehmer suchen gezielt Spezialisten. Die Investition (2.000–5.000 EUR + 120 Stunden) amortisiert sich schnell.

Wie bereite ich mich auf die Notarprüfung im Anwaltsnotar-System vor?

Die Notarprüfung erfordert spezifisches Wissen in Beurkundungsrecht, Grundstücksrecht, Gesellschaftsrecht, Erbrecht und Kostenrecht. Vorbereitungskurse bieten die Deutsche Notarakademie und private Repetitorien. Die Vorbereitung neben der Anwaltstätigkeit dauert 6–12 Monate. Die Durchfallquote variiert, ist aber deutlich geringer als beim Staatsexamen.

Was kostet die Notarkarriere insgesamt?

Die direkten Kosten sind überschaubar: Staatsexamen (300–500 EUR Gebühren), Notarprüfung (500–1.000 EUR), Vorbereitungskurse (2.000–5.000 EUR). Die indirekten Kosten sind höher: 7–9 Jahre Ausbildung mit geringen Einkünften, 3 Jahre Assessorenzeit mit moderater Vergütung. Langfristig gehört der Notarberuf zu den lukrativsten juristischen Karrieren — die Investition zahlt sich über die Berufslaufbahn vielfach aus.

Dein Weg zum Notar-Job

Bewerbung als Notar: weitere Schritte

Verwandte Berufe

Diese Berufe teilen sich viele Anforderungen mit Notar — ein Blick lohnt sich, wenn du deine Suche breiter aufstellen willst.

Häufige Fragen zum Beruf Notar

Wie wird man Notar in Deutschland?

Im Nurnotar-System (Bayern, Sachsen etc.): Jurastudium + 2. Staatsexamen mit hervorragenden Noten + 3 Jahre Notarassessorenzeit + Bestellung durch die Landesjustizverwaltung. Im Anwaltsnotar-System: 2. Staatsexamen + mehrjährige Rechtsanwaltstätigkeit + Notarprüfung oder Bewerbung um eine Notarstelle. Beide Wege erfordern den Volljurist-Status und exzellente Leistungen.

Was ist der Unterschied zwischen Nurnotar und Anwaltsnotar?

Nurnotare üben ausschließlich das Notaramt aus — sie haben keine Rechtsanwaltskanzlei. Sie gibt es in Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Anwaltsnotare sind gleichzeitig Rechtsanwälte und Notare — sie führen eine Kanzlei und ein Notariat. Das Anwaltsnotar-System gilt in den übrigen Bundesländern. Beide haben identische Beurkundungsbefugnis.

Welches Gehalt verdient ein Notar?

Notare sind keine Angestellten — sie sind Freiberufler mit Gebühreneinnahmen nach dem GNotKG. Das Einkommen variiert stark: In ländlichen Gebieten 100.000–200.000 EUR brutto/Jahr, in Ballungsräumen mit hohem Transaktionsvolumen 200.000–500.000 EUR und mehr. Notarassessoren erhalten eine Vergütung von ca. 3.500–5.000 EUR brutto/Monat.

Wie viele Notarstellen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es ca. 7.000 Notarstellen — die Zahl ist seit Jahren leicht rückläufig durch Zusammenlegungen. Die Stellen sind nach dem Bedarf der Bevölkerung verteilt. In Ballungsräumen gibt es mehr Notare pro Einwohner als auf dem Land. Die genaue Zahl wird von den Landesjustizverwaltungen festgelegt und regelmäßig angepasst.

Ist die Notarkarriere für Juristen attraktiv?

Ja, aber extrem selektiv. Die Vorteile: hohes Einkommen, Freiberuflichkeit, gesellschaftliches Ansehen, kein Prozessrisiko. Die Nachteile: extrem hohe Eintrittsbarrieren (hervorragende Examensleistungen erforderlich), lange Wartezeiten bis zur Bestellung, hohe Verantwortung (persönliche Haftung für Beurkundungsfehler). Für Juristen mit Top-Examen ist der Notarberuf eine der lukrativsten Karriereoptionen.

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