Zertifizierungen im Überblick
EPLAN Certified Engineer
EPLAN Software & Service (Friedhelm Loh Group)
Das offizielle EPLAN-Zertifikat belegt produktive Kompetenz in EPLAN P8 und wird von Arbeitgebern als Standardnachweis anerkannt. Besonders wertvoll für Quereinsteiger, die keine langjährige EPLAN-Referenz vorweisen können.
ca. 1.500–2.500 EUR (Schulung + Prüfung)
5 Tage Schulung (Basis + Aufbau) + Prüfung
Grundkenntnisse in Elektrotechnik empfohlen; keine formale Voraussetzung
TREI-Schein (Technische Regeln für Elektroinstallation)
Handwerkskammern / Innungen der Elektrotechnik
Der TREI-Schein dokumentiert die Befähigung zur eigenverantwortlichen Durchführung elektrotechnischer Arbeiten. Für Elektroplaner relevant, wenn sie auch bei Inbetriebnahmen elektrische Arbeiten überwachen oder selbst durchführen.
ca. 500–800 EUR
1–2 Wochen Lehrgang + Prüfung
Abgeschlossene elektrotechnische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation mit Nachweis elektrotechnischer Kenntnisse
VDE-Seminar EN 60204-1 (Sicherheit von Maschinen)
VDE Verlag / VDE Akademie
Die EN 60204-1 ist die zentrale Norm für die elektrische Ausrüstung von Maschinen. Das VDE-Seminar vermittelt die praktische Anwendung — von Schutzmaßnahmen über Dokumentation bis zur Konformitätsbewertung. Ein Muss für jeden Elektroplaner im Maschinenbau.
ca. 800–1.200 EUR
2–3 Tage
Berufserfahrung in der Elektroplanung oder Elektrokonstruktion empfohlen
SPS-Fachkraft (IHK) / SPS-Techniker
IHK / private Bildungsträger (z. B. FESTO Didactic)
SPS-Kenntnisse erweitern das Profil des Elektroplaners in Richtung Automatisierung. Die IHK-Zertifizierung belegt fundierte Grundkenntnisse in Siemens S7/TIA Portal und ist ein Karrierebeschleuniger für Planer, die sich in die Automatisierungstechnik entwickeln wollen.
ca. 2.000–4.000 EUR (berufsbegleitend)
3–6 Monate berufsbegleitend
Elektrotechnische Ausbildung oder Studium; Grundkenntnisse in Steuerungstechnik
Funktionale Sicherheit — CMSE (Certified Machinery Safety Expert)
TÜV / Pilz / Schmersal
Für Elektroplaner, die in sicherheitskritischen Anwendungen arbeiten (Maschinenbau, Prozessindustrie). Vermittelt die Anwendung von EN ISO 13849 und IEC 62061. Stark gefragt bei Herstellern von Werkzeugmaschinen und Verpackungsanlagen.
ca. 2.500–4.000 EUR
4–5 Tage Intensivkurs + Prüfung
Berufserfahrung in der Elektroplanung oder Maschinensicherheit
Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT)
TÜV / DEKRA / Berufsgenossenschaften
Relevant für Quereinsteiger ohne elektrotechnische Ausbildung, die in der Inbetriebnahme oder Prüfung elektrischer Anlagen mitarbeiten. Kein Ersatz für eine vollwertige Elektrofachkraft-Qualifikation, aber ein erster Nachweis.
ca. 1.000–2.000 EUR
1–2 Wochen
Technische Grundausbildung; spezifische Vorkenntnisse je nach Anbieter
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Elektroplaner zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Elektroplaner-Zertifikaten
Ist das EPLAN-Zertifikat Pflicht für Elektroplaner-Stellen?
Nein, es ist keine Pflicht. Arbeitgeber akzeptieren auch nachweisliche Berufserfahrung mit EPLAN P8. Das Zertifikat ist aber ein starker Nachweis — besonders für Quereinsteiger und Bewerber, die aus einem anderen CAD-System kommen. Es zeigt, dass du produktiv mit EPLAN arbeiten kannst.
Lohnt sich der TREI-Schein für einen reinen Büroplaner?
Wenn du ausschließlich im Büro planst und nie selbst Hand anlegst: bedingt. Der TREI-Schein belegt aber, dass du die elektrotechnische Praxis verstehst — und das macht deine Pläne besser. Für Planer mit Inbetriebnahme-Anteil ist der TREI-Schein empfehlenswert.
Welche Weiterbildung bringt den größten Karrieresprung?
Die EPLAN Certified Engineer Zertifizierung hat das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis für Elektroplaner. Für die Karriereentwicklung in Richtung Teamleitung oder Projektleitung ist das CMSE-Zertifikat (Funktionale Sicherheit) ein starker Differenzierer — es öffnet die Tür zu sicherheitskritischen Projekten mit höherer Vergütung.
Brauche ich als Elektroplaner die Elektrofachkraft-Qualifikation?
Wenn du auch bei Inbetriebnahmen und Prüfungen mitarbeitest: ja, du brauchst mindestens die EFKffT oder besser eine vollwertige Elektrofachkraft-Qualifikation. Für reine CAD-Planungstätigkeiten im Büro ist sie formal nicht erforderlich, signalisiert aber fundiertes Praxiswissen.
Werden VDE-Seminare von Arbeitgebern bezahlt?
Ja, viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten für VDE-Seminare und EPLAN-Schulungen, da sie im eigenen Interesse liegen. In der Elektroplanung ist normgerechtes Arbeiten keine freiwillige Weiterbildung, sondern Grundvoraussetzung. Frage im Bewerbungsgespräch nach dem Weiterbildungsbudget — bei guten Arbeitgebern ist das Standard.
Weitere Themen für Elektroplaner
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