Zertifizierungen im Überblick
Pflegebasiskurs (Qualifizierung für Pflegehilfskräfte)
Pflegeschulen, Wohlfahrtsverbände, IHK-Bildungsträger
Der Pflegebasiskurs (ca. 200 Stunden) ist der schnellste Einstieg in die Pflege ohne formale Ausbildung. Er vermittelt Grundpflege, Hygiene, Erste Hilfe und Kommunikation. Viele Einrichtungen setzen den Basiskurs als Mindestqualifikation für ungelernte Pflegehilfskräfte voraus.
ca. 500–1.500 € (über Bildungsgutschein förderbar)
2–3 Monate Vollzeit oder 4–6 Monate Teilzeit
Keine formale Voraussetzung, Deutschkenntnisse mindestens B1
Betreuungskraft nach § 43b/53b SGB XI
Pflegeschulen, Wohlfahrtsverbände, IHK-Bildungsträger
Qualifiziert als Betreuungskraft in Pflegeheimen: Aktivierung, Beschäftigung und soziale Betreuung von Bewohnern. Die Qualifizierung nach § 43b SGB XI ist gesetzlich geregelt und wird von Pflegekassen finanziert. Eine gute Ergänzung zur Pflegeassistenz — besonders in der Demenzbetreuung.
ca. 1.000–2.500 € (über Bildungsgutschein förderbar)
160 Stunden Theorie + 2 Wochen Praktikum + jährliche Auffrischung (16h)
Keine formale Voraussetzung, Orientierungspraktikum (5 Tage) empfohlen
Kinästhetik-Grundkurs
Kinästhetik-Institut / MH-Kinaesthetics
Kinästhetik lehrt rückenschonendes Bewegen und Lagern von Patienten. Der Kurs schützt deine eigene Gesundheit und verbessert die Pflegequalität. Viele Arbeitgeber bieten den Kurs intern an — er ist ein anerkanntes Qualitätsmerkmal in der Pflege.
ca. 300–600 € (oft vom Arbeitgeber finanziert)
3–4 Tage (24–32 Stunden)
Keine formale Voraussetzung
Erste-Hilfe-Kurs (aufgefrischt)
DRK, Malteser, Johanniter, ASB
Ein aktueller Erste-Hilfe-Kurs ist in der Pflege Grundvoraussetzung — er wird in der Bewerbung erwartet und muss regelmäßig aufgefrischt werden. Der Kurs stärkt deine Handlungsfähigkeit in Notfallsituationen.
ca. 30–60 € (Grundkurs) / oft kostenlos über Arbeitgeber
1 Tag (9 Stunden), Auffrischung alle 2 Jahre
Keine
Behandlungspflege LG1/LG2 (Qualifizierung)
Pflegeschulen, Bildungsträger
Qualifiziert Pflegeassistenten für bestimmte behandlungspflegerische Maßnahmen (Medikamentengabe, Blutzuckermessung, Kompressionsstrümpfe) — unter Delegation durch eine Pflegefachkraft. Erweitert deinen Einsatzbereich und erhöht den Marktwert.
ca. 500–1.200 € (LG1) / ca. 1.200–2.500 € (LG2)
LG1: ca. 200 Stunden / LG2: ca. 400 Stunden
Pflegeassistenz-Ausbildung oder nachgewiesene Pflegeerfahrung
Demenz-Begleiter / Gerontopsychiatrische Zusatzqualifikation
Pflegeschulen, Alzheimer Gesellschaft, Wohlfahrtsverbände
Vertieft das Verständnis für den Umgang mit demenzkranken Menschen — Validation, Biografiearbeit und Kommunikation. In Pflegeheimen mit Demenzwohnbereichen ein großer Vorteil. Die Qualifikation zeigt Arbeitgebern, dass du dich über die Grundpflege hinaus weiterentwickelst.
ca. 500–1.500 €
40–120 Stunden berufsbegleitend
Pflegeerfahrung empfohlen, keine formale Voraussetzung
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Pflegeassistent zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Pflegeassistent-Zertifikaten
Welche Weiterbildung bringt mir als Pflegeassistentin am meisten?
Für den Einstieg: Pflegebasiskurs (200 Stunden) als Mindestqualifikation. Für bessere Stellen: Betreuungskraft nach § 43b SGB XI oder Behandlungspflege LG1. Für die Karriere: Ausbildung zur Pflegefachkraft (mit möglicher Anrechnung). Der größte Gehaltssprung kommt durch die Weiterqualifizierung zur Pflegefachkraft.
Wird der Pflegebasiskurs vom Arbeitgeber bezahlt?
Manche Einrichtungen finanzieren den Basiskurs für neue Mitarbeiter. Alternativ kann die Agentur für Arbeit die Kosten über einen Bildungsgutschein übernehmen — Pflege ist Mangelberuf, was die Bewilligung erleichtert. Frage bei der Einrichtung nach, bevor du selbst zahlst.
Ist der Kinästhetik-Kurs Pflicht?
Nein, er ist keine Pflicht, aber eine sehr sinnvolle Investition in deine Gesundheit. Kinästhetik reduziert die körperliche Belastung beim Heben und Lagern von Patienten — Rückenprobleme sind der häufigste Berufsausstiegsgrund in der Pflege. Viele Arbeitgeber bieten den Kurs kostenlos intern an.
Was qualifiziert mich als Betreuungskraft nach § 43b SGB XI?
Die Qualifizierung umfasst 160 Stunden Theorie (Demenz, Kommunikation, Aktivierung, Recht) und 2 Wochen Praktikum in einer Pflegeeinrichtung. Voraussetzung ist lediglich ein 5-tägiges Orientierungspraktikum. Die Qualifizierung berechtigt zur Arbeit als Betreuungskraft — mit jährlicher 16-stündiger Auffrischung.
Lohnt sich die Weiterqualifizierung zur Pflegefachkraft finanziell?
Deutlich: Pflegefachkräfte verdienen nach TVöD in P7–P8 ca. 3.300–4.100 € brutto/Monat — gegenüber 2.600–3.200 € als Pflegeassistentin. Das ist ein Plus von 500–1.000 € pro Monat. Zudem eröffnet der Fachkraft-Abschluss Leitungspositionen, Fachweiterbildungen und bessere Aufstiegschancen.
Weitere Themen für Pflegeassistent
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