Zertifizierungen im Überblick
ZVEH-Fachkraft für Photovoltaik-Anlagen
ZVEH (Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke) über Elektro-Innungen
Die offizielle Fachkraft-Qualifikation des Elektrohandwerks für PV. Sie umfasst Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung von PV-Anlagen. Bei vielen PV-Betrieben und Netzbetreibern als Qualitätsnachweis anerkannt und gefordert.
ca. 1.000–2.000 EUR
5 Tage (Vollzeit)
Gesellenbrief als Elektroniker/in oder vergleichbare elektrotechnische Qualifikation
Herstellerzertifizierung Wechselrichter (SMA, Fronius, Huawei)
SMA Solar Academy, Fronius International, Huawei Digital Power
Wechselrichter-Herstellerschulungen sind der schnellste Weg zur PV-Kompetenz. Zertifizierte Installateure werden auf den Hersteller-Websites gelistet und erhalten erweiterten technischen Support. Jeder große PV-Betrieb arbeitet mit 1–3 Wechselrichter-Herstellern — die Zertifizierung zeigt, dass du ihre Systeme beherrschst.
ca. 0–500 EUR (viele Herstellerschulungen sind kostenlos)
1–2 Tage pro Hersteller
Elektrotechnische Grundkenntnisse, bei manchen Herstellern Gesellenbrief empfohlen
Herstellerzertifizierung Batteriespeicher (BYD, SENEC, sonnen)
BYD, SENEC (EnBW), sonnen (Sonos), E3/DC
Ca. 70 % der neuen PV-Anlagen werden mit Speicher verkauft. Speichertechnik wird zum Standard, und Herstellerzertifizierungen zeigen, dass du die Systeme sicher installieren und konfigurieren kannst. Besonders BYD-Schulungen sind marktrelevant (hoher Marktanteil).
ca. 0–300 EUR (oft kostenlos über Großhandel oder Hersteller)
1 Tag pro Hersteller
Elektrotechnische Grundkenntnisse
Solarteur-Zertifikat (DGS)
Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS)
Umfassende Weiterbildung zu Photovoltaik und Solarthermie — Planung, Technik, Wirtschaftlichkeit. Besonders für Quereinsteiger aus verwandten Berufen ein guter Einstieg. Das Zertifikat ist in der Branche bekannt, auch wenn es kein formaler Berufsabschluss ist.
ca. 1.500–3.000 EUR
2–4 Wochen (Vollzeit oder Blockseminare)
Technisches Grundverständnis, handwerkliche Ausbildung empfohlen
Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT)
TÜV, DEKRA, IHK-Bildungszentren, Handwerkskammern
Für Nicht-Elektriker (SHK, Dachdecker) der Einstieg in den elektrischen Bereich. Die EFKffT berechtigt zu klar definierten, wiederkehrenden elektrotechnischen Arbeiten — je nach betrieblicher Festlegung kann das den DC-Anschluss von PV-Anlagen umfassen.
ca. 1.500–3.500 EUR
2–4 Wochen (80–120 Stunden Theorie + Praxis)
Abgeschlossene handwerkliche Ausbildung
Gerüstbauschein / PSA gegen Absturz (DGUV)
BG Bau, TÜV, DEKRA, Gerüstbauhersteller
PV-Montage auf Dächern erfordert Absturzsicherung. Der Nachweis über die sachgerechte Verwendung von PSA gegen Absturz (Sicherheitsgurte, Seilsysteme) ist auf vielen Baustellen Pflicht. Die Schulung macht dich sicherer und zeigt Arbeitgebern Verantwortungsbewusstsein.
ca. 200–500 EUR
1 Tag
Keine formalen Voraussetzungen, Höhentauglichkeit erforderlich
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Solartechnik-Installateur/in zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Solartechnik-Installateur/in-Zertifikaten
Welche Zertifizierung lohnt sich in der Solartechnik am meisten?
Für Elektriker: ZVEH-Fachkraft für PV (5 Tage, ca. 1.500 EUR) als Basis, dann Herstellerschulungen Wechselrichter (kostenlos). Für Nicht-Elektriker: EFKffT (2–4 Wochen, ca. 2.500 EUR) als Einstieg in den Elektrobereich. Herstellerzertifizierungen (SMA, Fronius, BYD) sind der schnellste ROI — oft kostenlos und in 1–2 Tagen erworben.
Sind Herstellerschulungen wirklich kostenlos?
Viele Wechselrichter- und Speicherhersteller bieten ihre Grundschulungen kostenlos an — sie wollen, dass Installateure ihre Produkte kennen und empfehlen. SMA, Fronius und Huawei haben kostenlose Online- und Präsenzschulungen. Manche erweiterte Zertifizierungen kosten 200–500 EUR. Der PV-Großhandel (Baywa r.e., Krannich, Sonepar) bietet ebenfalls kostenlose Schulungen an.
Brauche ich den Solarteur-Kurs oder reichen Herstellerschulungen?
Für die praktische Arbeit reichen Herstellerschulungen + Praxis. Der Solarteur-Kurs (DGS) ist breiter angelegt und vermittelt auch Planungs- und Wirtschaftlichkeitswissen — gut für Quereinsteiger, die das Gesamtbild verstehen wollen, oder für den Schritt in Richtung PV-Planung und Projektleitung.
Was bringt die ZVEH-Fachkraft für PV konkret?
Die ZVEH-Fachkraft-Qualifikation ist bei Netzbetreibern und Innungen anerkannt und wird von vielen PV-Unternehmen als Qualitätsnachweis gefordert. Sie umfasst Anlagenplanung, Normen (VDE AR-N 4105), Inbetriebnahme und Dokumentation. Das Zertifikat zeigt Arbeitgebern, dass du PV-Anlagen normgerecht planen und installieren kannst.
Wie bleibe ich in der schnelllebigen PV-Branche aktuell?
Regelmäßige Herstellerschulungen (jährlich 2–3 Updates), Besuch der Fachmesse Intersolar (jährlich in München), Mitgliedschaft in Fachverbänden (BSW, DGS, ZVEH). Viele Hersteller bieten kostenlose Webinare zu neuen Produkten an. In der PV-Branche ist kontinuierliches Lernen Standard — die Technologie entwickelt sich alle 1–2 Jahre deutlich weiter.
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