Zertifizierungen im Überblick
Steuerberaterprüfung
Steuerberaterkammer des jeweiligen Bundeslandes
Ohne bestandene Prüfung keine Berufsbezeichnung, keine eigenverantwortliche Steuerberatung, keine Kanzleigründung. Das ist nicht "Türöffner" im übertragenen Sinne — es ist gesetzliche Pflicht (§36 StBerG). Alles andere baut darauf auf.
Prüfungsgebühr ca. 1.000–1.500 EUR (je nach Kammer) + Vorbereitungskurs 3.000–8.000 EUR + ggf. Verdienstausfall bei Freistellung. Gesamtinvestition realistisch: 5.000–15.000 EUR
12–18 Monate Vorbereitung berufsbegleitend oder 3–6 Monate Vollzeit. Prüfung: drei schriftliche Klausuren (je 6 Stunden, Oktober) + mündliche Prüfung (Februar/März)
Hochschulstudium (wirtschafts-/rechtswissenschaftlich) + 2–3 Jahre Berufserfahrung im Steuerbereich ODER Steuerfachwirt/Bilanzbuchhalter + 7 Jahre ODER Steuerfachangestellter + 10 Jahre (§36 StBerG)
Steuerfachwirt (IHK)
Industrie- und Handelskammer (IHK)
Für Steuerfachangestellte ist der Steuerfachwirt der wichtigste Karriereschritt auf dem Weg zum Steuerberater: Er verkürzt die nötige Berufserfahrung für die Prüfungszulassung von 10 auf 7 Jahre. Gleichzeitig vertieft er steuerrechtliches Wissen auf einem Niveau, das die Prüfungsvorbereitung erleichtert.
ca. 3.000–5.000 EUR (Lehrgang) + ca. 400 EUR Prüfungsgebühr
ca. 15–24 Monate berufsbegleitend (Abend- oder Wochenendkurse)
Abgeschlossene Ausbildung als Steuerfachangestellter + mindestens 3 Jahre Berufserfahrung im Steuerbereich
Fachberater für Internationales Steuerrecht
Deutscher Steuerberaterverband (DStV)
Qualifiziert dich für Mandate mit Auslandsbezug: Verrechnungspreise, Doppelbesteuerungsabkommen, Hinzurechnungsbesteuerung. In Großkanzleien und bei international tätigen Mandanten ein echtes Differenzierungsmerkmal.
ca. 3.500–5.000 EUR (Lehrgang + Prüfung)
ca. 6–12 Monate berufsbegleitend (120+ Unterrichtseinheiten)
Bestandene Steuerberaterprüfung und Bestellung als Steuerberater
Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV)
Deutscher Steuerberaterverband (DStV)
Die Nachfolgewelle im deutschen Mittelstand macht diesen Titel hochrelevant. Hunderttausende Unternehmer suchen Nachfolger — und brauchen Steuerberater, die Erbschaft-, Schenkung- und Umwandlungssteuerrecht beherrschen. Starkes Akquisepotenzial.
ca. 3.500–5.000 EUR (Lehrgang + Prüfung)
ca. 6–12 Monate berufsbegleitend (120+ Unterrichtseinheiten)
Bestandene Steuerberaterprüfung und Bestellung als Steuerberater
DATEV-Zertifizierungen (z. B. DATEV-Führerschein, Spezialistenzertifikate)
DATEV eG
DATEV ist in 90 % der deutschen Kanzleien Standard. Die Zertifizierungen weisen nach, dass du über Grundkenntnisse hinaus die Software effizient nutzt — besonders relevant, wenn du aus einer Nicht-DATEV-Umgebung kommst oder dich auf digitale Kanzleiprozesse spezialisierst.
ca. 200–800 EUR pro Zertifikat (je nach Umfang und Modul)
1–5 Tage pro Zertifikat (Präsenz oder Online-Schulung)
Keine formale Voraussetzung, DATEV-Zugang empfohlen
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Steuerberater zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Steuerberater-Zertifikaten
Welche Zertifikate brauche ich als Steuerberater neben dem Examen?
Das Examen ist Pflicht — alles andere ist Kür. Die wertvollsten Zusatzqualifikationen sind die Fachberater-Titel des DStV (Internationales Steuerrecht, Unternehmensnachfolge), weil sie dich für lukrative Spezialmandate qualifizieren. DATEV-Zertifizierungen sind hilfreich, wenn du deine digitalen Kanzleikompetenzen nachweisen willst.
Was kostet die Steuerberaterprüfung insgesamt?
Realistisch 5.000–15.000 EUR gesamt: Prüfungsgebühr ca. 1.000–1.500 EUR plus Vorbereitungskurs 3.000–8.000 EUR plus Lehrmaterialien und ggf. Verdienstausfall. Viele Kanzleien beteiligen sich an den Kosten oder gewähren bezahlte Freistellung — frag aktiv danach, bevor du selbst investierst.
Lohnt sich der Fachberater-Titel für Internationales Steuerrecht?
Ja, wenn du mit international tätigen Mandanten arbeiten willst oder in eine Großkanzlei möchtest. Verrechnungspreise und DBA-Beratung sind ein wachsendes Feld mit hohen Honoraren. In einer kleinen Kanzlei mit rein regionalen Mandanten ist er weniger relevant — investiere dann besser in den Fachberater für Unternehmensnachfolge.
Ist der Steuerfachwirt sinnvoll, wenn ich ohnehin Steuerberater werden will?
Ja — aus zwei Gründen: Erstens verkürzt er die nötige Berufserfahrung für die Prüfungszulassung von 10 auf 7 Jahre. Zweitens bereitet er inhaltlich auf die Steuerberaterprüfung vor. Viele erfolgreiche Steuerberater ohne Studium sind diesen Weg gegangen: Steuerfachangestellter, dann Steuerfachwirt, dann Steuerberater.
Welche Fortbildungspflicht haben Steuerberater?
Steuerberater unterliegen der Fortbildungspflicht nach §57 Abs. 2a StBerG: mindestens 40 Stunden pro Jahr. Die Steuerberaterkammern bieten Seminare an, ebenso der DStV und private Anbieter. Die Fortbildung muss dokumentiert werden. Verstöße können berufsrechtliche Konsequenzen haben — die Kammern prüfen das zunehmend.
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