Zertifizierungen im Überblick
Volontariat bei Verlag / Medienhaus
Verlage, Medienhäuser, Rundfunkanstalten, Corporate-Publishing-Abteilungen
Das Volontariat ist der klassische Berufseinstieg für Redakteure. Es vermittelt journalistisches Handwerk (Schreiben, Recherche, Redigieren), Presserecht und Redaktionsabläufe. Für Festanstellungen bei renommierten Verlagen ist ein abgeschlossenes Volo quasi Voraussetzung. Es ist aber keine gesetzliche Pflicht.
Keine (du wirst bezahlt: ca. 1.800–2.400 Euro/Monat brutto nach Tarifvertrag)
12–24 Monate (je nach Verlag/Medienhaus)
Meist Studienabschluss + erste journalistische Erfahrung (Praktika, freie Mitarbeit); keine formale Mindestqualifikation
Journalistenschule (Henri-Nannen-Schule, DJS, Axel-Springer-Akademie)
Henri-Nannen-Schule (Hamburg), Deutsche Journalistenschule (München), Axel-Springer-Akademie (Berlin) u.a.
Journalistenschulen gelten als die Eliteausbildung im deutschen Journalismus. Die Aufnahme ist hoch kompetitiv (Auswahlverfahren), aber der Abschluss öffnet Türen bei renommierten Medien. Absolventen haben ein starkes Netzwerk und werden bevorzugt eingestellt.
In der Regel kostenlos (Stipendium oder Ausbildungsvergütung)
15–24 Monate
Meist abgeschlossenes Studium + erste journalistische Erfahrung + bestandenes Auswahlverfahren
Presseausweis (Deutscher Presserat / DJV / ver.di)
Deutscher Journalisten-Verband (DJV) oder ver.di-Fachbereich Medien
Der Presseausweis weist dich als hauptberuflichen Journalisten aus und erleichtert den Zugang zu Pressekonferenzen, Events und Recherchequellen. Er wird von DJV oder ver.di ausgestellt und setzt hauptberufliche journalistische Tätigkeit voraus. Er ist kein Pflichtdokument, aber ein praktisches Arbeitsmittel.
Mitgliedsbeitrag DJV: ca. 200–500 Euro/Jahr (einkommensabhängig); ver.di: ähnlich
Beantragung nach Nachweis hauptberuflicher Tätigkeit
Hauptberufliche journalistische Tätigkeit (Festanstellung oder überwiegend Freelance)
SEO-Fachkraft / Content-Marketing-Zertifikat (z. B. HubSpot, Yoast, BVDW)
HubSpot Academy, Yoast SEO Academy, BVDW-zertifizierte Anbieter
SEO-Kompetenz wird für Online-Redakteure zunehmend Standard. Ein formales Zertifikat (z. B. HubSpot Content Marketing Certification) ist kostenlos und signalisiert HR-Abteilungen, dass du suchmaschinenoptimiert schreiben und Content-Strategien entwickeln kannst.
HubSpot: kostenlos; Yoast: ca. 99–199 Euro; BVDW-Kurse: ca. 500–1.500 Euro
HubSpot: ca. 6–8 Stunden; Yoast: ca. 10–20 Stunden; BVDW: 1–3 Tage
Keine — Grundverständnis für Online-Marketing empfohlen
WordPress Certified Editor / CMS-Fortbildungen
Verschiedene Anbieter (z. B. WordPress-Workshops, Typo3-Akademie)
CMS-Kompetenz wird für Online-Redakteure vorausgesetzt. Formale CMS-Zertifikate sind selten nötig, aber Workshops und Online-Kurse beschleunigen die Einarbeitung. WordPress-Kenntnisse sind am universellsten — die meisten Online-Medien nutzen es oder ein ähnliches System.
ca. 100–500 Euro (Workshop); Online-Kurse oft günstiger
1–3 Tage (Workshop) oder 10–20 Stunden (Online-Kurs)
Keine — Grundkenntnisse in Internet und Textverarbeitung reichen
Presserecht- und Medienrecht-Fortbildung
DJV, ver.di, Journalismus-Akademien, FH/Uni-Weiterbildungen
Presserecht (Gegendarstellung, Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Auskunftsansprüche) ist Grundwissen für Redakteure. Formale Fortbildungen sind besonders für Quereinsteiger wertvoll, die keinen journalistischen Hintergrund haben. Für Redaktionsleiter und Chefredakteure ist Presserecht-Kompetenz quasi Pflicht.
ca. 200–800 Euro (Seminar/Workshop)
1–3 Tage
Keine — für Berufseinsteiger und Quereinsteiger besonders empfohlen
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Redakteur zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Redakteur-Zertifikaten
Brauche ich als Redakteur Zertifikate?
Veröffentlichte Texte sind die wichtigste Qualifikation. Das Volontariat ist der Standard-Einstieg und wird von vielen Arbeitgebern erwartet. Zusätzliche Zertifikate (SEO, CMS, Presserecht) sind Bonus — besonders für Quereinsteiger, die formale Nachweise brauchen.
Ist das Volontariat für Quereinsteiger noch erreichbar?
Ja — viele Verlage und Medienhäuser nehmen auch Quereinsteiger ins Volontariat auf, wenn sie nachweisbare Schreiberfahrung und Motivation mitbringen. Das Alter ist selten ein Ausschlusskriterium. Die Vergütung ist allerdings niedrig (ca. 1.800–2.400 Euro/Monat), was für Menschen mit Lebenshaltungskosten eine Herausforderung sein kann.
Lohnt sich ein SEO-Zertifikat für Redakteure?
Für Online-Redakteure ja — SEO-Kompetenz ist zunehmend Standardanforderung. Die HubSpot Content Marketing Certification ist kostenlos und wird von vielen Arbeitgebern anerkannt. Yoast SEO Academy ist speziell für Redakteure konzipiert. Für Print-Redakteure sind SEO-Zertifikate weniger relevant.
Wie bekomme ich einen Presseausweis?
Über die Mitgliedschaft im DJV oder bei ver.di. Voraussetzung: Du musst hauptberuflich journalistisch tätig sein (Festanstellung oder überwiegend Freelance). Der Presseausweis erleichtert den Zugang zu Pressekonferenzen und Events, ist aber kein Pflichtdokument. Die Mitgliedschaft bietet zusätzlich Rechtsschutz und Fortbildungen.
Welche Weiterbildung hat den größten Karriereimpact für Redakteure?
Für Gehaltssteigerung: Wechsel in Corporate Redaktion (Unternehmen zahlen besser als Verlage). Für Karriereaufstieg: Redaktionsmanagement- und Führungsfortbildungen. Für Zukunftssicherheit: SEO + Content-Strategie + multimediale Kompetenz (Video, Podcast). Für Fachredakteure: Vertiefung der Fachexpertise im Themengebiet.
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