Zertifizierungen im Überblick
Erste Juristische Prüfung (1. Staatsexamen)
Landesjustizprüfungsämter (staatlicher Teil) + Universitäten (universitärer Schwerpunktbereich)
Erste der zwei zwingenden Prüfungen für die Befähigung zum Richteramt — und damit auch für das Staatsanwaltsamt. Ohne bestandenes 1. Staatsexamen kein Referendariat. Der Schwerpunktbereich Strafrecht ist für angehende Staatsanwälte empfehlenswert, aber nicht zwingend.
Studium: Semesterbeitrag ca. 200-400 Euro/Semester | Repetitorium: 1.500-3.000 Euro
4,5-5,5 Jahre (Regelstudienzeit 9 Semester + Examensvorbereitung)
Allgemeine Hochschulreife (Abitur), Immatrikulation an einer juristischen Fakultät
Zweite Juristische Staatsprüfung (2. Staatsexamen)
Landesjustizprüfungsämter
Das 2. Staatsexamen verleiht die Befähigung zum Richteramt und ist das entscheidende Einstellungskriterium. Für die Staatsanwaltschaft wird in den meisten Bundesländern ein Prädikatsexamen (mindestens 9 Punkte) verlangt. Die Note des 2. Examens ist wichtiger als die des 1. Examens.
Referendariat: Unterhaltsbeihilfe ca. 1.200-1.500 Euro netto/Monat | Repetitorium: 1.500-3.000 Euro
2 Jahre Referendariat mit Pflicht- und Wahlstationen
Bestandenes 1. Staatsexamen, Zulassung zum Referendariat
LL.M. in Strafrecht oder Wirtschaftsstrafrecht
Universität Freiburg (LL.M. Strafrechtspflege), FU Berlin (LL.M. Strafrecht), internationale Law Schools
Ein spezialisierter LL.M. in Strafrecht vertieft die dogmatischen Kenntnisse und signalisiert besonderes Interesse an der Strafrechtspflege. Für Schwerpunktstaatsanwaltschaften (Wirtschaftskriminalität, internationales Strafrecht) kann der LL.M. den Ausschlag bei vergleichbaren Bewerbern geben. Ein LL.M. an einer internationalen Universität ist für die Bundesanwaltschaft relevant.
5.000-40.000 Euro (je nach Universität — deutsche Programme deutlich günstiger als internationale)
1-2 Jahre (Vollzeit oder berufsbegleitend)
Befähigung zum Richteramt (in der Regel); für internationale Programme: TOEFL/IELTS
Fachanwaltslehrgang Strafrecht
Deutsche Anwaltsakademie (DAA), Strafrechts-Ausschuss des DAV, private Fortbildungsanbieter
Der 120-stündige Fachanwaltslehrgang Strafrecht vermittelt vertiefte Kenntnisse in Wirtschaftsstrafrecht, Strafprozessrecht, Strafvollstreckung und Nebenstrafrecht. Für Anwälte, die in die Staatsanwaltschaft wechseln möchten, ist die Fachanwaltsqualifikation ein starker Nachweis der strafrechtlichen Spezialisierung und wird bei der Bewerbung positiv gewertet.
2.500-4.000 Euro (je nach Anbieter)
3-6 Monate (berufsbegleitend)
Zulassung als Rechtsanwalt; für den Fachanwaltstitel: 3 Jahre Berufserfahrung + Nachweis von Fallbearbeitungen
Fortbildungen an der Deutschen Richterakademie (Strafrecht-Schwerpunkt)
Deutsche Richterakademie (DRA), Trier und Wustrau
Die DRA bietet jährlich zahlreiche Tagungen zu strafrechtlichen Themen: aktuelle BGH-Rechtsprechung, Vernehmungstechnik, Plädoyertraining, Wirtschaftsstrafrecht, Cybercrime und internationale Rechtshilfe. Die Teilnahme wird bei Beurteilungen positiv berücksichtigt und fördert die fachliche Spezialisierung.
