Zertifizierungen im Überblick
SPS-Grundkurs (Siemens S7 / TIA Portal)
Siemens SITRAIN, Festo Didactic, IHK, private Bildungsträger
SPS-Diagnosekompetenz ist in der modernen Instandhaltung unverzichtbar. Fast jede Produktionsanlage wird über SPS gesteuert. Der Grundkurs befähigt dich, Programme zu lesen, Fehlermeldungen zu interpretieren und Signalzustände zu prüfen — die tägliche Arbeit in der Steuerungsdiagnose.
ca. 1.500–2.500 € (Grundkurs)
3–5 Tage
Elektrotechnische Grundkenntnisse; Ausbildung als Elektroniker oder Mechatroniker empfohlen
Industriemeister Metall oder Elektrotechnik (IHK)
Industrie- und Handelskammern (IHK)
Der Meisterabschluss ist der wichtigste Karriereschritt für Instandhaltungstechniker mit Führungsambitionen. Er qualifiziert für die Schichtleitung, Instandhaltungsmeister-Position und Ausbildertätigkeit. DQR-Stufe 6 mit Gehaltssprung von 8.000–15.000 Euro pro Jahr.
5.000–10.000 € (Aufstiegs-BAföG: bis zu 75 % Zuschuss)
1,5–2,5 Jahre berufsbegleitend
Technische Ausbildung + 1 Jahr Berufserfahrung
Hydraulik-Grundlagen und -Instandhaltung (Bosch Rexroth / Festo)
Bosch Rexroth Schulungszentren, Festo Didactic, TÜV
Hydraulische Antriebe sind in Pressen, Spritzgießmaschinen und Werkzeugmaschinen allgegenwärtig. Systematische Hydraulik-Kenntnisse (Schaltpläne lesen, Druckmessung, Ventildiagnose) erweitern dein Einsatzspektrum erheblich und machen dich für den Arbeitgeber wertvoller.
ca. 800–1.500 €
3–5 Tage
Technische Grundausbildung; keine spezifische Voraussetzung
Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606-1 (MAG/WIG)
DVS / SLV (Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalten), TÜV
In der Instandhaltung fallen regelmäßig Reparaturschweißungen an. Mit einer anerkannten Schweißerprüfung darfst du qualitätsgesichert schweißen — das erweitert dein Einsatzspektrum und ist bei vielen Arbeitgebern ein klarer Pluspunkt.
ca. 500–1.500 € (Vorbereitung + Prüfung)
1–2 Wochen Vorbereitung + Prüfung
Praktische Schweißerfahrung; medizinische Eignung (G26/G20)
Befähigte Person zur Prüfung elektrischer Betriebsmittel (DGUV Vorschrift 3)
TÜV, DEKRA, BG ETEM
Die Prüfung elektrischer Betriebsmittel nach DGUV Vorschrift 3 ist gesetzlich vorgeschrieben. Als befähigte Person kannst du diese Prüfungen durchführen — eine Zusatzaufgabe, die dein Profil in der Instandhaltung stärkt.
ca. 800–1.500 €
2–3 Tage Seminar
Elektrotechnische Ausbildung + Berufserfahrung
Staplerschein (Flurfördermittelschein nach DGUV Grundsatz 308-001)
TÜV, DEKRA, betriebliche Ausbilder
In der Instandhaltung musst du oft schwere Teile transportieren, Ersatzteile aus dem Lager holen oder Maschinenkomponenten mit dem Stapler bewegen. Der Staplerschein ist schnell gemacht und in vielen Instandhaltungsstellen vorausgesetzt.
150–350 €
2–3 Tage
Mindestalter 18 Jahre; gesundheitliche Eignung (G25)
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Instandhaltungstechniker zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Instandhaltungstechniker-Zertifikaten
Welche Weiterbildung hat den größten Wert für Instandhaltungstechniker?
Für die Karriere: der Meisterabschluss (IHK) — er ist der wichtigste Karriereschritt mit Gehaltssprung und Führungsqualifikation. Für den sofortigen Marktwert: SPS-Grundkurs (Siemens) — SPS-Diagnosekompetenz wird in fast jeder Instandhaltungsstelle gesucht. Für die fachliche Breite: Hydraulik-Grundkurs (Bosch Rexroth oder Festo).
Brauche ich als Mechaniker einen SPS-Kurs?
Ja, dringend empfohlen. In der modernen Instandhaltung ist die Grenze zwischen Mechanik und Elektrik aufgelöst. Auch als Mechaniker musst du SPS-Fehlermeldungen lesen und Signalzustände prüfen können, um Störungen ganzheitlich zu diagnostizieren. Der Grundkurs dauert 3–5 Tage und erweitert dein Einsatzspektrum erheblich.
Wer bezahlt Weiterbildungen für Instandhaltungstechniker?
Die meisten Industrieunternehmen übernehmen fachbezogene Weiterbildungen (SPS-Kurse, Hydraulik, Schweißen) vollständig. Den Meisterkurs bezahlen Arbeitgeber oft anteilig oder gewähren Bildungsfreistellungstage. Aufstiegs-BAföG fördert die Meistervorbereitung mit bis zu 75 % Zuschuss. Frage im Vorstellungsgespräch gezielt nach dem Weiterbildungsbudget.
Lohnt sich der Schweißerschein für Instandhaltungstechniker?
Wenn in deinem Betrieb Reparaturschweißungen anfallen: ja. Ein Schweißerschein nach DIN EN ISO 9606-1 (MAG oder WIG) kostet 500–1.500 Euro und dauert 1–2 Wochen. Er erweitert dein Einsatzspektrum und macht dich für den Arbeitgeber wertvoller. In Betrieben ohne Schweißbedarf ist er nicht nötig.
Gibt es eine spezielle Weiterbildung „Instandhaltungstechniker"?
Es gibt keinen formalen Abschluss „Instandhaltungstechniker". Die Weiterbildung läuft über den Staatlich geprüften Techniker (Maschinentechnik/Elektrotechnik) oder den Industriemeister. Ergänzend bieten REFA, TÜV und Festo spezifische Instandhaltungsseminare an (Condition Monitoring, TPM, Schwingungsanalyse), die das Profil fachlich schärfen.
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