Machbarkeit des Quereinstiegs
Gut machbarNachhilfe hat keine formalen Qualifikationsanforderungen. Wer ein Fach sicher beherrscht und es verständlich erklären kann, findet sofort Schüler. Studium oder pädagogische Ausbildung sind nicht nötig — Ergebnisse und Empfehlungen zählen.
Klassischer Werdegang
Ausbildung / Studium
Kein vorgeschriebener Ausbildungsweg. Häufig: Studium in einem Nachhilfefach oder Lehramtsstudium. Aber auch Abiturienten, Berufserfahrene und Pensionäre geben erfolgreich Nachhilfe.
Typische Dauer
Kein festgelegter Zeitraum — der Einstieg ist sofort möglich, wenn das Fachwissen vorhanden ist.
Alternative Ausbildung
Keine alternative Ausbildung nötig, da es keinen Standardweg gibt. Empfohlen: Nachhilfe-Didaktik-Workshop bei einem Institut (1–2 Tage), erweitertes Führungszeugnis für die Arbeit mit Minderjährigen.
Welche Zertifizierungen für den Einstieg ins Projektmanagement besonders wertvoll sind, erfährst du in unserer Übersicht der Nachhilfelehrer/in-Zertifikate.
Quereinstiegs-Pfade
Student:in mit guten Fachkenntnissen (Mathematik, Naturwissenschaften, Sprachen)
Sofort — erster Schüler innerhalb von 1–2 Wochen möglichWas du mitbringst
- Aktuelles Fachwissen — nah am Schulstoff, da das eigene Abitur nicht lange her ist
- Verständnis für die Perspektive des Lernenden — eigene Schulerfahrung ist noch frisch
- Flexibilität bei Arbeitszeiten (nachmittags/abends neben dem Studium)
- Digitale Kompetenz für Online-Nachhilfe
Was dir fehlt
Didaktische Grundkompetenz (wie erkläre ich es verständlich?), Elternkommunikation, Umgang mit Motivation und Frustration
So schließt du die Lücke
Einstieg über Nachhilfeinstitut (Schülerhilfe, Studienkreis): Die Institute bieten Einarbeitungstage und didaktische Kurzschulungen an. Alternativ: Anmeldung auf Plattformen wie Superprof, GoStudent oder Easy-Tutor — Profilbeschreibung und Bewertungen bauen das Portfolio auf. Erfahrung sammeln, Empfehlungen aufbauen, dann Privatnachhilfe mit höheren Stundensätzen anbieten.
Fachexperte:in oder Berufserfahrene:r (z. B. Ingenieur, IT-Fachkraft, Übersetzer)
1–2 Wochen Vorbereitung, dann sofort startbereitWas du mitbringst
- Tiefe Fachkompetenz, die Oberstufen- und Abiturniveau abdeckt
- Praxisbezug: Verbindung zwischen Schulstoff und realer Anwendung
- Erfahrung in Erklärungen und Präsentationen aus dem Berufsleben
- Autorität und Glaubwürdigkeit gegenüber Eltern
Was dir fehlt
Kenntnis des aktuellen Schulstoffs und der Lehrpläne, kindgerechte Didaktik (besonders bei jüngeren Schülern), Geduld mit Lernprozessen
So schließt du die Lücke
Aktuelle Schulbücher und Lehrpläne des jeweiligen Bundeslandes besorgen und durcharbeiten — der Schulstoff hat sich seit der eigenen Schulzeit verändert. Einstieg über Oberstufen-Nachhilfe und Abiturvorbereitung, wo Fachwissen am stärksten gefragt ist. Für jüngere Schüler: didaktische Grundlagen nachlesen (z. B. "Lernen sichtbar machen" von John Hattie). Erweitertes Führungszeugnis beantragen.
Lehramtsstudent:in oder Referendar:in (Nebenverdienst)
Sofort — dein Profil ist bereits ideal für NachhilfeWas du mitbringst
- Professionelle didaktische Kompetenz — du lernst gerade, wie man unterrichtet
- Kenntnis der aktuellen Lehrpläne und Prüfungsformate
- Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen aus Praktika
- Fähigkeit, Leistungsstände zu diagnostizieren und individuell zu fördern
Was dir fehlt
Umstellung von Gruppenunterricht auf Einzelförderung, Elternkommunikation als Nachhilfelehrer (anders als als Schullehrer), Selbstvermarktung
So schließt du die Lücke
Lehramtsstudierende sind bei Eltern und Instituten besonders beliebt — die pädagogische Ausbildung ist ein Vertrauensfaktor. Privatnachhilfe direkt anbieten (höhere Stundensätze als bei Instituten). In der Bewerbung auf das Lehramtsstudium und die Praxiserfahrung hinweisen. Online-Nachhilfe parallel zum Studium ist logistisch ideal.
