Zertifizierungen im Überblick
Weiterbildung zur Pflegeberatung nach §7a SGB XI
Verschiedene Bildungsträger (z. B. Caritas, Diakonie, AWO, private Akademien), orientiert an den Empfehlungen des GKV-Spitzenverbands
Die gesetzlich definierte Qualifikation für die Pflegeberatung nach §7a SGB XI. Mindestens 400 Stunden, umfasst Sozialrecht, Beratungsmethodik, Versorgungsplanung und pflegefachliche Grundlagen. Ohne diese Weiterbildung darf keine §7a-Beratung durchgeführt werden.
ca. 3.000–6.000 Euro (oft vom Arbeitgeber finanziert)
6–12 Monate berufsbegleitend (mindestens 400 Stunden)
Pflegefachkraft (3-jährige Ausbildung) oder Sozialversicherungsfachangestellte/r + Berufserfahrung
Case Management (DGCC-zertifiziert)
Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) — durchgeführt von zertifizierten Bildungsträgern
Case Management ergänzt die Pflegeberatung um eine systematische Versorgungssteuerung über Sektorgrenzen hinweg. Besonders wertvoll bei komplexen Fällen mit mehreren Hilfebedarfen. In Pflegestützpunkten und beim Entlassungsmanagement im Krankenhaus besonders gefragt.
ca. 3.000–5.000 Euro
210 Stunden (ca. 6–12 Monate berufsbegleitend)
Abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheits- oder Sozialwesen + Berufserfahrung
Palliative Care (Basiskurs nach DGP-Curriculum)
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) — zertifizierte Bildungsträger
Viele Beratungsfälle betreffen Pflegebedürftige in der letzten Lebensphase. Die Palliative-Care-Qualifikation befähigt zur kompetenten Beratung in palliativen Versorgungsfragen: Hospizversorgung, SAPV, Patientenverfügung und Sterbebegleitung.
ca. 1.500–2.500 Euro
160 Stunden (ca. 4 Wochen Vollzeit oder 4–6 Monate berufsbegleitend)
Examinierte Pflegeausbildung oder vergleichbare Gesundheitsausbildung
Wohnberater/in (Wohnraumanpassung und Barrierefreiheit)
Verschiedene Bildungsträger und Wohlfahrtsverbände, Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung
Wohnraumanpassung ist ein häufiges Beratungsthema: Umbau zum barrierefreien Bad, Treppenlifte, Pflegebetten. Als zertifizierte/r Wohnberater/in kannst du die bauliche Seite der Versorgungsplanung kompetent abdecken und Zuschüsse (§40 SGB XI) fundiert beraten.
ca. 500–1.500 Euro
3–5 Tage
Grundkenntnisse in Pflege und Wohnen im Alter
Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing)
Verschiedene zertifizierte Trainer und Institute (MINT-Netzwerk Deutschland)
Pflegeberatung erfordert oft, dass Pflegebedürftige und Angehörige zu Veränderungen motiviert werden (Hilfe annehmen, Pflegedienst zulassen, eigene Grenzen erkennen). Motivierende Gesprächsführung ist eine evidenzbasierte Methode, die die Beratungsqualität erheblich verbessert.
ca. 500–1.500 Euro
2–4 Tage
Grundkenntnisse in Beratung und Gesprächsführung
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Pflegeberater zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Pflegeberater-Zertifikaten
Ist die §7a-Weiterbildung gesetzlich vorgeschrieben?
Die §7a-Weiterbildung ist nicht im Gesetz selbst, aber in den Empfehlungen des GKV-Spitzenverbands definiert — und diese Empfehlungen sind der de-facto-Standard. Alle Pflegekassen und die meisten Pflegestützpunkte setzen die Weiterbildung (mindestens 400 Stunden) voraus. Ohne sie darfst du keine eigenständige §7a-Beratung durchführen.
Lohnt sich Case Management zusätzlich zur §7a-Weiterbildung?
Ja, besonders für komplexe Beratungsfälle und für die Karriereentwicklung. Case Management (DGCC-zertifiziert) erweitert deine Kompetenz in der sektorübergreifenden Versorgungssteuerung. Für Leitungsrollen in Pflegestützpunkten und beim Krankenhaussozialdienst ist die Zusatzqualifikation oft Voraussetzung.
Was kostet die §7a-Weiterbildung?
Die Kosten liegen bei 3.000–6.000 Euro für mindestens 400 Stunden (6–12 Monate berufsbegleitend). Viele Arbeitgeber (Pflegekassen, Kommunen, Wohlfahrtsverbände) übernehmen die Kosten gegen eine Bindungsvereinbarung (2–3 Jahre). Die Agentur für Arbeit kann die Weiterbildung über Bildungsgutschein finanzieren.
Brauche ich Palliative Care als Pflegeberater?
Nicht zwingend, aber empfehlenswert. Viele Beratungsfälle betreffen Menschen in der letzten Lebensphase. Mit Palliative-Care-Kompetenz (160 Stunden) kannst du zu Hospizversorgung, SAPV und Patientenverfügung fundiert beraten. Besonders in der Altenpflege-Beratung und in Pflegestützpunkten ist die Qualifikation wertvoll.
Welche Fortbildungspflicht gibt es für Pflegeberater?
Der GKV-Spitzenverband empfiehlt regelmäßige Fortbildung (jährlich). Viele Arbeitgeber setzen 8–16 Stunden Pflichtfortbildung pro Jahr voraus. Themen: Neues im Sozialrecht, Beratungsmethodik, regionale Versorgungsstrukturen. Supervision (mindestens 4x jährlich) sollte vom Arbeitgeber angeboten werden und ist Teil der Qualitätssicherung.
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