Quereinstieg

Quereinstieg als Steuerfachangestellte/r: So realistisch ist es

Der Quereinstieg als Steuerfachangestellte/r ist machbar, aber anspruchsvoller als bei vielen anderen kaufmännischen Berufen. Die Ausbildung wird von der Steuerberaterkammer (StBK) geregelt und umfasst fundiertes Steuerrecht, das sich nicht allein durch Berufserfahrung aneignen lässt. Die Umschulung dauert 2 Jahre und erfordert Affinität zu Zahlen und Recht. Erleichtert wird der Einstieg durch den akuten Fachkräftemangel — viele Kanzleien sind bereit, Quereinsteiger einzuarbeiten.

Machbarkeit des Quereinstiegs

Machbar mit Aufwand

Die Steuerberaterkammer regelt die Ausbildung — steuerrechtliches Fachwissen ist unverzichtbar. Die Umschulung (2 Jahre) wird per Bildungsgutschein gefördert. Der akute Fachkräftemangel erhöht die Chancen für motivierte Quereinsteiger.

Klassischer Werdegang

Ausbildung / Studium

Duale Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten (Steuerberaterkammer)

Typische Dauer

3 Jahre (Verkürzung auf 2–2,5 Jahre bei Abitur oder Vorqualifikation möglich)

Alternative Ausbildung

Umschulung zum/zur Steuerfachangestellten (2 Jahre, bei Bildungsträgern wie Steuer-Fachschule Endriss, KNOLL, DAA; förderfähig per Bildungsgutschein)

Welche Zertifizierungen für den Einstieg ins Projektmanagement besonders wertvoll sind, erfährst du in unserer Übersicht der Steuerfachangestellte/r-Zertifikate.

Quereinstiegs-Pfade

Kaufmann für Büromanagement / Industriekaufmann mit Buchhaltungserfahrung

18–24 Monate

Was du mitbringst

  • Grundlagen der Buchführung und Rechnungswesen
  • DATEV-Grundkenntnisse oder vergleichbare Buchhaltungssoftware
  • Sorgfältige und fristgerechte Sachbearbeitung
  • Dokumentenmanagement und Korrespondenz

Was dir fehlt

Steuerrecht (EStG, UStG, KStG, AO), Jahresabschlusserstellung nach HGB, Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht, DATEV auf Kanzleiniveau

So schließt du die Lücke

Umschulung zum/zur Steuerfachangestellten (2 Jahre, förderfähig per Bildungsgutschein). Die kaufmännischen Grundlagen verkürzen die Einarbeitung erheblich. Alternativ: Direkteinstieg in einer Kanzlei als Buchhaltungskraft und berufsbegleitende Vorbereitung auf die StBK-Prüfung.

Bankkaufmann/-frau

12–24 Monate

Was du mitbringst

  • Finanzmathematische Grundlagen und Rechnungswesen
  • Regulatorisches Arbeiten (GwG, KWG — Parallelen zum Steuerrecht)
  • Genauigkeit und Fristenbewusstsein
  • Kundenberatung zu Finanzthemen

Was dir fehlt

Steuerrecht, Jahresabschlusstechnik, Lohnbuchhaltung, DATEV-Kenntnisse auf Kanzleiniveau

So schließt du die Lücke

Umschulung zum/zur Steuerfachangestellten (2 Jahre). Bankkaufleute bringen eine starke Zahlenbasis mit, die den Einstieg erleichtert. Einige Kanzleien stellen Bankkaufleute auch direkt ein und schulen steuerrechtlich nach — besonders in der Finanzbuchhaltung.

Quereinsteiger ohne kaufmännische Ausbildung (z. B. Verwaltung, Handwerk, Dienstleistung)

24 Monate

Was du mitbringst

  • Organisationsgeschick und strukturiertes Arbeiten
  • Grundlegende Rechenfähigkeit und Zahlenverständnis
  • Sorgfalt und Genauigkeit aus dem bisherigen Beruf
  • Kommunikation mit Behörden und Institutionen

Was dir fehlt

Gesamte steuerrechtliche und kaufmännische Ausbildung: Buchführung, Steuerrecht, Jahresabschluss, Lohnbuchhaltung, DATEV, HGB

So schließt du die Lücke

Vollzeit-Umschulung zum/zur Steuerfachangestellten bei einem Bildungsträger (z. B. Steuer-Fachschule Endriss, KNOLL, DAA). 2 Jahre inklusive Praktikum in einer Steuerkanzlei, abgeschlossen mit StBK-Prüfung. Förderfähig per Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit.

