Berufsprofil: Schifffahrtskaufmann
Schifffahrtskaufleute organisieren den Transport von Gütern und Personen auf dem Seeweg. Sie arbeiten in den Bereichen Linien- und Trampfahrt, Befrachtung, Klarierung und Hafenlogistik. Die Ausbildung ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf (3 Jahre, IHK) mit den Fachrichtungen Linienfahrt und Trampfahrt. Schifffahrtskaufleute arbeiten bei Reedereien, Schiffsmaklern, Hafenbetrieben, Seefrachtspeditionen und in der Schiffsfinanzierung. Der Beruf ist stark international geprägt — Englisch ist Arbeitssprache, und die Geschäftspartner sitzen weltweit.
Top 5 Aufgaben
Typische Branchen
Hard Skills
- Seefrachtrecht: Haager Regeln, Hamburg Rules, Konnossementsrecht, Charter Party Terms
- Befrachtung: Chartering-Praxis (Voyage Charter, Time Charter), Frachtratenberechnung
- Zoll und Export: Zollverfahren, Exportkontrolle, Incoterms (FOB, CIF, CFR)
- Schifffahrtssoftware: CargoWise, INTTRA, TOS-Systeme (Navis, OPUS), SAP TM
- Englische Fachsprache: Maritime English ist Pflicht — Charterverträge, Korrespondenz, Verhandlungen
Soft Skills
- Internationale Kommunikation: Geschäftspartner aus aller Welt professionell betreuen
- Verhandlungsgeschick: Frachtraten und Charterverträge verhandeln — oft unter Zeitdruck
- Belastbarkeit: Schiffsoperationen laufen 24/7 — Rufbereitschaft und flexible Zeiten gehören dazu
- Multitasking: Mehrere Schiffe/Ladungen parallel disponieren
- Teamfähigkeit in internationalen, oft multikulturellen Teams
Arbeitsumfeld: Büro (oft mit Hafenblick): Bildschirmarbeit mit intensiver Telefon- und E-Mail-Korrespondenz in Englisch. Arbeitszeiten typischerweise 8:30–17:30 Uhr, aber Rufbereitschaft bei Schiffsoperationen (Klarierung, Notfälle) kann abends und am Wochenende anfallen. In der Trampfahrt ist die Befrachtung zeitzonensensibel — Asien-Geschäft erfordert frühe Morgen- oder späte Abendstunden. Dienstreisen zu Kunden, Häfen und Messen (SMM Hamburg, Posidonia Athen) sind üblich.
Arbeitsmarkt-Lage: Schifffahrtskaufmann
Die Nachfrage nach Schifffahrtskaufleuten ist stabil, aber der Markt ist spezialisiert und regional konzentriert. Hamburg ist mit Abstand der wichtigste Standort — hier sitzen die meisten Reedereien, Schiffsmakler und maritimen Dienstleister Deutschlands. Die Branche hat nach dem Schifffahrtsboom (2003–2008) und der anschließenden Krise (2009–2017) konsolidiert. Aktuell profitiert sie von der Erholung der Seefrachtraten und dem Wachstum des Containerverkehrs. Spezialisierte Fachkräfte (Chartering, Operations, Container-Logistik) werden gesucht.
Top-Regionen
Hamburg ist die unbestrittene Schifffahrtshauptstadt Deutschlands — über 80 % der Reedereien und maritimen Dienstleister sitzen hier. Bremen/Bremerhaven ist der zweitgrößte Containerhafen. Rostock bedient den Ostsee-Verkehr. Zürich und Genf haben überraschend viele Schifffahrtsunternehmen (Shipping-Trading, MSC-Zentrale Genf). Wien hat einzelne maritime Logistikunternehmen.
Zertifikate für Schifffahrtskaufmann: welche zählen
In der Schifffahrt ist die IHK-Ausbildung die Basis, und Spezialisierungen in Chartering, Maritime Law und Hafenlogistik der Karrierebeschleuniger. Da die Branche stark international ist, haben englischsprachige Zertifizierungen ein besonderes Gewicht.
Von 5 verbreiteten Zertifikaten für Schifffahrtskaufmann ist eines ein Türöffner — ohne es kommst du bei vielen Stellen nicht in die engere Auswahl. Der Rest verbessert die Ausgangslage, entscheidet aber nicht.
IHK-Abschluss Schifffahrtskaufmann/-frau
IHK Hamburg, IHK Bremen — duale Ausbildung
Der IHK-Abschluss ist die formale Grundqualifikation für die Schifffahrtsbranche. Er umfasst Linienfahrt oder Trampfahrt, Befrachtung, Klarierung, Dokumentation, Seefrachtrecht und kaufmännische Grundlagen. Bei Reedereien und Schiffsmaklern wird er als Standard erwartet.
