Recruiter-Wissen

Anschreiben erstellen lassen — Lohnt sich das wirklich?

Professionell schreiben lassen oder selbst machen? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Hier erfährst du, wann sich was lohnt.

Die Geschichte

Vor ein paar Monaten kam ein Kandidat zu mir ins Coaching. Er war wirklich motiviert und hatte schon eine ganze Reihe von Bewerbungen rausgeschickt, aber leider ohne Erfolg. Er war frustriert, weil er nicht verstand, warum es nicht klappte. Als ich ihn fragte, wie er seine Anschreiben erstellt hat, erzählte er mir, er hätte dafür einen professionellen Bewerbungsservice beauftragt. 200 Euro hatte er dafür ausgegeben, in der Hoffnung, damit endlich Türen zu öffnen.

Ich hab mir das Anschreiben dann angesehen. Und ja, ich muss zugeben: Es war technisch einwandfrei. Fehlerfrei formuliert, perfekt aufgebaut, alle gängigen Floskeln und Bausteine waren drin – eben wie aus dem Lehrbuch. Da gab es grammatikalisch oder formal nichts auszusetzen. Aber genau das war das Problem. Es klang absolut generisch, glattgebügelt und, ehrlich gesagt, nicht nach dem Kandidaten selbst. Es hätte von jedem kommen können, der sich auf diese Stelle bewirbt.

Das Entscheidende dabei ist doch: Wenn du das im Anschreiben versprichst oder betonst – deine Motivation, deine speziellen Fähigkeiten, deine Persönlichkeit – dann musst du das auch in einem möglichen Vorstellungsgespräch aus dem Effeff vertreten können. Ich hab den Kandidaten gefragt: „Könntest du jeden einzelnen Satz hier so spontan sagen und mit Leben füllen?“ Er zögerte. Und genau da liegt der Hund begraben. Wenn du die Worte nicht zu deinen eigenen machst, wenn du sie nicht wirklich fühlst, dann fliegt das im Gespräch auf. Als Geschäftsführer habe ich oft genug genau das erlebt, dass jemand im Gespräch einfach nicht zu seinem Anschreiben passte.

Als Headhunter sehe ich täglich hunderte Profile und Anschreiben. Meine Auftraggeber suchen keine Robotik-Texte, sondern Menschen mit Ecken und Kanten, mit einer echten Geschichte und Motivation. Was der Kandidat hier erlebt hatte, war Ghostwriting. Jemand hatte *für* ihn geschrieben. Im Coaching geht es aber darum, dich selbst zu befähigen, deine Stärken und deine Motivation auf den Punkt zu bringen. Das beste Anschreiben ist immer das, das du selbst verstehst, das deine Persönlichkeit widerspiegelt und das du vor allem zu 100 Prozent vertreten kannst – auch wenn es vielleicht nicht jedes Komma perfekt sitzt.

Was Recruiter wissen — und du jetzt auch

Authentizität schlägt Perfektion

Als ich selbst noch eingestellt habe, war mir ein ehrliches, vielleicht nicht perfektes, aber authentisches Anschreiben immer lieber als ein fehlerfreier Text, der generisch klingt. Ich will wissen, wer du bist, nicht, welche Floskeln ein externer Dienstleister beherrscht. Deine Persönlichkeit muss durchscheinen, sonst bist du nur einer von vielen.

Ghostwriting vs. echtes Coaching

Viele Services bieten an, *für* dich zu schreiben. Das ist Ghostwriting. Ein guter Coach hingegen hilft dir, *selbst* deine Stärken zu erkennen, deine Geschichten zu strukturieren und deine Gedanken so zu formulieren, dass sie überzeugen. Der Unterschied ist, ob du einen Fisch geschenkt bekommst oder lernst, selbst zu angeln.

Was bei Profis zählt

Wenn du professionelle Hilfe suchst, achte darauf, dass der Dienstleister dich intensiv befragt und deine Antworten nicht nur umschreibt, sondern gemeinsam mit dir eine Strategie entwickelt. Es geht darum, deine individuelle Note herauszuarbeiten und zu betonen, nicht darum, eine Schablone zu befüllen. Sonst zahlst du für ein Upgrade, das am Ende ein Downgrade ist, weil du nicht mehr dahinterstehen kannst.

