Zertifizierungen im Überblick
Meisterbrief im Maler- und Lackiererhandwerk
Handwerkskammern (HWK) bundesweit, Meisterschulen
Voraussetzung für die Selbstständigkeit (Anlage A HwO) und qualifiziert für Führungspositionen als Vorarbeiter, Bauleiter oder Betriebsleiter. Der Meisterbrief ist dem Bachelor gleichgestellt (DQR Stufe 6) und berechtigt zur Ausbildung von Lehrlingen (AEVO).
ca. 6.000–10.000 EUR (je nach HWK und Vollzeit/Teilzeit), Aufstiegs-BAföG deckt bis zu 75 %
1 Jahr Vollzeit oder 2–3 Jahre Teilzeit (berufsbegleitend)
Gesellenbrief als Maler/in und Lackierer/in + in der Regel Berufserfahrung
WDVS-Fachverarbeiter (Herstellerzertifizierung)
Sto, Caparol, Brillux, Baumit und weitere Systemhersteller
Die energetische Gebäudesanierung boomt — WDVS-Aufträge machen bei vielen Malerbetrieben 30–50 % des Umsatzes aus. Herstellerzertifizierungen sind bei Ausschreibungen oft gefordert und verschaffen dem Betrieb Wettbewerbsvorteile. WDVS-Fachverarbeiter verdienen deutlich mehr.
ca. 300–800 EUR pro Herstellerschulung (oft vom Arbeitgeber bezahlt)
1–3 Tage pro Herstellerzertifizierung
Gesellenbrief Maler und Lackierer oder vergleichbare Qualifikation
Asbestsachkunde nach TRGS 519 (Anlage 4c)
DGUV-zertifizierte Bildungsträger, BG Bau, TÜV, DEKRA
In Bestandsgebäuden (vor 1993) steckt häufig Asbest — in Putzen, Spachtelmassen, Fliesenklebern und Bodenbelägen. Ohne Sachkunde nach TRGS 519 dürfen Malerarbeiten an asbesthaltigen Materialien nicht durchgeführt werden. Die Qualifikation macht dich im Sanierungsbereich unverzichtbar.
ca. 400–800 EUR
2 Tage (Anlage 4c für Abbruch- und Sanierungsarbeiten geringen Umfangs)
Abgeschlossene Ausbildung in einem Bauberuf
Sachkunde Schimmelpilzsanierung (nach Schimmelleitfaden UBA)
BG Bau, TÜV, Handwerkskammern, Fachverbände
Schimmelprobleme in Bestandsgebäuden nehmen zu. Die sachkundige Beurteilung und Sanierung von Schimmelbefall ist eine lukrative Nische. Maler mit Sachkunde Schimmelpilzsanierung können Zusatzleistungen anbieten und höhere Stundensätze erzielen.
ca. 500–1.200 EUR
2–3 Tage Seminar + Prüfung
Abgeschlossene handwerkliche Ausbildung + Berufserfahrung im Baubereich
Gerüstbau-Befähigungsnachweis nach TRBS 2121
BG Bau, TÜV, DEKRA, Gerüstbauhersteller
Maler arbeiten regelmäßig auf Gerüsten. Der Befähigungsnachweis qualifiziert zur Prüfung und Freigabe von Gerüsten — ein Vorteil für Vorarbeiter und Bauleiter. Kleine Betriebe schätzen Mitarbeiter, die Gerüste eigenständig auf- und abbauen sowie freigeben können.
ca. 300–600 EUR
1–2 Tage
Berufserfahrung im Baubereich, Höhentauglichkeit
SCC-Zertifizierung (Safety Certificate Contractors)
TÜV, DEKRA und weitere akkreditierte Prüfstellen
Im Industriebereich (Korrosionsschutz, Raffinerien, Chemieanlagen) ist die SCC-Zertifizierung oft Voraussetzung für den Zutritt zum Werksgelände. Für Maler, die im Industriekorrosionsschutz arbeiten wollen, ein wichtiger Nachweis der Arbeitssicherheitskompetenz.
ca. 150–300 EUR (Prüfung)
1 Tag Prüfungsvorbereitung + Prüfung
Keine formalen Voraussetzungen, Berufserfahrung empfohlen
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Maler/in und Lackierer/in zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Maler/in und Lackierer/in-Zertifikaten
Welche Weiterbildung lohnt sich als Maler am meisten?
Der Meisterbrief bietet das größte Karrierepotenzial — Selbstständigkeit, Führungsrollen, Ausbilderberechtigung. Wer schneller Ergebnisse will: WDVS-Herstellerschulungen (1–3 Tage, 300–800 EUR) steigern deinen Marktwert sofort, weil die Nachfrage nach WDVS-Fachkräften aktuell extrem hoch ist.
Was kostet der Malermeister?
Die Kursgebühren liegen bei 6.000–10.000 EUR je nach HWK. Das Aufstiegs-BAföG übernimmt bis zu 75 % bei bestandener Prüfung. Hinzu kommen Prüfungsgebühren (ca. 400–800 EUR) und Materialkosten für die Meisterarbeit. Dauer: 1 Jahr Vollzeit oder 2–3 Jahre berufsbegleitend.
Brauche ich die Asbestsachkunde als Maler?
Bei Sanierungsarbeiten in Bestandsgebäuden (Baujahr vor 1993) zunehmend ja. Asbest kann in Putzen, Spachtelmassen, Fliesenklebern und Bodenbelägen stecken. Ohne TRGS-519-Sachkunde darfst du bei Verdacht auf Asbest nicht weiterarbeiten. Die Investition (400–800 EUR, 2 Tage) macht dich im wachsenden Sanierungsmarkt unverzichtbar.
Sind Herstellerzertifizierungen (Sto, Caparol) wichtig?
Ja, besonders für WDVS und Fassadenbeschichtungen. Viele Ausschreibungen verlangen eine Herstellerzertifizierung als Qualitätsnachweis. Die Schulungen sind oft kostenlos oder günstig (300–800 EUR) und werden häufig vom Arbeitgeber bezahlt. Sie zeigen Arbeitgebern, dass du mit den aktuellen Materialsystemen vertraut bist.
Erkennen Arbeitgeber Online-Weiterbildungen für Maler an?
Im Malerhandwerk zählt die praktische Kompetenz — Online-Kurse haben begrenzten Wert. Anerkannt werden: HWK-Meisterbrief, Herstellerzertifizierungen (Sto, Caparol, Brillux), TRGS 519 Asbestsachkunde, BG-Bau-Schulungen und Sachkunde Schimmelpilzsanierung. Die praktische Anwendung auf der Baustelle ist entscheidend.
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