Zertifikate & Qualifikationen

Netzwerkadministrator/in-Zertifikate: Welche wirklich zählen

Für Netzwerkadministratoren sind Zertifizierungen der wichtigste Karriere-Hebel — in kaum einem anderen IT-Bereich sind sie so etabliert und branchenrelevant. Die CCNA ist der universelle Einstiegsstandard, CCNP und herstellerspezifische Zertifikate differenzieren auf Senior-Level. Hier erfährst du, welche Zertifikate für deine Karrierestufe am sinnvollsten sind.

Zertifizierungen im Überblick

Cisco CCNA (Cisco Certified Network Associate)

Cisco

Türöffner

Die wichtigste Einstiegszertifizierung für Netzwerkadministratoren weltweit. CCNA deckt Routing, Switching, Netzwerk-Security, Wireless und Automatisierungsgrundlagen ab. Im DACH-Raum wird CCNA in der Mehrheit der Netzwerkadministrator-Stellenanzeigen gefordert oder gewünscht. Die Konzepte sind herstellerübergreifend anwendbar.

Kosten

ca. 330 USD Prüfungsgebühr (eine Prüfung: 200-301)

Dauer

8–14 Wochen Vorbereitung (berufsbegleitend)

Voraussetzung

Keine formale Voraussetzung. IT-Grundkenntnisse und Netzwerk-Basiswissen empfohlen.

CCNP Enterprise (Cisco Certified Network Professional)

Cisco

Türöffner

Die Senior-Zertifizierung für Netzwerkadministratoren. CCNP Enterprise vertieft Routing (OSPF, BGP, EIGRP), Switching, Wireless, SD-WAN und Netzwerk-Automatisierung. Für Senior-Netzwerkadministrator- und Network-Engineer-Rollen wird CCNP erwartet. Die Prüfung besteht aus einer Core-Prüfung plus einer Wahlprüfung.

Kosten

ca. 400 USD Core-Prüfung (350-401) + ca. 330 USD Wahlprüfung = ca. 730 USD gesamt

Dauer

3–6 Monate Vorbereitung (berufsbegleitend, mit CCNA-Basis)

Voraussetzung

Keine formale Voraussetzung. CCNA und 2–3 Jahre Netzwerk-Berufserfahrung empfohlen.

CompTIA Network+

CompTIA

Klarer Vorteil

Herstellerunabhängige Netzwerk-Grundlagenzertifizierung. Ideal als Einstieg für Quereinsteiger, die vor der CCNA eine breitere Basis aufbauen wollen. CompTIA Network+ deckt Netzwerkkonzepte, Infrastruktur, Sicherheit und Troubleshooting ab. Weniger anspruchsvoll als CCNA, aber als Grundlage anerkannt.

Kosten

ca. 350 EUR Prüfungsgebühr

Dauer

4–8 Wochen Vorbereitung

Voraussetzung

Keine formale Voraussetzung. CompTIA A+ oder IT-Grundkenntnisse empfohlen.

Fortinet NSE 4 — FortiGate Security & Infrastructure

Fortinet

Klarer Vorteil

Die zentrale Zertifizierung für Fortinet-Firewall-Administration. Fortinet FortiGate ist die am häufigsten eingesetzte Firewall-Plattform im deutschen Mittelstand. NSE 4 weist nach, dass du FortiGate-Firewalls konfigurieren, VPN einrichten und Security Policies umsetzen kannst. Besonders wertvoll, wenn dein Zielarbeitgeber Fortinet einsetzt.

Kosten

ca. 400 USD Prüfungsgebühr (zwei Teilprüfungen)

Dauer

4–8 Wochen Vorbereitung (mit Firewall-Erfahrung)

Voraussetzung

Fortinet NSE 1–3 (kostenlose Online-Kurse) als Basis empfohlen.

CompTIA Security+

CompTIA

Klarer Vorteil

Netzwerksicherheit ist ein zentraler Bestandteil der Netzwerkadministration. CompTIA Security+ deckt Netzwerk-Security, Bedrohungsanalyse, Kryptographie und Zugangskontrolle ab. Besonders wertvoll als Ergänzung zur CCNA, wenn du dich in Richtung Netzwerk-Security spezialisieren möchtest.

Kosten

ca. 390 EUR Prüfungsgebühr

Dauer

4–8 Wochen Vorbereitung

Voraussetzung

Keine formale Voraussetzung. CompTIA Network+ oder CCNA und 2 Jahre IT-Erfahrung empfohlen.

ITIL 4 Foundation

AXELOS / PeopleCert

Nice-to-have

Bei Konzernen und IT-Dienstleistern sind Netzwerkänderungen Change-Tickets. ITIL-Kenntnis zeigt, dass du strukturiert mit Change- und Incident-Management arbeitest. Schnell und günstig machbar. Bei Mittelständlern ohne ITIL-Prozesse irrelevant.

Kosten

ca. 300–400 EUR Prüfungsgebühr (Selbststudium), ca. 1.500 EUR mit Schulung

Dauer

3–5 Tage Vorbereitung (intensiv)

Voraussetzung

Keine formale Voraussetzung.

