Zertifizierungen im Überblick
Notfallsanitäter-Ausbildung (NotSanG)
Rettungsdienstschulen und Kliniken — landesrechtlich geregelt
Der Notfallsanitäter ist die höchste nicht-ärztliche Qualifikation im Rettungsdienst. Die 3-jährige Ausbildung ersetzt den alten Rettungsassistenten und qualifiziert für die eigenverantwortliche Notfallversorgung — einschließlich invasiver Maßnahmen. NotSan verdienen deutlich mehr als RS (TVöD EG 6–8 vs. EG 4) und haben sichere Karriereperspektiven.
Keine — die Ausbildung ist vergütet (ca. 1.100–1.300 €/Monat brutto)
3 Jahre Vollzeit (1.920h Theorie + 1.960h Klinik + 1.960h Rettungswache)
Mittlerer Schulabschluss (oder Hauptschulabschluss + abgeschlossene Berufsausbildung) + gesundheitliche Eignung
PHTLS (Prehospital Trauma Life Support)
NAEMT (National Association of Emergency Medical Technicians) — Kurse über zertifizierte Anbieter in Deutschland
International anerkannter Kurs für die präklinische Traumaversorgung. Vermittelt ein systematisches Vorgehen bei Unfallpatienten: Primary Survey, Atemwegsmanagement, Schockbehandlung, Immobilisation. Im Rettungsdienst ein starkes Qualitätsmerkmal, das von vielen Arbeitgebern geschätzt wird.
ca. 500–700 € (2-Tage-Kurs)
2 Tage (16 Stunden) — Refresher alle 4 Jahre
Rettungsdienstliche Grundqualifikation (RS oder höher)
AMLS (Advanced Medical Life Support)
NAEMT — Kurse über zertifizierte Anbieter in Deutschland
Das internistische Pendant zum PHTLS: systematische Beurteilung und Erstversorgung bei internistischen Notfällen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Atemnot, Intoxikation). Erweitert die Differentialdiagnostik-Kompetenz und verbessert die Patientenversorgung. Besonders wertvoll für RS, die auf dem RTW eingesetzt werden.
ca. 500–700 € (2-Tage-Kurs)
2 Tage (16 Stunden) — Refresher alle 4 Jahre
Rettungsdienstliche Grundqualifikation (RS oder höher)
EPC (European Paediatric Advanced Life Support) / EPALS
European Resuscitation Council (ERC) — über zertifizierte Kursanbieter
Kinder-Notfälle sind im Rettungsdienst selten, aber besonders anspruchsvoll. Der EPALS-Kurs vermittelt die systematische Versorgung kritisch kranker Kinder und Säuglinge. Gibt Sicherheit in Situationen, die viele Rettungsdienstmitarbeiter als besonders stressig empfinden.
ca. 600–900 € (2-Tage-Kurs)
2 Tage (16–20 Stunden)
Rettungsdienstliche Grundqualifikation und Erfahrung im Rettungsdienst
Desinfektor/in (gemäß IfSG)
Gesundheitsämter und zugelassene Bildungsträger
Qualifiziert für die fachgerechte Desinfektion von Rettungsmitteln und medizinischen Geräten nach Infektionstransporten. In Rettungsdiensten mit hohem Infektionstransport-Anteil ein Plus. Die Qualifikation wird zunehmend nachgefragt und ist eine sinnvolle Ergänzung für RS im Krankentransport.
ca. 800–1.500 €
120–160 Stunden (2–4 Wochen)
Keine spezifischen Voraussetzungen — Gesundheitsberuf empfohlen
Einsatzfahrer-Training / Fahrsicherheitstraining Rettungsdienst
ADAC, DVR, Rettungsdienstschulen
Sicheres Fahren unter Sondersignalen ist eine Kernkompetenz im Rettungsdienst. Spezialisierte Fahrsicherheitstrainings für Einsatzfahrzeuge verbessern die Fahrkompetenz erheblich — besonders bei Nässe, Dunkelheit und Kreuzungssituationen. Manche Arbeitgeber übernehmen die Kosten.
ca. 200–500 €
1 Tag (8 Stunden)
Führerschein Klasse B
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Rettungssanitäter/in zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Rettungssanitäter/in-Zertifikaten
Lohnt sich der PHTLS-Kurs als Rettungssanitäter?
Ja. PHTLS ist international anerkannt und verbessert deine Traumaversorgungskompetenz erheblich — das merken auch Arbeitgeber. Für RS, die auf dem RTW eingesetzt werden, ist PHTLS besonders wertvoll. Viele Rettungsdienste bezuschussen den Kurs oder bieten ihn als interne Fortbildung an.
Wie komme ich von der RS- zur NotSan-Ausbildung?
Bewirb dich direkt bei Rettungsdiensten oder Rettungsdienstschulen für die 3-jährige Notfallsanitäter-Ausbildung. Viele Arbeitgeber stellen RS gezielt ein, um sie zur NotSan-Ausbildung zu schicken. Deine RS-Praxis wird in der Ausbildung nicht formal angerechnet, aber die Erfahrung ist ein großer Vorteil. Voraussetzung: mittlerer Schulabschluss.
Welche Fortbildungen sind als RS Pflicht?
Je nach Bundesland und Arbeitgeber sind 30–40 Stunden jährliche Fortbildung Pflicht. Das umfasst typischerweise: Reanimationstraining (BLS/AED), Mega-Code-Training, Medikamenten-Refresher, Hygieneschulung und einsatztaktische Übungen. Dein Arbeitgeber organisiert diese Fortbildungen in der Regel intern.
Kann ich als RS den C1-Führerschein machen lassen?
Viele Rettungsdienst-Arbeitgeber finanzieren den C1-Führerschein, da er für schwere RTW über 3,5t benötigt wird. Die Kosten liegen bei ca. 1.500–2.500 €. Im Gegenzug verpflichtest du dich in der Regel für 1–2 Jahre. Frage bei der Bewerbung aktiv danach — es ist ein gängiges Angebot.
Werden PHTLS und AMLS von Arbeitgebern finanziert?
Häufig ja — besonders bei kommunalen Rettungsdiensten und großen Hilfsorganisationen. PHTLS und AMLS zählen als hochwertige Fortbildung und werden oft als Teil des jährlichen Fortbildungsbudgets finanziert. Bei privaten Anbietern ist die Kostenübernahme seltener. Frage bei der Bewerbung nach dem Fortbildungsbudget und ob externe Kurse gefördert werden.
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