Berufsprofil: Immobilienkaufmann/-frau
Immobilienkaufleute verwalten, bewirtschaften und vermarkten Immobilien. Sie arbeiten in Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen, bei Projektentwicklern oder Maklern. Ihre Aufgaben reichen von der Mietvertragserstellung über die Betriebskostenabrechnung bis zur Baubetreuung und Immobilienbewertung. Die Ausbildung vermittelt kaufmännisches, technisches und rechtliches Wissen rund um die Immobilie.
Top 5 Aufgaben
Typische Branchen
Hard Skills
- Immobilienverwaltungssoftware (Wodis, iX-Haus, Domus, Haufe PowerHaus)
- Mietrecht (BGB §§ 535 ff., Mietpreisbremse, Betriebskostenverordnung)
- WEG-Recht (Wohnungseigentumsgesetz)
- Betriebskostenabrechnung und Heizkostenverordnung
- MS Office (Excel für Wirtschaftspläne, Word für Mietverträge und Korrespondenz)
Soft Skills
- Kommunikationsstärke — du bist Ansprechpartner für Mieter, Eigentümer, Handwerker und Behörden
- Konfliktfähigkeit bei Mietstreitigkeiten, Nachbarschaftskonflikten und Eigentümerversammlungen
- Organisationstalent für die parallele Betreuung vieler Objekte und Vorgänge
- Sorgfalt und Genauigkeit bei Betriebskostenabrechnungen und Mietrecht
- Technisches Grundverständnis für Gebäudetechnik, Heizung, Sanitär und Elektro
Arbeitsumfeld: Büro mit regelmäßigen Objektbegehungen und Außenterminen (Wohnungsübergaben, Eigentümerversammlungen, Handwerkerkoordination). Arbeitszeiten in der Regel geregelt, Eigentümerversammlungen oft abends. Homeoffice zunehmend verbreitet, besonders in größeren Unternehmen. Dresscode: Business Casual.
Arbeitsmarkt-Lage: Immobilienkaufmann/-frau
Die Immobilienbranche sucht händeringend Fachkräfte — der Fachkräftemangel bei Immobilienkaufleuten ist akut. Die steigende Regulierung (WEG-Reform, Heizkostennovelle, GEG) erhöht den Verwaltungsaufwand, während die Ausbildungszahlen sinken. Besonders gefragt sind WEG-Verwalter, technische Property Manager und Mietrechts-Spezialisten. Wer die Ausbildung hat, kann sich den Arbeitgeber aussuchen.
Top-Regionen
Berlin und München sind die größten Immobilienmärkte mit den meisten Stellen. Frankfurt profitiert von der Gewerbeimmobilien-Szene (Büros, Banken). Hamburg und Köln/Düsseldorf bieten breite Immobilienlandschaften mit Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen und Maklern. Im ländlichen Raum sind Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen die Hauptarbeitgeber.
Zertifikate für Immobilienkaufmann/-frau: welche zählen
In der Immobilienwirtschaft sind Weiterbildungen der schnellste Weg zu mehr Gehalt und Verantwortung — und seit der WEG-Reform 2020 teilweise gesetzlich vorgeschrieben. Der Immobilienfachwirt ist der Klassiker für den Aufstieg. Hier sind die Zertifikate, die bei Arbeitgebern den Unterschied machen.
Von 5 verbreiteten Zertifikaten für Immobilienkaufmann/-frau gelten 2 als Türöffner — ohne sie kommst du bei vielen Stellen nicht in die engere Auswahl. Der Rest verbessert die Ausgangslage, entscheidet aber nicht.
Geprüfter Immobilienfachwirt (IHK)
IHK (Prüfung) | Lehrgangsanbieter: EBZ (Europäisches Bildungszentrum), IHK-Bildungszentren, SGD
Die Aufstiegsfortbildung Nr. 1 in der Immobilienwirtschaft — DQR-Stufe 6, gleichwertig mit dem Bachelor. Qualifiziert für Objektleitung, Teamleitung und gehobene Fachpositionen. Per Aufstiegs-BAföG bis zu 75 % gefördert. Im Fachkräftemangel der Branche ein echter Gehaltstreiber: Fachwirte verdienen im Schnitt 8.000–12.000 EUR/Jahr mehr.