In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.

Zeugnisse & Referenzen: Was zählt

Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis

Betrieb und Administration der Netzwerkinfrastruktur mit N Switches, N Routern und N Firewalls über M Standorte
Firewall-Administration: Regelwerk-Pflege, NAT-Konfiguration, VPN-Tunnel-Management für N Standorte und N Remote-Nutzer
Planung und Durchführung von Netzwerk-Migrationen (z.B. MPLS → SD-WAN, Firewall-Austausch, Standortnetzwerk-Aufbau)
WLAN-Planung und -Betrieb: Ausleuchtung, Controller-Konfiguration, 802.1X-Authentifizierung für N Access Points
Netzwerk-Monitoring und Incident-Behebung mit definierten SLAs (z.B. Verfügbarkeit 99,9 %)

Positive Formulierungen

"administrierte die Netzwerkinfrastruktur über 12 Standorte mit 150 Switches und 20 Firewalls und erreichte eine Netzwerkverfügbarkeit von 99,95 %"
"migrierte die Standortvernetzung von MPLS auf SD-WAN (Fortinet) und reduzierte die WAN-Kosten um 45 %"
"implementierte 802.1X-basierte Netzwerkzugangskontrolle für 3.000 Endgeräte und erhöhte die Netzwerksicherheit nachweislich"
"plante und realisierte den Netzwerkaufbau für 3 neue Standorte inkl. Firewall, WLAN und Standortvernetzung"

Red-Flag-Formulierungen

"war für die Netzwerkbetreuung zuständig" — vage, kann alles von WLAN-Passwort-Reset bis Netzwerk-Design bedeuten
"behob Netzwerkstörungen" — klingt nach Helpdesk-Level, nicht nach Netzwerk-Administration
"bemühte sich um die Stabilität des Netzwerks" — Arbeitszeugnis-Code für: das Netzwerk war instabil
"unterstützte den Netzwerk-Ingenieur bei Konfigurationsaufgaben" — Zuarbeit ohne Eigenverantwortung

Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Netzwerkadministrator/in zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.

Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.

Häufige Fragen zu Netzwerkadministrator/in-Zertifikaten

CCNA oder CompTIA Network+ — was ist besser für den Einstieg?

CCNA ist anspruchsvoller und im DACH-Raum mehr wert. CompTIA Network+ ist eine gute Vorstufe, wenn du keine Netzwerk-Erfahrung hast. Die optimale Reihenfolge für absolute Einsteiger: CompTIA Network+ → CCNA. Wenn du bereits IT-Grundlagen und Netzwerk-Basiswissen hast, kannst du direkt mit der CCNA einsteigen und CompTIA Network+ überspringen.

Wie wichtig ist eine Firewall-Zertifizierung zusätzlich zur CCNA?

Firewall-Administration ist ein zentraler Bestandteil der Netzwerkadministration, den die CCNA nur grundlegend abdeckt. Eine herstellerspezifische Firewall-Zertifizierung (Fortinet NSE 4, Palo Alto PCNSA) ist ein starker Differenziator auf dem Arbeitsmarkt. Wähle den Hersteller passend zu deinem Zielarbeitgeber: Fortinet für Mittelstand, Palo Alto für Konzerne.

Brauche ich CCNP für eine Senior-Netzwerkadministrator-Rolle?

In den meisten Fällen ja. CCNP wird für Senior-Netzwerkadministrator- und Network-Engineer-Rollen erwartet. Die Prüfung vertieft Routing (OSPF, BGP, EIGRP), Switching, SD-WAN und Automatisierung — genau die Themen, die auf Senior-Level täglich relevant sind. Ohne CCNP ist der Aufstieg möglich, aber schwieriger — besonders bei Bewerbungen über HR-Abteilungen, die nach Zertifikaten filtern.

Wie viel kosten Netzwerk-Zertifizierungen insgesamt?

Ein solides Zertifizierungspaket (CCNA + CompTIA Network+) kostet ca. 650 EUR an Prüfungsgebühren. Mit Fortinet NSE 4 und CCNP kommt man auf ca. 1.700–2.000 EUR. Vorbereitungskurse (optional) kosten zusätzlich 500–3.000 EUR. Viele IT-Dienstleister und Unternehmen übernehmen Cisco-Zertifizierungskosten — frage vor der Eigeninvestition.

Sind Cisco-Zertifikate in Nicht-Cisco-Umgebungen anerkannt?

Ja — Cisco-Zertifizierungen sind der Branchen-Standard für Netzwerk-Know-how, unabhängig vom eingesetzten Hersteller. Die CCNA/CCNP-Konzepte (Routing-Protokolle, Switching, VLANs, Netzwerk-Security) sind herstellerübergreifend identisch. Arbeitgeber mit Juniper-, Aruba- oder HP-Netzwerken akzeptieren CCNA/CCNP als Kompetenznachweis. Die herstellerspezifischen Unterschiede lernst du schnell on the job.

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