Pensionär:in oder Elternteil in Elternzeit mit Fachwissen
1–2 Wochen Vorbereitung, dann sofort startbereitWas du mitbringst
- Lebenserfahrung und emotionale Reife im Umgang mit Kindern und Jugendlichen
- Geduld und Ruhe — Eigenschaften, die bei frustierten Schülern Gold wert sind
- Fachwissen aus Studium oder Berufsleben
- Zeitliche Flexibilität (Nachmittagsstunden möglich)
Was dir fehlt
Aktualisierung des Fachwissens (Lehrpläne und Schulstoff haben sich verändert), ggf. Digitalkompetenz für Online-Nachhilfe
So schließt du die Lücke
Aktuelle Schulbücher und Lehrpläne besorgen und den Stoff auffrischen. Einstieg über Nachhilfeinstitut (bieten Einarbeitung an) oder Plattformen. Für Online-Nachhilfe: Videokonferenz-Tool (Zoom, Teams) und digitales Whiteboard (Miro, Jamboard) lernen — ein Nachmittag Einarbeitung reicht. Erweitertes Führungszeugnis beantragen.
Du fragst dich, ob du die Anforderungen in Stellenanzeigen erfüllst? Unser Guide Nachhilfelehrer/in-Stellenanzeigen richtig lesen zeigt dir, welche Anforderungen wirklich zählen — und welche Wunschliste sind.
"Vergleichbare Qualifikation" — was heißt das?
Im Nachhilfebereich gibt es keine formale "Qualifikation" — und damit auch keine "vergleichbare" Qualifikation im rechtlichen Sinn. Was zählt, ist dreifach: (1) Fachwissen im Nachhilfefach auf dem Niveau der Zielgruppe, (2) Fähigkeit, es verständlich zu erklären, und (3) Zuverlässigkeit. Referenzen von bisherigen Schülern oder Eltern sind die stärkste Qualifikation. Ein Lehramtsstudium ist ein Pluspunkt, aber keine Voraussetzung.
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Häufige Fragen zum Quereinstieg als Nachhilfelehrer/in
Brauche ich ein Studium, um Nachhilfelehrer zu werden?
Nein — für Nachhilfe gibt es keine formale Qualifikationsanforderung. Entscheidend ist, dass du das Fach sicher beherrschst und es verständlich erklären kannst. Studenten, Abiturienten, Berufserfahrene und Pensionäre geben erfolgreich Nachhilfe. Ein Studium oder Lehramtsstudium ist ein Vertrauensfaktor bei Eltern, aber keine Voraussetzung.
Wie finde ich meinen ersten Nachhilfeschüler?
Der schnellste Weg: Anmeldung bei einem Nachhilfeinstitut (Schülerhilfe, Studienkreis) — die haben ständig Bedarf und bieten Einarbeitung an. Alternativ: Profil auf Plattformen (Superprof, GoStudent) erstellen, Aushänge in Schulen und Supermärkten, und Mundpropaganda über das eigene Netzwerk. Der erste Schüler kommt oft innerhalb von 1–2 Wochen.
Wie viel kann ich als Nachhilfelehrer verdienen?
Nachhilfeinstitute zahlen 10–18 € pro Stunde (Kleingruppe). Privatnachhilfe bringt 20–50 € pro Stunde — je nach Fach, Niveau, Region und deiner Qualifikation. Abiturvorbereitung in Mathematik oder Physik erzielt die höchsten Sätze. Online-Nachhilfe ermöglicht ortsunabhängiges Arbeiten. Für einen Stundensatz von 30 € brauchst du gute Referenzen und erkennbare Kompetenz.
Kann ich Nachhilfe als Nebenjob machen?
Ja — Nachhilfe ist einer der beliebtesten Nebenjobs. Als Minijob (bis 538 € monatlich) steuerfrei, auf Honorarbasis (Rechnung stellen) bis zur Freibetragsgrenze. Die Arbeitszeiten (nachmittags, abends, Wochenende) lassen sich gut mit einem Hauptjob kombinieren. Viele Nachhilfelehrer arbeiten 5–15 Stunden pro Woche nebenbei.
Brauche ich ein erweitertes Führungszeugnis?
Ja, in den meisten Fällen. Für die Arbeit mit Minderjährigen verlangen Nachhilfeinstitute und Bildungsträger ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Bei Privatnachhilfe ist es nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber Eltern fragen zunehmend danach. Beantragung beim Bürgeramt, Kosten ca. 13 €, Dauer 1–3 Wochen.
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