3.500–6.500 EUR (Lehrgang + Prüfungsgebühr ca. 400–600 EUR) | Aufstiegs-BAföG: bis zu 75 %
12–18 Monate berufsbegleitend (Abend-/Wochenendkurse oder Blended Learning)
Abgeschlossene Immobilienausbildung + 1 Jahr Berufserfahrung ODER 5 Jahre einschlägige Berufserfahrung
Zertifizierter Verwalter (IHK) nach § 26a WEG
IHK (Sachkundeprüfung)
Seit der WEG-Reform 2020 können Wohnungseigentümer den Sachkundenachweis von ihrem Verwalter verlangen. Die Zertifizierung wird zunehmend zur Pflicht für WEG-Verwalter. Ohne diesen Nachweis verlierst du perspektivisch den Zugang zu WEG-Verwaltungsstellen.
ca. 300–500 EUR (IHK-Prüfungsgebühr) | Vorbereitungskurse: 500–1.500 EUR
2–8 Wochen Vorbereitung + Prüfung
Keine formale Voraussetzung. Immobilienkaufleute gelten als sachkundig, müssen aber die Prüfung ablegen.
Immobilienökonom/Immobilienökonomin (ADI / IREBS)
ADI (Akademie der Immobilienwirtschaft) oder IREBS (International Real Estate Business School)
Hochwertige berufsbegleitende Qualifikation für die strategische Immobilienwirtschaft. Vermittelt Immobilienbewertung, Projektentwicklung, Investment und Portfoliomanagement. Besonders wertvoll für den Wechsel in Asset Management, Projektentwicklung oder institutionelle Immobilienwirtschaft.
ca. 12.000–20.000 EUR (je nach Anbieter und Umfang)
12–18 Monate berufsbegleitend (Blockwochen + Selbststudium)
Immobilienausbildung + Berufserfahrung oder Hochschulabschluss
IHK-Zertifikat Immobilienverwaltung / Mietverwaltung
IHK (verschiedene Kammern) | EBZ, BBA (Akademie der Immobilienwirtschaft Berlin)
Kompakter Zertifikatslehrgang für Quereinsteiger und Fachkräfte, die ihre Immobilienkenntnisse auffrischen wollen. Vermittelt Mietrecht, Betriebskostenabrechnung, WEG-Grundlagen und Praxiswissen. Ideal als Brückenqualifikation für den Einstieg in die Immobilienbranche.
ca. 1.000–2.500 EUR (je nach IHK und Umfang)
3–6 Monate berufsbegleitend
Keine formale Voraussetzung
Energieberater / GEG-Grundlagen (HWK oder Energieeffizienz-Kurse)
Handwerkskammern, DENA (Deutsche Energie-Agentur), diverse Bildungsträger
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die energetische Sanierung sind Zukunftsthemen der Immobilienwirtschaft. Immobilienkaufleute, die GEG-Grundlagen, Energieausweise und Förderprogramme verstehen, sind für Wohnungsunternehmen besonders wertvoll. Die Qualifikation ist noch selten — und daher ein echtes Differenzierungsmerkmal.
ca. 1.500–4.000 EUR (je nach Umfang und Anbieter)
1–4 Wochen (Intensivkurs) oder 3–6 Monate berufsbegleitend
Technisches Grundverständnis empfohlen, keine formale Voraussetzung
Zeugnisse & Referenzen: was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Häufige Fragen zu Immobilienkaufmann/-frau-Zertifikaten
Welche Weiterbildung lohnt sich für Immobilienkaufleute am meisten?
Der Immobilienfachwirt (IHK) ist die strategisch beste Investition: DQR-Stufe 6, per Aufstiegs-BAföG bis zu 75 % gefördert und Voraussetzung für Objektleitung und Teamleitung. Im aktuellen Fachkräftemangel rechtfertigt der Fachwirt einen Gehaltssprung von 8.000–12.000 EUR/Jahr.
Brauche ich den zertifizierten Verwalter nach § 26a WEG?
Wenn du in der WEG-Verwaltung arbeitest oder arbeiten willst: ja, zunehmend. Seit der WEG-Reform können Eigentümer den Sachkundenachweis verlangen. Immobilienkaufleute gelten als sachkundig, müssen die IHK-Prüfung aber ablegen. Die Vorbereitung dauert 2–8 Wochen, die Kosten liegen unter 2.000 EUR.
Wie finanziere ich den Immobilienfachwirt?
Aufstiegs-BAföG übernimmt bis zu 75 % der Lehrgangs- und Prüfungskosten — einkommensunabhängig. Viele Wohnungsunternehmen und Hausverwaltungen beteiligen sich zusätzlich an den Kosten oder stellen für Prüfungen frei. Die Eigeninvestition liegt damit oft unter 2.000 EUR.
Lohnt sich der Immobilienökonom (IREBS/ADI)?
Ja, wenn du ins Asset Management, die Projektentwicklung oder die institutionelle Immobilienwirtschaft wechseln willst. Die Qualifikation ist teuer (12.000–20.000 EUR), aber sie öffnet Türen zu Gehältern von 60.000–100.000 EUR. Für die klassische Hausverwaltung reicht der Immobilienfachwirt.
Gibt es sinnvolle Zertifikate für energetische Sanierung?