Studienabbrecher Jura, BWL oder Wirtschaftsrecht

18–24 Monate

Was du mitbringst

  • Rechtliches Denken und Gesetzesauslegung (besonders bei Jura)
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen (bei BWL)
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Recherchekompetenz
  • Verständnis für komplexe Sachverhalte und Fachtexte

Was dir fehlt

Praxiswissen in Steuererklärung, Buchhaltung und DATEV; formaler StBK-Abschluss als Qualifikation

So schließt du die Lücke

Verkürzte Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten (2–2,5 Jahre, oft verkürzbar bei Vorwissen). Steuerberaterkanzleien schätzen Studienabbrecher mit Jura- oder BWL-Hintergrund besonders. Alternativ: Umschulung (2 Jahre) mit anschließender Möglichkeit, über Steuerfachwirt zum Steuerberater aufzusteigen.

Du fragst dich, ob du die Anforderungen in Stellenanzeigen erfüllst? Unser Guide Steuerfachangestellte/r-Stellenanzeigen richtig lesen zeigt dir, welche Anforderungen wirklich zählen — und welche Wunschliste sind.

"Vergleichbare Qualifikation" — was heißt das?

Bei Steuerfachangestellten-Stellen bedeutet "abgeschlossene Ausbildung als Steuerfachangestellte/r oder vergleichbare Qualifikation" in der Praxis: Der StBK-Abschluss ist der Idealfall, aber Bilanzbuchhalter (IHK), Lohnbuchhalter und Buchhalter mit DATEV-Erfahrung werden akzeptiert — besonders wenn sie steuerrechtliches Grundwissen mitbringen.

Bilanzbuchhalter (IHK) = gleichwertig und teils höher bewertet, besonders für Jahresabschluss-Positionen
Kaufmann für Büromanagement + 3 Jahre Buchhaltungserfahrung in einer Kanzlei + DATEV-Kenntnisse = akzeptiert bei vielen kleinen Kanzleien
Lohnbuchhalter mit Zertifikat + DATEV LODAS/Lohn und Gehalt = gleichwertig für reine Lohnbuchhaltungsstellen

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Häufige Fragen zum Quereinstieg als Steuerfachangestellte/r

Kann ich ohne Steuerausbildung in einer Kanzlei arbeiten?

Ja — viele Kanzleien stellen aufgrund des Fachkräftemangels auch Quereinsteiger mit Buchhaltungserfahrung ein, besonders für Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung. Für die volle Palette der Steuerfachangestellten-Tätigkeiten (Steuererklärungen, Jahresabschlüsse) ist die Umschulung aber der sicherste Weg.

Wie lange dauert die Umschulung zur Steuerfachangestellten?

Die Umschulung dauert 2 Jahre in Vollzeit, inklusive Praktikum in einer Steuerkanzlei und Abschlussprüfung bei der Steuerberaterkammer. Anbieter sind u. a. Steuer-Fachschule Endriss, KNOLL und DAA. Die Kosten werden per Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit übernommen.

Was verdient ein Quereinsteiger in einer Steuerkanzlei?

Ohne StBK-Abschluss starten Quereinsteiger bei 26.000–32.000 EUR brutto/Jahr (Buchhaltungshilfe, Lohnbuchhaltung). Nach der Umschulung liegen die Einstiegsgehälter bei 28.000–34.000 EUR — mit schneller Steigerung aufgrund des Fachkräftemangels. Erfahrene Steuerfachangestellte verdienen 36.000–44.000 EUR.

Welche Vorkenntnisse erleichtern den Quereinstieg am meisten?

DATEV-Kenntnisse sind der größte Vorteil — DATEV ist das Standard-Tool in über 90 % der Steuerkanzleien. Buchhaltungserfahrung (auch vorbereitende Buchhaltung) und Grundkenntnisse im Steuerrecht (z. B. aus einem BWL-Studium) erleichtern den Einstieg erheblich. Zahlenaffinität und Sorgfalt sind unverzichtbare Soft Skills.

Kann ich als Steuerfachangestellte/r später Steuerberater werden?

Ja — das ist einer der attraktivsten Karrierewege im kaufmännischen Bereich. Steuerfachangestellte können nach 10 Jahren Berufserfahrung (oder 7 Jahre + Steuerfachwirt) zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden — ohne Studium. Der Steuerfachwirt (IHK) ist der empfohlene Zwischenschritt.

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