Zertifizierungen im Überblick
ATPL (Airline Transport Pilot License) / CPL+IR+ATPL-Theory (frozen ATPL)
EASA-zertifizierte Flugschulen (Lufthansa Aviation Training/EFA, FFH, FFL, Airways Aviation etc.)
Die ATPL ist die höchste Pilotenlizenz und Voraussetzung für den Einsatz als Flugkapitän (Captain) im gewerblichen Luftverkehr. Als "frozen ATPL" (CPL+IR+ATPL-Theorie) kannst du als First Officer (Co-Pilot) starten. Die volle ATPL wird nach 1.500 Flugstunden "entfroren". Ohne ATPL (oder frozen) kein Einstieg bei einer Airline.
60.000–100.000 EUR (integriert) oder 50.000–80.000 EUR (modular)
18–24 Monate (integriert) oder 2–4 Jahre (modular, berufsbegleitend möglich)
Mindestalter 17 (Ausbildungsbeginn), 21 (ATPL-Erteilung). Medical Class 1. Mindestens 14 ATPL-Theorie-Prüfungen bestanden.
Medical Class 1 (Flugtauglichkeitszeugnis für Berufspiloten)
Fliegerärztliche Untersuchungsstellen (AME — Aeromedical Examiner), Flugmedizinische Zentren (z.B. DLR Köln)
Ohne Medical Class 1 darfst du kein Flugzeug gewerblich fliegen — das ist nicht verhandelbar. Die Untersuchung prüft: Sehvermögen (korrigiert auf 6/6), Farbsehen, Hörvermögen, EKG, Blutbild, Neurologie, Psychiatrie. Ein Medical-Verlust bedeutet sofortiges Grounding. Lass dich vor der teuren Ausbildung untersuchen.
200–500 EUR (Erstuntersuchung), 150–300 EUR (Erneuerung)
Untersuchung: 3–4 Stunden. Ergebnis: innerhalb weniger Tage
Keine formalen — aber Farbsehstörungen, Epilepsie, Diabetes Typ 1 und bestimmte Herzerkrankungen führen zum Ausschluss
Type Rating (Musterberechtigung auf Airliner, z.B. A320, B737)
Airline-Trainingszentren (Lufthansa Aviation Training, CAE, FlightSafety), EASA-zertifizierte ATOs
Jedes Flugzeugmuster erfordert ein eigenes Type Rating — die Berechtigung, genau diesen Typ zu fliegen. A320-Familie und B737 sind die häufigsten und wertvollsten Muster. Das Type Rating wird im Simulator erworben und umfasst Normal Operations, Abnormal Procedures und Emergency Procedures. Ohne aktuelles Type Rating kein Einsatz bei einer Airline.
20.000–35.000 EUR (oft von der Airline finanziert, manchmal mit Bonding-Klausel)
6–12 Wochen (Groundschool + Simulator + Base Training)
CPL/IR oder ATPL, MCC-Zertifikat, Medical Class 1
ICAO English Level 4+ (Language Proficiency Endorsement)
EASA-zugelassene Prüfer, Airlines intern, zugelassene Sprachprüfungsstellen
ICAO English Level 4 (Operational) ist das weltweite Minimum für jeden Piloten. Ohne den Language Proficiency Endorsement in der Lizenz darfst du nicht fliegen. Level 4 muss alle 3 Jahre erneuert werden. Level 5 alle 6 Jahre. Level 6 (Expert) gilt unbefristet. Investiere in gutes Englisch — es ist nicht nur Pflicht, sondern Sicherheitsfaktor Nr. 1.
100–300 EUR (Prüfungsgebühr)
Prüfung: ca. 30 Minuten (Interview + Hörverständnis + Funkphraseologie)
Fließendes Englisch mit Fokus auf Luftfahrt-Terminologie
Instrument Rating (IR) — Instrumentenflugberechtigung
EASA-zertifizierte Flugschulen
Die Instrumentenflugberechtigung erlaubt das Fliegen bei schlechtem Wetter und in kontrolliertem Luftraum nach Instrumenten (IFR). Ohne IR kein Einsatz als Airline-Pilot — alle kommerziellen Flüge werden nach IFR durchgeführt. Das IR ist Bestandteil der ATPL-Ausbildung, muss aber regelmäßig durch Proficiency Checks aktuell gehalten werden.