Ausbildungsvergütung (ca. 900–1.200 Euro/Monat im 3. Lehrjahr); Umschulung: per Bildungsgutschein
3 Jahre (duale Ausbildung)
Empfohlen: (Fach-)Abitur und gute Englischkenntnisse; formal kein Abschluss vorgeschrieben
ICS (Institute of Chartered Shipbrokers) Diploma
Institute of Chartered Shipbrokers (London)
Das ICS-Diploma ist die international anerkannte Qualifikation für Schifffahrtskaufleute und Schiffsmakler. Es umfasst Chartering, Ship Operations, Maritime Law, Ship Finance und Port Management. In der internationalen Schifffahrt — besonders im Chartering und bei Schiffsmaklern — ist das ICS-Diploma ein starker Karrierebeschleuniger.
ca. 3.000–5.000 GBP (gesamtes Programm)
2–3 Jahre (berufsbegleitend, 8 Module)
Keine formalen Voraussetzungen; empfohlen: Berufserfahrung in der Schifffahrt
Fachwirt/in für Güterverkehr und Logistik (IHK)
IHK, private Bildungsträger
Branchenübergreifende Aufstiegsfortbildung (DQR 6) für Logistik-Fachkräfte. In der Schifffahrt qualifiziert sie für Führungsaufgaben in Operations, Disposition und Kundenbetreuung. Die Prüfung umfasst Logistikplanung, Leistungserstellung und Marketing — mit Schwerpunkt auf Güterverkehr.
ca. 3.000–5.500 Euro; Aufstiegs-BAföG deckt bis zu 75 %
12–18 Monate (berufsbegleitend)
Kaufmännische Ausbildung (Schifffahrt, Spedition, Logistik) + Berufserfahrung
Gefahrgutbeauftragter (IHK) — ADR/IMDG-Code
IHK, DEKRA, TÜV
Der Transport gefährlicher Güter auf See unterliegt dem IMDG-Code (International Maritime Dangerous Goods Code). Der Gefahrgutbeauftragte ist gesetzlich vorgeschrieben für Unternehmen, die Gefahrgut versenden. Die Zusatzqualifikation ist für Schifffahrtskaufleute in der Container-Logistik und bei Spezialverladern wertvoll.
ca. 1.000–2.000 Euro (Lehrgang + Prüfung)
3–5 Tage (Grundlehrgang)
Keine formalen Voraussetzungen; Logistik-Grundkenntnisse empfohlen
Zollkurs / AEO-Zertifizierung (Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter)
IHK, Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV), AWA — Arbeitsgemeinschaft Zoll
Vertiefte Zollkenntnisse sind in der Seefracht wertvoll: Zolltarifierung, Exportkontrolle, Präferenzrecht, AEO-Zertifizierung. Für Schifffahrtskaufleute, die in der Import-/Export-Abwicklung arbeiten, ist die Zollkompetenz ein Differenzierer und öffnet Türen zu Compliance-Funktionen.
ca. 500–2.000 Euro (je nach Kurslevel)
2–5 Tage (Seminar)
Grundkenntnisse in Außenhandel und Zoll
Zeugnisse & Referenzen: was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Häufige Fragen zu Schifffahrtskaufmann-Zertifikaten
Lohnt sich das ICS Diploma für die Karriere?
Ja — besonders für eine internationale Karriere. Das ICS-Diploma (Institute of Chartered Shipbrokers) ist die angesehenste Qualifikation in der internationalen Schifffahrt. Es wird bei Brokern, Reedereien und in London — dem globalen Shipping-Zentrum — sehr geschätzt. In Hamburg ist es ein Differenzierer, aber nicht Pflicht.
Welche Weiterbildung bringt am schnellsten Vorteile?
Für Operations/Klarierung: Zollvertiefung (2–5 Tage, ca. 500–2.000 Euro) — sofort einsetzbar. Für Chartering: ICS-Module in Chartering (berufsbegleitend) — positioniert dich als Spezialist. Für Führungspositionen: Fachwirt für Güterverkehr und Logistik (IHK) — DQR 6, 15–25 % Gehaltsplus.
Bezahlen Reedereien die Weiterbildung?
Gute Reedereien und maritime Unternehmen ja — besonders ICS-Module und Fachseminare werden häufig finanziert. Hapag-Lloyd und andere Großreedereien haben interne Weiterbildungsprogramme. Der Fachwirt wird über Aufstiegs-BAföG (75 %) gefördert. Frage im Vorstellungsgespräch nach der Weiterbildungsförderung.
Ist der Gefahrgutbeauftragte für Schifffahrtskaufleute sinnvoll?
Ja — wenn du in der Container-Logistik oder bei Spezialverladern (Chemie, Öl) arbeitest. Der IMDG-Code-Lehrgang qualifiziert für den Transport gefährlicher Güter auf See und ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Zusatzqualifikation macht dich für spezialisierte Rollen attraktiver und wird von Arbeitgebern geschätzt.
Kann ich mit der Schifffahrtskaufmann-Ausbildung auch in andere Branchen wechseln?
