Zertifizierungen im Überblick
Cabin Crew Attestation (CCA) nach EASA/EU-OPS
Ausschließlich Airlines mit EASA-Genehmigung (Lufthansa, Swiss, Austrian, Condor etc.)
Das CCA ist die EU-weit anerkannte Lizenz für Kabinenpersonal. Ohne CCA darfst du nicht als Flugbegleiter arbeiten. Es wird nach erfolgreichem Abschluss des Airline-internen Trainings ausgestellt und ist bei allen EASA-Airlines gültig — du musst bei einem Airline-Wechsel nur ein Difference Training (neuer Flugzeugtyp) absolvieren.
Kostenlos (im Airline-Training enthalten)
6–8 Wochen Vollzeit-Training
Arbeitsvertrag bei einer EASA-Airline, bestandene Flugtauglichkeitsuntersuchung, Zuverlässigkeitsüberprüfung nach LuftSiG
Erste-Hilfe-Kurs Luftfahrt (Aviation First Aid)
Im Airline-Training integriert / DRK, ASB (erweiterte Kurse)
Erste Hilfe auf Luftfahrtniveau ist Pflichtbestandteil des CCA-Trainings und muss jährlich aufgefrischt werden. Die Kenntnisse gehen weit über den Standard-Erste-Hilfe-Kurs hinaus: Defibrillator-Einsatz, Sauerstoffgabe in der Höhe, Umgang mit Druckverlust und anaphylaktischem Schock. Ein aktueller Erste-Hilfe-Schein vor der Bewerbung ist ein Plus.
Kostenlos (im Airline-Training) / 30–60 EUR (externer Grundkurs vorab)
Im Training: ca. 1 Woche / Externer Kurs: 2 Tage
Keine
Dangerous Goods Awareness Training (IATA DGR)
Im Airline-Training integriert / IATA-zertifizierte Schulungsanbieter
Jedes Cabin-Crew-Mitglied muss Gefahrgut erkennen können — Lithium-Batterien, Chemikalien, Sprengstoffe im Gepäck. Das Dangerous Goods Awareness Training ist Pflichtbestandteil des CCA-Trainings und muss alle 2 Jahre aufgefrischt werden. Externes Vorwissen wird im Assessment positiv gewertet.
Kostenlos (im Airline-Training) / 150–300 EUR (externer IATA-Kurs)
Im Training: ca. 2 Tage / Externer Kurs: 1 Tag
Keine
Zuverlässigkeitsüberprüfung (ZÜP) nach §7 LuftSiG
Luftfahrt-Bundesamt (LBA) über die Airline
Die behördliche Zuverlässigkeitsüberprüfung ist Voraussetzung für jeden Zugang zum Sicherheitsbereich von Flughäfen — und damit für jeden Flugbegleiter. Sie prüft Bundeszentralregister, Verfassungsschutz und ggf. Einreisedaten. Ohne bestandene ZÜP kein Arbeitsbeginn.
Ca. 50–80 EUR (wird oft vom Arbeitgeber übernommen)
4–8 Wochen Bearbeitungszeit
Sauberes Führungszeugnis, keine sicherheitsrelevanten Erkenntnisse
Schwimmnachweis (200 Meter freischwimmen)
DLRG, Schwimmbäder mit Abzeichenabnahme, im Assessment Day der Airline
Schwimmfähigkeit ist Pflicht für Cabin Crew — bei einer Notwasserung musst du Passagiere im Wasser betreuen können. Der Nachweis wird im Assessment Day oder im Training erbracht. Wer nicht schwimmen kann, wird nicht zugelassen. Ein DLRG-Schwimmabzeichen (Silber oder Gold) vorab ist ein Plus in der Bewerbung.
5–15 EUR (DLRG-Abzeichen)
1 Tag Prüfung
Schwimmfähigkeit: 200 Meter ohne Hilfsmittel
Englisch-Sprachzertifikat (Cambridge, IELTS, TOEFL)
Cambridge Assessment, British Council, ETS (TOEFL)
Fließendes Englisch wird im Assessment Day geprüft — ein formales Sprachzertifikat (B2 oder C1) untermauert deine Kompetenz und hebt dich von Bewerbern ohne Nachweis ab. Besonders bei Lufthansa und Swiss wird Cambridge B2 First oder C1 Advanced gerne gesehen. Für Langstrecken-Positionen ist C1 praktisch Voraussetzung.
150–250 EUR (Prüfungsgebühr)
1 Prüfungstag (Vorbereitung individuell)
Englischkenntnisse auf dem entsprechenden Niveau
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Flugbegleiter zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Flugbegleiter-Zertifikaten
Welche Zertifikate brauche ich vor der Bewerbung als Flugbegleiter?
Keine Pflicht-Zertifikate — das CCA wird erst im Airline-Training erworben. Freiwillige Pluspunkte: Englisch-Zertifikat (Cambridge B2/C1), aktueller Erste-Hilfe-Schein, DLRG-Schwimmabzeichen. Diese zeigen Eigeninitiative und untermauern deine Eignung im Assessment Day.
Ist das CCA bei allen Airlines gültig?
Ja — das Cabin Crew Attestation ist EU-weit bei allen EASA-Airlines anerkannt. Bei einem Airline-Wechsel musst du nur ein Difference Training (neuer Flugzeugtyp, ca. 1–2 Wochen) absolvieren. Das CCA selbst bleibt gültig, solange du die jährlichen Auffrischungen (Recurrent Training) absolvierst.
Was passiert, wenn ich das CCA-Training nicht bestehe?
Wer die Abschlussprüfung des Cabin Crew Trainings nicht besteht, erhält kein CCA und kann nicht als Flugbegleiter arbeiten. Die meisten Airlines bieten einen zweiten Versuch an. Die Durchfallquote ist gering (unter 5 %), wenn du motiviert und aufmerksam bist. Bei erneutem Durchfallen endet das Arbeitsverhältnis in der Regel.
Wie oft muss ich Auffrischungstrainings absolvieren?
Jährlich: Recurrent Training (Sicherheitsverfahren, Erste Hilfe, Notfall-Evakuierung) — ca. 3–5 Tage pro Jahr. Alle 2 Jahre: Dangerous Goods Auffrischung. Bei neuem Flugzeugtyp: Difference Training (1–2 Wochen). Alle Trainings werden von der Airline organisiert, bezahlt und im Dienstplan eingeplant.
Lohnt sich ein externes Fremdsprachen-Zertifikat?
Ja — besonders für Bewerber, die sich von der Masse abheben wollen. Ein Cambridge C1 Advanced oder IELTS Band 7+ zeigt der Airline, dass dein Englisch Assessment-sicher ist. Für Bewerber mit Migrationshintergrund kann auch ein Deutsch-Zertifikat (Goethe C1/C2) sinnvoll sein, um Sprachkompetenz formal nachzuweisen.
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