Zertifizierungen im Überblick
LSVT LOUD (Lee Silverman Voice Treatment)
LSVT Global — Kurse über zertifizierte Anbieter in Deutschland
LSVT LOUD ist das evidenzbasierte Standardverfahren in der Stimmtherapie bei Morbus Parkinson. Die Methode ist international anerkannt, wissenschaftlich fundiert und in der neurologischen Rehabilitation hochgefragt. LSVT-zertifizierte Logopäden sind besonders in Reha-Kliniken und neurologischen Praxen gefragt — die Zertifizierung macht dich zum Spezialisten.
ca. 800–1.200 € (2-Tage-Kurs)
2 Tage (16 Stunden) Workshop + Online-Nachbereitung
Staatliche Anerkennung als Logopäde/Sprachtherapeut oder vergleichbare Qualifikation
Trachealkanülenmanagement (Dekanülierungsmanagement)
Fortbildungsinstitute, Kliniken, Fachgesellschaften (DGD, dbl)
Trachealkanülenmanagement ist eine der anspruchsvollsten und bestbezahlten Spezialisierungen in der klinischen Logopädie. Du begleitest die Dekanülierung beatmeter Patienten, trainierst Schlucken und Sprechen mit Trachealkanüle und arbeitest auf Intensivstationen. Kliniken suchen Logopäden mit dieser Kompetenz händeringend.
ca. 500–1.200 € (Fachkurs)
2–5 Tage (16–40 Stunden) + klinische Praxis
Logopädische Grundqualifikation + Erfahrung in der Dysphagietherapie empfohlen
FEES (Fiberoptische Endoskopische Evaluation des Schluckakts)
DGD (Deutsche Gesellschaft für Dysphagie), Kliniken, Fortbildungsinstitute
FEES ist das Standardverfahren zur instrumentellen Schluckdiagnostik. Logopäden, die FEES eigenständig durchführen und auswerten können, sind in Akutkrankenhäusern und Reha-Kliniken extrem gefragt. Die FEES-Kompetenz hebt dich von anderen Logopäden ab und eröffnet den Zugang zu spezialisierten Klinikstellen.
ca. 800–1.500 € (Fachkurs)
2–3 Tage Kurs + Praxis unter Supervision (50+ dokumentierte FEES empfohlen)
Logopädische Grundqualifikation + Erfahrung in der Dysphagietherapie
Castillo Morales Konzept (Orofaziale Regulationstherapie)
Castillo Morales Vereinigung e.V. — Kurse über zertifizierte Instruktoren
Ein neurophysiologisches Behandlungskonzept für die Therapie orofazialer Störungen — besonders bei Kindern mit Down-Syndrom, Gaumenspalten und neurologischen Störungen. In der pädiatrischen Logopädie eine der gefragtesten Zusatzqualifikationen. Auch in der Erwachsenen-Neurologie (Fazialisparese) einsetzbar.
ca. 1.500–2.500 € (Grundkurs)
Grundkurs: 5 Tage (40 Stunden) — Aufbaukurse empfohlen
Staatliche Anerkennung als Logopäde/Sprachtherapeut oder Physiotherapeut
Therapie nach dem Patholinguistischen Ansatz (PLAN)
Universität Potsdam / Fortbildungsinstitute
PLAN ist ein evidenzbasiertes, linguistisch fundiertes Therapiekonzept für Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern. Es ist systematisch aufgebaut (Phonologie, Lexikon, Syntax, Textebene) und in der Pädiatrie weit verbreitet. Für ambulante Praxen mit Pädiatrie-Schwerpunkt eine wertvolle Qualifikation.
ca. 400–800 € (Kursreihe)
2–4 Tage (16–32 Stunden) — mehrere Module empfohlen
Logopädische Grundqualifikation
K-Taping Logopädie (Kinesiologisches Taping für den orofazialen Bereich)
K-Taping International Academy / Fortbildungsinstitute
Kinesiologisches Taping wird in der Logopädie bei orofazialen Funktionsstörungen, Fazialisparesen und myofunktionellen Störungen eingesetzt. Eine niedrigschwellige Zusatzqualifikation, die in der Praxis als ergänzende Maßnahme einsetzbar ist und von Patienten geschätzt wird.
ca. 300–600 € (Kurs)
1–2 Tage (8–16 Stunden)
Logopädische Grundqualifikation
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Logopäde/Logopädin zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Logopäde/Logopädin-Zertifikaten
Welche Zusatzqualifikation lohnt sich als Logopäde am meisten?
Für die Klinik-Karriere: FEES und Trachealkanülenmanagement — damit bist du für die bestbezahlten und gefragtesten Klinikstellen qualifiziert. Für die Praxis: LSVT LOUD (Neurologie/Parkinson) oder Castillo Morales (Pädiatrie). FEES ist langfristig der stärkste Karrierehebel, weil die Kompetenz selten ist und die Nachfrage extrem hoch.
Finanziert mein Arbeitgeber die Fortbildung?
In Kliniken (TVöD/TV-L) in der Regel ja — oft 1.000–3.000 € Fortbildungsbudget pro Jahr plus Freistellung. In ambulanten Praxen ist die Kostenübernahme Verhandlungssache. Gute Praxen investieren in ihre Therapeuten. Bei teuren Qualifikationen (FEES, LSVT LOUD) ist eine Bindungsvereinbarung (1–2 Jahre) üblich.
Wie werde ich FEES-kompetent?
Der Weg: 1) FEES-Fachkurs (2–3 Tage) für die theoretischen und praktischen Grundlagen. 2) Klinische Praxis unter Supervision — mindestens 50 dokumentierte FEES-Untersuchungen unter ärztlicher Aufsicht empfohlen. 3) Eigenständige Durchführung nach ärztlicher Delegation. Die meisten Kliniken bilden Logopäden intern in FEES aus, wenn du Bereitschaft zeigst.
Ist LSVT LOUD nur für Parkinson-Patienten?
LSVT LOUD wurde ursprünglich für Morbus Parkinson entwickelt, wird aber zunehmend auch bei anderen neurologischen Erkrankungen mit leiser oder undeutlicher Stimme eingesetzt (z. B. Multiple Sklerose, Ataxien). Die Kernprinzipien (lautes Phonieren, intensive Übung) sind breit anwendbar. Die Zertifizierung qualifiziert dich für alle LSVT-LOUD-Anwendungen.
Brauche ich Castillo Morales UND Bobath für die Pädiatrie?
Castillo Morales ist die spezifischere Qualifikation für die orofaziale Therapie in der Pädiatrie — bei Schluckstörungen, Mundmotorikproblemen und Gaumenspalten. Bobath in der Logopädie ist breiter (neuromotorische Störungen insgesamt). Für die pädiatrische Logopädie ist Castillo Morales die wichtigere Investition. Bobath ergänzt sinnvoll, wenn du auch mit neurologisch erkrankten Erwachsenen arbeitest.
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