Machbarkeit des Quereinstiegs
Machbar mit AufwandElektro- oder Mechatronik-Ausbildung ist Voraussetzung. Die windkraftspezifische Weiterbildung (GWO-Training, Herstellerschulung) dauert nur 2–4 Wochen und wird oft vom Arbeitgeber finanziert. Der Fachkräftemangel macht die Branche sehr offen für Quereinsteiger.
Klassischer Werdegang
Ausbildung / Studium
Elektro- oder Mechatronik-Ausbildung (IHK/HWK) + windkraftspezifische Weiterbildung (GWO BST, Herstellerschulung)
Typische Dauer
3–3,5 Jahre Grundausbildung + 2–4 Wochen Windkraft-Spezialisierung + 6–12 Monate Einarbeitung an der Anlage
Alternative Ausbildung
BZEE-Zertifikat (Bildungszentrum für Erneuerbare Energien) als Servicetechniker Windenergie. Herstellerspezifische Qualifikation (Vestas, Enercon, Siemens Gamesa). GWO Basic Safety Training (BST) als Pflichtmodul für die Arbeit an Windenergieanlagen.
Welche Zertifizierungen für den Einstieg ins Projektmanagement besonders wertvoll sind, erfährst du in unserer Übersicht der Windkraft-Techniker/in-Zertifikate.
Quereinstiegs-Pfade
Elektroniker/in für Betriebstechnik oder Energieelektroniker/in
2–4 Wochen (GWO + Einarbeitung)Was du mitbringst
- Elektrische Anlagentechnik: Schaltanlagen, Transformatoren, Frequenzumrichter
- SPS-Programmierung und Steuerungstechnik
- Messtechnik und Fehlerdiagnose an elektrischen Systemen
- Arbeitsschutz und elektrotechnische Sicherheit (DGUV Vorschrift 3)
Was dir fehlt
Windkraftspezifisches Wissen: WEA-Aufbau, Pitch-/Yaw-Systeme, Rotorblatt-Aerodynamik, GWO-Sicherheitstraining, Höhenarbeit
So schließt du die Lücke
GWO Basic Safety Training (BST) als Einstieg (4–5 Tage). Anschließend Bewerbung bei Herstellern (Vestas, Enercon, Siemens Gamesa) oder Servicedienstleistern (Deutsche Windtechnik) — die meisten bieten interne Schulungsprogramme von 2–4 Wochen. Deine Elektrokompetenz ist im Windkraftbereich extrem gefragt.
Mechatroniker/in
2–4 WochenWas du mitbringst
- Kombination aus Elektrotechnik, Mechanik und Steuerungstechnik
- SPS-Programmierung und Diagnose
- Hydraulik und Pneumatik
- Fehlersuche an komplexen mechatronischen Systemen
Was dir fehlt
Windkraftspezifischer Anlagenaufbau, GWO-Sicherheitstraining, Höhenarbeit, SCADA-Systeme für Windenergieanlagen
So schließt du die Lücke
GWO BST (4–5 Tage) + Bewerbung bei Windkraft-Herstellern oder -Dienstleistern. Mechatroniker sind die idealen Quereinsteiger für die Windkraft, weil sie Elektrotechnik und Mechanik kombinieren. Die Einarbeitung am konkreten Anlagentyp erfolgt on-the-job.
Industriemechaniker/in oder Anlagenmechaniker/in
4–8 WochenWas du mitbringst
- Mechanische Instandhaltung: Getriebe, Lager, Antriebstechnik
- Hydraulik-Kenntnisse und Rohrleitungsbau
- Erfahrung mit Drehmomentwerkzeugen und Montage großer Komponenten
- Kranarbeit und Hebezeugführung
Was dir fehlt
Elektrotechnische Grundlagen (Mittelspannung, Frequenzumrichter, Generator), GWO-Sicherheitstraining, Höhenarbeit, windkraftspezifische Steuerungstechnik
So schließt du die Lücke
GWO BST + elektrotechnische Grundschulung (2–4 Wochen). Einstieg am besten bei Herstellern, die mechanisch fokussierte Servicetechniker suchen (z. B. Getriebewechsel, Hauptlagerwechsel bei Vestas oder Enercon). Die mechanische Kompetenz ist gefragt — die Elektrik wird intern geschult.
