Zertifizierungen im Überblick
Fachassistenz Lohn und Gehalt (FALG)
Steuerberaterkammern (regional)
Die FALG ist die höchste Spezialisierung im Bereich Lohnbuchhaltung und wird von der Steuerberaterkammer vergeben. Sie zeigt Arbeitgebern, dass du Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht auf Expertenniveau beherrschst. In Steuerkanzleien ist die FALG ein echtes Alleinstellungsmerkmal und rechtfertigt höhere Gehälter.
ca. 2.500–4.000 EUR (je nach Kammer und Format)
6–12 Monate berufsbegleitend
Ausbildung als Steuerfachangestellte/r oder vergleichbare Berufserfahrung in der Lohnabrechnung. Mind. 2 Jahre Praxis empfohlen.
IHK-Zertifikat Lohn- und Gehaltsabrechnung
Industrie- und Handelskammern (regional)
Der IHK-Lehrgang ist der breiteste und zugänglichste Einstieg in die Lohnbuchhaltung. Er vermittelt Lohnsteuerrecht, Sozialversicherungsrecht, Abrechnungstechnik und Bescheinigungswesen. Deutsche Arbeitgeber kennen und respektieren IHK-Abschlüsse. Für Quereinsteiger ist dies oft der erste und wichtigste Schritt.
ca. 1.500–3.000 EUR (je nach IHK und Format)
3–6 Monate berufsbegleitend
Keine formale Voraussetzung. Kaufmännische Grundkenntnisse empfohlen.
DATEV-Zertifikat Lohn und Gehalt
DATEV eG (Schulungszentren)
DATEV ist der Software-Standard in der Lohnbuchhaltung bei Steuerkanzleien und vielen Mittelständlern. Das offizielle DATEV-Zertifikat weist nach, dass du das Programm produktiv nutzen kannst — von der Mandantenanlage bis zur Monatsabrechnung. Ohne DATEV-Nachweis ist der Einstieg in Kanzleien deutlich schwerer.
ca. 500–1.200 EUR (je nach Kursformat)
2–5 Tage (Intensivkurs) oder 4–8 Wochen (berufsbegleitend)
Keine formale Voraussetzung. Grundkenntnisse in Lohnabrechnung hilfreich.
Certified Payroll Manager (CPM)
Haufe Akademie
Eine praxisorientierte Weiterbildung, die über die reine Abrechnung hinausgeht: Payroll-Management, Prozessoptimierung und Digitalisierung. Besonders relevant für Lohnbuchhalter, die in Richtung Teamleitung oder Payroll-Management wachsen wollen. Im DACH-Raum anerkannt und bei Konzernen geschätzt.
ca. 3.000–5.000 EUR
6–9 Monate berufsbegleitend (mehrere Module)
Mehrjährige Berufserfahrung in der Lohnabrechnung. Grundkenntnisse in Arbeitsrecht empfohlen.
Geprüfte/r Personalfachkaufmann/-frau (IHK)
Industrie- und Handelskammern (regional)
Breitere Weiterbildung, die Personalwirtschaft, Arbeitsrecht und Entgeltabrechnung kombiniert. Ideal für Lohnbuchhalter, die sich in Richtung Personalmanagement entwickeln wollen. Der IHK-Abschluss ist ein anerkannter Aufstiegsnachweis und öffnet Türen für Positionen mit erweitertem Verantwortungsbereich.
ca. 3.500–5.500 EUR
12–18 Monate berufsbegleitend
Kaufmännische Ausbildung + Berufserfahrung oder vergleichbare Qualifikation.
SAP HCM Anwenderzertifizierung
SAP
SAP HCM (Human Capital Management) ist die Abrechnungssoftware in Konzernen. Eine SAP-HCM-Zertifizierung öffnet Türen zu Payroll-Rollen in Großunternehmen und Shared Service Centern. Im Mittelstand und in Kanzleien ist SAP weniger relevant — dort dominiert DATEV.
ca. 500–800 EUR Prüfungsgebühr (SAP Learning Hub separat)
4–8 Wochen Vorbereitung
Keine formale Voraussetzung. Praxis mit SAP HCM empfohlen.
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Lohnbuchhalter zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Lohnbuchhalter-Zertifikaten
Welches Lohnbuchhalter-Zertifikat ist in Deutschland am angesehensten?
Die Fachassistenz Lohn und Gehalt (FALG) der Steuerberaterkammer ist die höchste Spezialisierung und bei Kanzleien das stärkste Signal. Für den Einstieg ist das IHK-Zertifikat Lohn- und Gehaltsabrechnung am breitesten anerkannt. In der Kanzleiwelt ist zusätzlich das DATEV-Zertifikat quasi Pflicht.
FALG oder IHK — welche Weiterbildung ist besser für Lohnbuchhalter?
Die FALG setzt Berufserfahrung voraus und ist fachlich tiefer — ideal für erfahrene Lohnbuchhalter, die sich spezialisieren wollen. Das IHK-Zertifikat ist breiter angelegt und für Einsteiger und Quereinsteiger der richtige erste Schritt. Wer beides hat, ist in der Lohnbuchhaltung überdurchschnittlich qualifiziert.
Brauche ich ein DATEV-Zertifikat, um als Lohnbuchhalter zu arbeiten?
Formal nicht, aber praktisch ist DATEV-Kompetenz in Steuerkanzleien und vielen Mittelständlern Voraussetzung. Das offizielle DATEV-Zertifikat ist der schnellste Nachweis. Wenn du bereits mit DATEV gearbeitet hast, reicht die Berufserfahrung — das Zertifikat ist dann ein optionaler Bonus.
Wie viel kosten Lohnbuchhalter-Weiterbildungen?
Die Spanne reicht von ca. 500 EUR (DATEV-Intensivkurs) bis 5.500 EUR (Personalfachkaufmann IHK). Der IHK-Lehrgang liegt bei 1.500–3.000 EUR, die FALG bei 2.500–4.000 EUR. Viele Arbeitgeber übernehmen die Kosten, und Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit sind für IHK-Lehrgänge einsetzbar.
Lohnt sich die Weiterbildung zum Personalfachkaufmann für Lohnbuchhalter?
Ja, wenn du dich breiter aufstellen und in Richtung Personalmanagement entwickeln willst. Der Personalfachkaufmann kombiniert Entgeltabrechnung mit Personalplanung, Arbeitsrecht und Personalentwicklung. Für eine reine Spezialisierung in der Lohnbuchhaltung ist die FALG die bessere Wahl — sie geht tiefer ins Lohnsteuer- und SV-Recht.
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