Kostenfrei für Staatsanwälte und Richter
2-5 Tage pro Fortbildung
Richter- oder Staatsanwaltsamt; Anmeldung über die Justizverwaltung
Promotion in Rechtswissenschaft (Dr. jur.) mit strafrechtlichem Schwerpunkt
Juristische Fakultäten der Universitäten
Eine Promotion in Strafrecht, Strafprozessrecht oder Kriminologie vertieft die dogmatische Kompetenz und wird bei der Einstellung und bei Beförderungen positiv bewertet. Für Positionen an der Bundesanwaltschaft oder bei Generalstaatsanwaltschaften ist eine Promotion ein klarer Vorteil. Die Promotion ersetzt jedoch kein Prädikatsexamen.
Promotionsstipendium oder Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter (kostenneutral)
2-4 Jahre (Vollzeit) oder 3-6 Jahre (berufsbegleitend)
Bestandenes 1. Staatsexamen mit guten Noten, Annahme als Doktorand
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen-Zertifikaten
Was ist wichtiger für die Staatsanwaltskarriere — Examensnoten oder Spezialisierung?
Für die Ersteinstellung: die Examensnoten. Ohne Prädikatsexamen kein Zugang zum Staatsanwaltsamt. Nach der Einstellung: die Bewährung in der Praxis und die Spezialisierung. Staatsanwälte, die sich in komplexen Verfahren (Wirtschaftskriminalität, Organisierte Kriminalität, Terrorismus) bewähren, haben die besten Beförderungschancen.
Lohnt sich ein LL.M. für angehende Staatsanwälte?
Für Schwerpunktstaatsanwaltschaften und die Bundesanwaltschaft: ja. Ein LL.M. in Strafrecht oder Wirtschaftsstrafrecht signalisiert fachliche Tiefe. Für die reguläre Einstellung: nicht entscheidend — die Examensnote zählt mehr. Ein LL.M. an einer internationalen Universität ist für Stellen mit internationalem Bezug (Bundesanwaltschaft, Rechtshilfe) ein klarer Vorteil.
Welche Fortbildungen bieten die Justizverwaltungen für Staatsanwälte?
Deutsche Richterakademie: Tagungen zu aktueller Rechtsprechung, Vernehmungstechnik, Plädoyer, Wirtschaftsstrafrecht. Landesjustizakademien: Fortbildungen zu landesspezifischen Themen. BKA-Akademie: IT-Forensik, Kriminaltechnik, internationale Zusammenarbeit. Bundesanwaltschaft: Spezialseminare zu Terrorismus und Völkerstrafrecht. Die meisten Fortbildungen sind kostenfrei.
Wie wird man Bundesanwalt?
Bundesanwälte werden vom Bundesjustizminister berufen — auf Vorschlag des Generalbundesanwalts. Voraussetzung: Befähigung zum Richteramt, langjährige herausragende Tätigkeit als Staatsanwalt oder Richter, erweiterte Sicherheitsüberprüfung (SÜ3). Die Bundesanwaltschaft bearbeitet Terrorismus, Spionage, Völkerstrafrecht und Hochverrat. Stellen werden auf der Website der Generalbundesanwaltschaft ausgeschrieben.
Gibt es Weiterbildungen für den Wechsel aus der Staatsanwaltschaft in die Privatwirtschaft?
Für den Wechsel in Großkanzleien: Die Staatsanwaltserfahrung ist besonders in den Bereichen White-Collar Crime, Compliance und Internal Investigations gefragt. Zusätzliche Qualifikationen wie Fachanwalt für Strafrecht, Certified Compliance Officer (CCO) oder ACFE-Zertifizierung (Fraud Examiner) erleichtern den Übergang. Die Kombination aus Staatsanwaltserfahrung und Spezialqualifikation ist auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt.
Weitere Themen für Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen
Elinora zeigt dir, welche Qualifikationen für Staatsanwaltsstellen zählen
Der Talent Report analysiert deine vorhandenen Qualifikationen und zeigt dir, wie du sie optimal für Staatsanwalt/Staatsanwältin Stellen finden — direkt bei den Justizverwaltungen-Bewerbungen einsetzt.
- Qualifikations-Check: Welche deiner Zertifikate und Erfahrungen zählen
- Lücken-Analyse: Was du noch ergänzen könntest
- Formulierungshilfen für Lebenslauf und Anschreiben
Kostenlos starten · Ergebnis in 5 Minuten