KFZ-Mechatroniker/in oder Landmaschinenmechaniker/in
4–12 WochenWas du mitbringst
- Diagnose und Fehlersuche an komplexen technischen Systemen
- Erfahrung mit Hydraulik, Getrieben und Antriebstechnik
- Praktisches Arbeiten unter schwierigen Bedingungen (Werkstatt, Outdoor)
- Eigenständige Arbeitsweise und Problemlösungskompetenz
Was dir fehlt
Elektrotechnik auf Industrieniveau (Mittelspannung, SPS), windkraftspezifischer Anlagenaufbau, GWO-Sicherheitstraining, Höhenarbeit, SCADA
So schließt du die Lücke
BZEE-Zertifikat (Servicetechniker Windenergie, ca. 6 Monate) oder GWO BST + herstellerinterne Schulung. Der Wechsel aus der KFZ-Branche in die Windkraft ist zunehmend beliebt, weil die Arbeitsbedingungen und Bezahlung besser sind. Die Branche wirbt aktiv um KFZ-Mechatroniker.
Du fragst dich, ob du die Anforderungen in Stellenanzeigen erfüllst? Unser Guide Windkraft-Techniker/in-Stellenanzeigen richtig lesen zeigt dir, welche Anforderungen wirklich zählen — und welche Wunschliste sind.
"Vergleichbare Qualifikation" — was heißt das?
Bei Windkraft-Techniker-Stellen steht oft "Elektro- oder Mechatronik-Ausbildung oder vergleichbare technische Qualifikation". Vergleichbar bedeutet: Jede technische Ausbildung mit Elektro- und/oder Mechanik-Anteilen, ergänzt um windkraftspezifische Weiterbildung (GWO BST, BZEE oder Herstellerschulung).
Du bist unsicher, ob deine Qualifikationen ausreichen? Der Talent Report analysiert dein Profil und zeigt, wo du als Quereinsteiger stehst.
Häufige Fragen zum Quereinstieg als Windkraft-Techniker/in
Kann ich ohne Windkraft-Erfahrung einsteigen?
Ja, wenn du eine technische Ausbildung (Elektro, Mechatronik, Mechanik) mitbringst. Die windkraftspezifische Einarbeitung dauert 2–4 Wochen (GWO-Training + Anlageneinführung). Viele Hersteller und Dienstleister bieten strukturierte Einstiegsprogramme an und finanzieren die Weiterbildung. Der Fachkräftemangel macht die Branche sehr offen für Quereinsteiger.
Was ist das GWO Basic Safety Training?
GWO (Global Wind Organisation) BST ist das weltweite Standard-Sicherheitstraining für die Arbeit an Windenergieanlagen. Es umfasst 5 Module: Höhenarbeit, Erste Hilfe, Brandschutz, manuelle Handhabung und Überleben auf See (nur für Offshore). Das Training dauert 4–5 Tage und ist Pflicht für jeden, der eine Windkraftanlage betritt. Kosten: ca. 1.500–2.500 EUR. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten.
Brauche ich eine Höhenangst-Bescheinigung?
Keine offizielle Bescheinigung, aber eine arbeitsmedizinische Untersuchung (G41 — Arbeiten mit Absturzgefahr) ist Pflicht. Der Arbeitsmediziner prüft Herz-Kreislauf-System, Gleichgewicht und Sehvermögen. Schwindelfreiheit ist eine absolute Grundvoraussetzung — wenn du in 100 Metern Höhe nicht entspannt arbeiten kannst, ist der Beruf nichts für dich.
Was verdient ein Quereinsteiger in der Windkraft?
Quereinsteiger mit Elektro-/Mechatronik-Ausbildung starten bei 32.000–38.000 EUR brutto/Jahr (Onshore). Mit 2–3 Jahren Erfahrung sind 40.000–48.000 EUR realistisch. Offshore-Techniker verdienen durch Offshore-Zulagen (50–150 EUR/Tag) und Rotationssystem deutlich mehr: 45.000–60.000 EUR. Bei Herstellern (Vestas, Enercon) sind die Gehälter höher als bei Subunternehmern.
Ist der Wechsel von der KFZ-Branche in die Windkraft sinnvoll?
Ja, und dieser Wechsel wird immer beliebter. Die Gründe: bessere Bezahlung (Windkraft zahlt 15–25 % mehr als KFZ-Werkstätten), planbarere Arbeitszeiten, Zukunftssicherheit der Branche und abwechslungsreiches Arbeiten. Deine Diagnose-Fähigkeiten und dein Hydraulik-Wissen sind direkt verwertbar. Die Elektrik-Lücke wird durch Herstellerschulungen geschlossen.
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