Ja — GEG-Grundlagenkurse und Energieberater-Qualifikationen werden für Immobilienkaufleute zunehmend wichtig. Die energetische Sanierung des Gebäudebestands ist ein Zukunftsthema, und Wohnungsunternehmen suchen Fachkräfte, die GEG, Energieausweise und Förderprogramme verstehen. Die Qualifikation ist noch selten — und daher ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Was in diesem Beruf verdient wird: Gehalt als Immobilienkaufmann/-frau — 56.967 € Median (Destatis 2025) · zum Berufsstart: Einstiegsgehalt ab 3.940 €/Monat
Dein Weg zum Immobilienkaufmann/-frau-Job
Quereinstieg
Wie realistisch ist der Einstieg als Immobilienkaufmann/-frau ohne klassischen Werdegang? Pfade, Zeitaufwand und was wirklich zählt.
Stellenanzeigen richtig lesen
Was Anforderungen in Immobilienkaufmann/-frau-Stellenanzeigen wirklich bedeuten — und wann du dich trotzdem bewerben solltest.
Zertifikate & Qualifikationen
Amtliche Gehaltsspanne für Immobilienkaufmann/-frau und wie Zertifikatsanforderungen in Stellenanzeigen gemeint sind.
Bewerbung als Immobilienkaufmann/-frau: weitere Schritte
Destatis 2025: Median, Niveau-Spanne und Einstiegsgehalt mit Quelle
Typische Fragen, STAR-Methode und Vorbereitung
Kernkompetenzen, häufige Fehler und ein starker Einstieg
Formulierungen richtig deuten und Bewertungen einordnen
Verwandte Berufe
Diese Berufe teilen sich viele Anforderungen mit Immobilienkaufmann/-frau — ein Blick lohnt sich, wenn du deine Suche breiter aufstellen willst.
Häufige Fragen zum Beruf Immobilienkaufmann/-frau
Was macht ein Immobilienkaufmann genau?
Immobilienkaufleute verwalten und bewirtschaften Immobilien: Mietvertragserstellung, Betriebskostenabrechnungen, WEG-Verwaltung, Instandhaltungskoordination und Immobilienvermarktung. Sie sind Ansprechpartner für Mieter, Eigentümer, Handwerker und Behörden — der zentrale Knotenpunkt rund um die Immobilie.
Wie ist die Arbeitsmarktlage für Immobilienkaufleute?
Hervorragend — der Fachkräftemangel ist akut. Steigende Regulierung (WEG-Reform, GEG, Heizkostennovelle) und sinkende Ausbildungszahlen treiben die Nachfrage. Wer die Ausbildung hat, kann sich den Arbeitgeber aussuchen. Besonders gefragt sind WEG-Verwalter, technische Bestandsbetreuer und Mietrechts-Spezialisten.
Welches Gehalt kann ich als Immobilienkaufmann erwarten?
Berufseinsteiger starten bei 30.000–36.000 EUR brutto/Jahr. Mit 3–5 Jahren Erfahrung sind 38.000–48.000 EUR realistisch. Objektleiter und WEG-Verwalter mit großem Portfolio verdienen 45.000–58.000 EUR. In der Projektentwicklung und im Asset Management liegen die Gehälter bei 55.000–75.000 EUR. Makler verdienen provisionsabhängig — nach oben offen, aber mit Risiko.
Was unterscheidet Immobilienkaufleute von Maklern?
Immobilienkaufleute sind Festangestellte, die Immobilien verwalten und bewirtschaften — Mietverträge, Betriebskosten, Instandhaltung. Makler vermitteln Kauf- und Mietverträge auf Provisionsbasis. Die Ausbildung zum Immobilienkaufmann qualifiziert für beides, aber die Tätigkeiten unterscheiden sich grundlegend.
Warum finde ich auf Jobbörsen hauptsächlich Maklerstellen?
Maklerbüros inserieren massenhaft, weil sie permanent neue Berater auf Provisionsbasis suchen. Die attraktiven Festanstellungen bei Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen und Projektentwicklern stehen oft nur auf den eigenen Karriereseiten — dort herrscht weniger Wettbewerb.
Finde Immobilienkaufmann-Stellen direkt bei Wohnungsunternehmen und Verwaltungen
Elinora durchsucht Karriereseiten direkt — keine Jobbörsen, keine Vermittler. Du bekommst nur verifizierte Stellen, die zu deinem Profil passen.
- Jobs direkt von Arbeitgeber-Karriereseiten — keine Duplikate
- KI-gestütztes Matching: Nur Stellen, die wirklich zu dir passen
- Versteckte Stellen, die auf Jobbörsen nie erscheinen
Die Inhalte dieser Seite wurden mit KI-Unterstützung erstellt. Mehr zur Funktionsweise