Vorsicht vor 'perfekten' KI-Texten

KI-Tools können dir bei der Formulierung und Struktur helfen. Aber sie können deine persönliche Note, deine Erfahrungen und deine Motivation nicht spüren. Wenn du blind einen von KI generierten Text übernimmst, klingt das oft glatt, aber hohl. Nutze KI als Ideengeber, aber mach es immer zu deinem eigenen Text, der nach dir klingt.

Die Realität

Die Wahrheit ist: Die meisten Geschäftsführer und Recruiter erkennen generische Anschreiben sofort. Uns interessiert nicht die perfekte Grammatik, sondern deine Eignung, deine Motivation und ob du zur Unternehmenskultur passt. Ein 'perfektes' Anschreiben, das nicht nach dir klingt, ist oft schlechter als ein selbst geschriebenes, das vielleicht ein paar kleine Macken hat, aber ehrlich ist. Du bewirbst dich als Mensch, nicht als Textgenerator.

Jetzt dein Anschreiben erstellen

Du hast jetzt das Wissen. Elinora macht daraus dein individuelles Anschreiben — auf die Stelle zugeschnitten, mit Recruiter-Methodik, ATS-optimiert.

Anschreiben erstellen

Kostenlose PDF-Vorschau · DOCX für 2,90 €

Häufig gestellte Fragen

Kann ich nicht einfach ein KI-Tool mein Anschreiben schreiben lassen?
Klar, KI-Tools können dir beim Brainstorming oder bei der Formulierung helfen. Aber sei vorsichtig: Ein von KI generiertes Anschreiben ist selten wirklich persönlich und authentisch. Nutze es als Werkzeug, um Ideen zu sammeln oder Formulierungen zu verfeinern, aber schreibe den Kern und die persönliche Note immer selbst. Dein Gegenüber will wissen, mit wem er es zu tun hat, nicht mit welchem Algorithmus.
Lohnen sich die Kosten für einen Bewerbungsservice, wenn ich es selbst nicht gut kann?
Das kommt stark darauf an, was der Service leistet. Wenn er dir nur ein fertiges Anschreiben liefert, das nach Schema F gestrickt ist, spar dir das Geld. Wenn der Service dich aber intensiv coached, dir hilft, deine Stärken zu identifizieren und sie selbst zu formulieren, dann kann das eine sinnvolle Investition sein. Es geht darum, dass du am Ende selbst weißt, wie du dich und deine Fähigkeiten überzeugend präsentierst.
Worauf achten Sie als Headhunter bei einem Anschreiben besonders?
Für mich ist entscheidend, ob ich deine Motivation spüre und ob du verstanden hast, worum es in der Position und im Unternehmen geht. Ich suche nach dem 'Warum': Warum gerade diese Stelle? Warum dieses Unternehmen? Und was bringst du mit, das über die reinen Anforderungen hinausgeht? Ein 'Ich bin hochmotiviert' ohne Beleg ist wertlos. Zeig mir anhand konkreter Beispiele, dass du es wirklich bist.
Mein Anschreiben ist vielleicht nicht perfekt, aber ich habe es selbst geschrieben. Ist das schlimm?
Ganz im Gegenteil! Ein selbst geschriebenes Anschreiben, auch wenn es nicht hundertprozentig perfekt ist, wirkt viel authentischer und glaubwürdiger. Es zeigt Initiative und Persönlichkeit. Ich als Headhunter oder mein Auftraggeber als Geschäftsführer schauen lieber über ein paar kleine Fehler hinweg, wenn der Inhalt überzeugt und nach dir klingt, als ein glattgebügeltes Anschreiben zu bekommen, das wie eine Marketingbroschüre klingt.
Wie finde ich einen guten Coach, der mir wirklich hilft, anstatt nur zu schreiben?
Frag nach der Arbeitsweise! Ein guter Coach wird dich nicht fragen 'Was soll ich schreiben?', sondern 'Was ist dir wichtig?', 'Welche Erfahrungen sind für diese Stelle relevant?', 'Was motiviert dich wirklich?'. Er wird dich durch Fragen leiten, dir Feedback geben und dir helfen, deine eigenen Formulierungen zu finden. Achte darauf, dass du am Ende selbst der Autor bist und dich in jedem Satz wiederfindest.

Die Inhalte dieser Seite wurden mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.