Zertifizierungen im Überblick
EASA Part-66 Lizenz (Category A / B1 / B2)
Luftfahrt-Bundesamt (LBA) — Prüfungen bei zugelassenen Stellen (z.B. Lufthansa Technical Training, TÜV Rheinland Aviation)
Die Part-66-Lizenz ist die EU-weit anerkannte Berechtigung zur Wartung und Freigabe von Luftfahrzeugen. Cat A: einfache Wartung unter Aufsicht. Cat B1: eigenständige mechanische Wartung und Freigabe. Cat B2: eigenständige Avionik-Wartung und Freigabe. Ohne Part-66 keine eigenständige Arbeit und kein volles Gehalt als Fluggerätemechaniker.
Prüfungen: 100–300 EUR/Modul (13–17 Module). Vorbereitungskurse: 5.000–15.000 EUR gesamt. Oft vom Arbeitgeber finanziert.
Module: 6–24 Monate berufsbegleitend. Plus Berufserfahrung: Cat A = 3 Jahre, Cat B1/B2 = 5 Jahre (ohne Ausbildung) oder 2 Jahre (mit IHK-Abschluss)
Mindestalter 18 (Cat A) / 21 (Cat B). Nachweis der Berufserfahrung in einem EASA-Part-145-Betrieb
IHK-Abschluss Fluggerätemechaniker
IHK (duale Ausbildung bei Lufthansa Technik, Airbus, MTU, Bundeswehr etc.)
Die 3,5-jährige IHK-Ausbildung ist der Standardweg in den Beruf und qualifiziert direkt für die Part-66 Cat-A-Lizenz. Drei Fachrichtungen: Instandhaltungstechnik (Wartung), Fertigungstechnik (Flugzeugbau), Triebwerkstechnik. Der IHK-Abschluss wird von allen MRO-Betrieben anerkannt und verkürzt die Berufserfahrungs-Anforderung für Part-66 B1/B2.
Keine (Ausbildungsvergütung: ca. 1.000–1.250 EUR/Monat)
3,5 Jahre duale Ausbildung
Mittlerer Schulabschluss empfohlen, gute Noten in Mathe, Physik und Englisch
Human Factors Training (EASA Part-145.A.30(e))
MRO-Betriebe intern, Lufthansa Technical Training, TÜV Rheinland Aviation
Pflichtschulung für alle Wartungsmitarbeiter in EASA-Part-145-Betrieben. Behandelt menschliche Fehlerquellen: Müdigkeit, Zeitdruck, Kommunikationsfehler, Normenblindheit. Muss initial und dann alle 2 Jahre aufgefrischt werden. Ohne Human Factors Training darf kein Mechaniker in einem Part-145-Betrieb arbeiten.
Kostenlos (vom Arbeitgeber organisiert und finanziert)
Initial: 2–3 Tage, Auffrischung: 1 Tag (alle 2 Jahre)
Anstellung in einem EASA-Part-145-Betrieb
Typenschulung (Type Training) auf spezifische Flugzeugmuster
Lufthansa Technical Training, Airbus Training Centre, Boeing, CAE, FlightSafety
Für jedes Flugzeugmuster, das du eigenständig warten und freigeben willst, brauchst du eine Typenschulung (Type Rating). A320-Familie, B737, B777/787, A350 sind die gefragtesten. Jede Typenschulung erweitert deine Einsatzmöglichkeiten und erhöht dein Gehalt. Die Schulung wird auf der Part-66-Lizenz eingetragen.
5.000–15.000 EUR pro Flugzeugtyp (oft vom Arbeitgeber finanziert)
2–4 Wochen pro Typ (Theorie + praktische Einweisung)
Part-66 Cat B1 oder B2 Lizenz
EWIS Training (Electrical Wiring Interconnection System)
MRO-Betriebe intern, Lufthansa Technical Training
EWIS Training ist seit 2012 Pflicht für alle Mechaniker, die an elektrischen Kabelsystemen in Flugzeugen arbeiten (EASA Part-66.A.25). Es behandelt Kabelinspektion, Schadensbeurteilung und Reparatur. Ohne EWIS-Training keine Arbeit an der elektrischen Verkabelung — das betrifft fast jede Wartungsarbeit.
Kostenlos (vom Arbeitgeber organisiert)
1–2 Tage
Part-66-Lizenz oder in Ausbildung dazu
Fuel Tank Safety Training (CDCCL)
MRO-Betriebe intern, Hersteller-Trainingszentren
Critical Design Configuration Control Limitations (CDCCL) Training ist Pflicht für Mechaniker, die an oder in der Nähe von Kraftstofftanks arbeiten. Es behandelt Explosionsschutz, Kraftstoffsystem-Sicherheit und spezifische Wartungsanweisungen. Besonders relevant bei Base Maintenance und Strukturreparaturen.
Kostenlos (vom Arbeitgeber organisiert)
1 Tag
Part-66-Lizenz oder in Ausbildung dazu
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
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Häufige Fragen zu Fluggerätemechaniker-Zertifikaten
Welche Zertifikate brauche ich als Fluggerätemechaniker mindestens?
Die EASA Part-66-Lizenz (mindestens Cat A) ist das zentrale Zertifikat. Dazu kommen Human Factors Training und EWIS Training — beides wird vom Arbeitgeber organisiert. Typenschulungen erweitern deine Einsatzmöglichkeiten und werden meist vom Arbeitgeber finanziert. Der IHK-Abschluss ist der schnellste Weg zur Part-66-Lizenz.
Wie komme ich an die Part-66 B1/B2-Lizenz?
Zwei Wege: 1) IHK-Ausbildung (3,5 Jahre) + 2 Jahre Berufserfahrung + B1/B2-Modulprüfungen. 2) Verwandte technische Ausbildung + 5 Jahre Berufserfahrung in Part-145-Betrieb + alle Modulprüfungen. Beide Wege führen zur gleichen Lizenz. Große MRO-Betriebe unterstützen den Weg zur B-Lizenz mit Freistellungen und Kostenübernahme.
Wie teuer sind Typenschulungen und wer bezahlt sie?
Typenschulungen kosten 5.000–15.000 EUR pro Flugzeugmuster. In der Regel finanziert der Arbeitgeber die Schulung und bindet dich im Gegenzug für 2–3 Jahre. Selbst bezahlen musst du nur, wenn du dich unabhängig qualifizieren willst. Tipp: A320-Familie und B737 sind die wertvollsten Type Ratings, weil diese Muster am häufigsten geflogen werden.
Wird die Part-66-Lizenz international anerkannt?
Innerhalb der EU/EASA ja — die Lizenz gilt in allen 32 EASA-Mitgliedsstaaten ohne Umschreibung. Für Nicht-EASA-Länder (USA, Kanada, Australien) gibt es bilaterale Anerkennungsabkommen — eine Umschreibung auf die lokale Lizenz (z.B. FAA A&P für die USA) ist oft mit reduziertem Aufwand möglich.
Muss ich die Lizenz regelmäßig erneuern?
Die Part-66-Lizenz selbst hat kein Ablaufdatum. Aber: Du musst innerhalb der letzten 2 Jahre mindestens 6 Monate Wartungserfahrung nachweisen können, um deine Freigabeberechtigung aktiv zu nutzen. Human Factors und EWIS müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Typenschulungen bleiben gültig, solange du sie regelmäßig anwendest.
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