Zertifizierungen im Überblick
Immobilienfachwirt/-in (IHK)
IHK (Prüfung) | Lehrgangsanbieter: Europäische Immobilienakademie (EIA), IHK-Bildungszentren, diverse private Anbieter
Die stärkste formale Qualifikation im Immobilienbereich unterhalb des Studiums — DQR-Stufe 6 (Bachelor-Niveau). Deckt Immobilienbewertung, Maklerrecht, Bautechnik, Finanzierung und Immobilienmanagement ab. Wird von seriösen Maklerhäusern als Nachweis echter Fachkompetenz geschätzt.
3.000–6.000 EUR (Lehrgang) + ca. 400 EUR IHK-Prüfungsgebühr | Aufstiegs-BAföG: bis zu 75 % Förderung
12–24 Monate berufsbegleitend
Immobilienkaufmann-Ausbildung + 1 Jahr Berufserfahrung ODER 5 Jahre Berufserfahrung in der Immobilienbranche.
IHK-Sachkundeprüfung Immobiliendarlehensvermittlung (§34i GewO)
IHK (Prüfung) | Vorbereitungskurse: diverse Bildungsträger
Gesetzlich vorgeschriebene Sachkunde für jeden, der Immobilienkredite vermittelt (seit 2016). Für Makler, die ihren Kunden auch Finanzierungslösungen anbieten wollen, unverzichtbar. Erweitert dein Geschäftsmodell und steigert den Provisionsumsatz.
ca. 1.000–2.500 EUR (Vorbereitungskurs + IHK-Prüfungsgebühr ca. 200 EUR)
4–8 Wochen Vorbereitung + Prüfung
Keine formale Voraussetzung für die Prüfung.
Geprüfte/r Immobilienmakler/in (IHK-Zertifikat)
IHK-Bildungszentren (z. B. IHK München, IHK Frankfurt)
Kompakter Zertifikatslehrgang speziell für Makler. Deckt Immobilienrecht, Bewertung, Akquise, Marketing und Vertragsrecht ab. Erfüllt gleichzeitig die Weiterbildungspflicht nach §34c. Ideal für Quereinsteiger, die schnell eine formale Qualifikation brauchen.
ca. 1.500–3.000 EUR
2–4 Wochen (Vollzeit) oder 2–3 Monate (berufsbegleitend)
Keine formale Voraussetzung. Gewerbeerlaubnis §34c empfohlen.
EIA-Zertifikat (Europäische Immobilienakademie)
Europäische Immobilienakademie (EIA), Saarbrücken/Berlin
Renommiertes Zertifikat der ältesten Immobilienakademie Deutschlands. Bietet spezialisierte Lehrgänge für Immobilienmakler, Immobilienbewerter und Wohnimmobilienverwalter. Im Markt als Qualitätssiegel anerkannt — besonders bei größeren Maklerhäusern und Eigentümern.
ca. 2.000–5.000 EUR (je nach Lehrgang)
3–12 Monate berufsbegleitend
Keine formale Voraussetzung. Branchenerfahrung empfohlen.
Sachverständige/r für Immobilienbewertung (IHK/HypZert/RICS)
Sprengnetter Akademie, HypZert GmbH, RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors)
Qualifiziert für professionelle Immobilienbewertungen und Gutachten. Für Makler kein Muss, aber ein starkes Alleinstellungsmerkmal: Wer Objekte professionell bewerten kann, gewinnt leichter Verkaufsaufträge und wird als Experte wahrgenommen. HypZert ist besonders im Bankensektor anerkannt.
Sprengnetter: ca. 3.000–6.000 EUR. HypZert: ca. 5.000–8.000 EUR. RICS AssocRICS: ca. 4.000–7.000 EUR.
6–18 Monate berufsbegleitend
Je nach Zertifizierung: Immobilienausbildung oder -studium + Berufserfahrung. HypZert erfordert mindestens 3 Jahre Bewertungserfahrung.
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Immobilienmakler zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Immobilienmakler-Zertifikaten
Welche Weiterbildung lohnt sich für Immobilienmakler am meisten?
Für die beste formale Qualifikation: Immobilienfachwirt (IHK) — DQR-Stufe 6, branchenweit anerkannt, per Aufstiegs-BAföG förderfähig. Für schnellen Einstieg: Geprüfter Immobilienmakler (IHK-Zertifikat). Für die Erweiterung des Geschäftsmodells: §34i-Sachkunde (Finanzierungsvermittlung). Alle drei verbessern deine Marktposition deutlich.
Muss ich als Makler Weiterbildung nachweisen?
Ja — seit 2018 gilt die Weiterbildungspflicht nach §34c Abs. 2a GewO: 20 Stunden innerhalb von 3 Jahren. Das gilt für Makler und deren angestellte Mitarbeiter. Anerkannt werden IHK-Lehrgänge, Fachseminare und Online-Kurse von zertifizierten Anbietern. Die Nachweispflicht wird stichprobenartig vom Gewerbeamt geprüft.
Brauche ich ein Immobilienstudium, um Makler zu werden?
Nein — ein Studium ist nicht vorgeschrieben und auch nicht der typische Weg in den Maklerberuf. Der Immobilienfachwirt (IHK) wird in der Praxis oft gleichwertig geschätzt. Für Quereinsteiger reichen die §34c-Erlaubnis plus IHK-Zertifikatslehrgänge plus Vertriebskompetenz.
Was kostet der Immobilienfachwirt und gibt es Förderung?
Die Lehrgangskosten liegen bei 3.000–6.000 EUR plus ca. 400 EUR IHK-Prüfungsgebühr. Das Aufstiegs-BAföG übernimmt bis zu 75 % der Kosten — unabhängig vom Einkommen. Manche Arbeitgeber beteiligen sich zusätzlich an den Kosten, wenn du dich während der Tätigkeit weiterbildest.
Ist eine Sachverständigen-Zertifizierung für Makler sinnvoll?
Als Differenzierungsmerkmal ja — formale Gutachten sind nicht die Kernaufgabe eines Maklers, aber die Bewertungskompetenz gewinnt Eigentümervertrauen. Für die Akquise ist es Gold wert, wenn du eine professionelle Bewertung anbieten kannst. HypZert und Sprengnetter sind die angesehensten Anbieter. Die Investition (5.000–8.000 EUR) lohnt sich ab einem gewissen Erfahrungslevel.
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