In integrierter ATPL enthalten. Separat: 10.000–20.000 EUR (Theorie + ca. 55 Flugstunden)
In integrierter Ausbildung: 3–6 Monate. Separat: 6–12 Monate
PPL oder CPL, Medical Class 1, bestandene IR-Theorieprüfung (7 Fächer)
MCC-Zertifikat (Multi-Crew Cooperation)
EASA-zertifizierte Flugschulen und ATOs, Airline-Trainingszentren
Das MCC-Training ist Voraussetzung für jedes Type Rating auf Multi-Pilot-Flugzeuge. Es trainiert Crew Resource Management (CRM), Aufgabenverteilung im Cockpit, Kommunikationsverfahren und Zusammenarbeit unter Stress. In integrierten Ausbildungen ist MCC enthalten. Bei modularer Ausbildung muss es separat absolviert werden.
3.000–5.000 EUR (wenn separat, oft im Type Rating integriert)
20 Stunden Simulator + Theorie (ca. 2 Wochen)
CPL/IR oder ATPL-Theorie bestanden
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Pilot zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Pilot-Zertifikaten
Welche Zertifikate brauche ich als Airline-Pilot mindestens?
Drei sind absolut Pflicht: ATPL oder frozen ATPL (CPL+IR+ATPL-Theory), Medical Class 1 und ICAO English Level 4+. Für den konkreten Airline-Job brauchst du zusätzlich ein aktuelles Type Rating auf dem geflogenen Muster. MCC ist Voraussetzung für jedes Multi-Pilot-Type-Rating.
Wie teuer ist ein Type Rating und wer bezahlt es?
A320 Type Rating: 25.000–35.000 EUR. B737: 20.000–30.000 EUR. Bei Lufthansa und anderen großen Airlines wird das Type Rating finanziert — mit Bonding-Klausel (Rückzahlung anteilig bei Kündigung innerhalb von 3–5 Jahren). Low-Cost-Carrier verlangen manchmal die Eigenfinanzierung. Business Aviation finanziert in der Regel.
Lohnt sich ein Medical Class 1 Check vor der Ausbildung?
Unbedingt ja. Eine Medical-Class-1-Erstuntersuchung kostet 200–500 EUR — die ATPL-Ausbildung 60.000–100.000 EUR. Wenn du das Medical nicht bestehst (Farbsehstörung, Herzprobleme, Epilepsie), ist das Geld für die Ausbildung verloren. Lass dich vor dem ersten Flugtag bei einem Fliegerarzt untersuchen — das ist die wichtigste Investition, die du machen kannst.
Wie oft muss ich Proficiency Checks absolvieren?
Operator Proficiency Check (OPC) und Line Proficiency Check (LPC): alle 6–12 Monate im Simulator. Medical Class 1: jährlich (unter 40) bzw. alle 6 Monate (ab 40). ICAO English Level: alle 3 Jahre (Level 4) oder alle 6 Jahre (Level 5). Type Rating: gültig, solange Proficiency Checks bestanden werden.
Wird meine Lizenz international anerkannt?
EASA-Lizenzen gelten in allen 32 EASA-Mitgliedsstaaten (EU + EWR + Schweiz). Für Nicht-EASA-Länder gibt es bilaterale Abkommen: Die Umschreibung auf FAA (USA) ist relativ einfach, andere Länder (China, Mittlerer Osten) haben eigene Anforderungen. Viele Airlines im Mittleren Osten und in Asien stellen gezielt Piloten mit EASA-Lizenz ein — die EASA-ATPL hat weltweit einen exzellenten Ruf.
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