Ja — die Ausbildung vermittelt breite Logistik-, Zoll- und Außenhandelskenntnisse, die in der gesamten Speditions- und Logistikbranche gefragt sind. Typische Wechsel: in die Luftfracht, Kontraktlogistik, Supply Chain Management oder den Außenhandel. Das maritime Know-how ist dabei ein Alleinstellungsmerkmal.
Was in diesem Beruf verdient wird: Gehalt als Schifffahrtskaufmann — 53.859 € Median (Destatis 2025) · zum Berufsstart: Einstiegsgehalt ab 4.955 €/Monat
Dein Weg zum Schifffahrtskaufmann-Job
Quereinstieg
Wie realistisch ist der Einstieg als Schifffahrtskaufmann ohne klassischen Werdegang? Pfade, Zeitaufwand und was wirklich zählt.
Stellenanzeigen richtig lesen
Was Anforderungen in Schifffahrtskaufmann-Stellenanzeigen wirklich bedeuten — und wann du dich trotzdem bewerben solltest.
Zertifikate & Qualifikationen
Amtliche Gehaltsspanne für Schifffahrtskaufmann und wie Zertifikatsanforderungen in Stellenanzeigen gemeint sind.
Bewerbung als Schifffahrtskaufmann: weitere Schritte
Destatis 2025: Median, Niveau-Spanne und Einstiegsgehalt mit Quelle
Typische Fragen, STAR-Methode und Vorbereitung
Kernkompetenzen, häufige Fehler und ein starker Einstieg
Formulierungen richtig deuten und Bewertungen einordnen
Verwandte Berufe
Diese Berufe teilen sich viele Anforderungen mit Schifffahrtskaufmann — ein Blick lohnt sich, wenn du deine Suche breiter aufstellen willst.
Häufige Fragen zum Beruf Schifffahrtskaufmann
Wie ist die Arbeitsmarktlage für Schifffahrtskaufleute?
Der Arbeitsmarkt ist spezialisiert und regional konzentriert (Hamburg, Bremen). Die Nachfrage ist stabil — qualifizierte Schifffahrtskaufleute mit Befrachtungs- oder Operations-Erfahrung werden gesucht. Die Branche hat nach der Krise 2009–2017 konsolidiert und bietet jetzt solide Karrieremöglichkeiten bei geringerer Fluktuation.
Welches Gehalt kann ich als Schifffahrtskaufmann erwarten?
Berufseinsteiger: 32.000–38.000 Euro brutto/Jahr. Mit 3–5 Jahren Erfahrung: 40.000–55.000 Euro. Erfahrene Chartering-Manager oder Operations-Leiter: 60.000–90.000 Euro. Bei internationalen Reedereien (Hapag-Lloyd, MSC) sind die Gehälter am oberen Ende. In der Schweiz (Genf, Zürich) liegen die Gehälter 40–60 % höher.
Brauche ich für die Schifffahrtskaufmann-Ausbildung einen bestimmten Schulabschluss?
Formal ist kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben, aber Reedereien und Schiffsmakler bevorzugen (Fach-)Abitur wegen des internationalen Arbeitsumfelds und der englischen Fachsprache. Gute Englischkenntnisse sind de facto Pflicht. Ein Realschulabschluss reicht bei guten Noten und starkem Englisch ebenfalls.
Wie international ist der Beruf wirklich?
Sehr — Englisch ist Arbeitssprache (Charter Parties, Konnossemente, Korrespondenz). Geschäftspartner sitzen auf allen Kontinenten: Verlader in Asien, Empfänger in Europa, Schiffseigner in Griechenland, Broker in London. Dienstreisen und internationale Messen gehören dazu. Wer Sprachen und interkulturelle Kompetenz mitbringt, hat einen Vorteil.
Kann ich mit der Ausbildung auch in die allgemeine Logistik wechseln?
Ja — Schifffahrtskaufleute haben ein breites Wissen in internationaler Logistik, Zoll und Außenhandel, das in der gesamten Speditions- und Logistikbranche gefragt ist. Der Wechsel in die Luftfracht, Kontraktlogistik oder Supply Chain ist unkompliziert. Das maritime Know-how ist ein Alleinstellungsmerkmal, das dich von allgemeinen Logistik-Kaufleuten unterscheidet.
Finde Schifffahrtskaufmann-Stellen bei Reedereien und maritimen Unternehmen — direkt vom Arbeitgeber
Elinora durchsucht Karriereseiten direkt — keine Jobbörsen, keine Vermittler. Du bekommst nur verifizierte Stellen, die zu deinem Profil passen.
- Jobs direkt von Arbeitgeber-Karriereseiten — keine Duplikate
- KI-gestütztes Matching: Nur Stellen, die wirklich zu dir passen
- Versteckte Stellen, die auf Jobbörsen nie erscheinen
Die Inhalte dieser Seite wurden mit KI-Unterstützung erstellt. Mehr zur Funktionsweise
