Quereinstieg

Quereinstieg als Dokumentar: So realistisch ist es

Der Quereinstieg in die Dokumentation ist möglich, insbesondere für Personen mit strukturiertem Arbeiten, IT-Affinität und Erfahrung in Recherche oder Informationsverarbeitung. Für behördliche Archivarstellen ist ein einschlägiges Studium meist Pflicht. In der Unternehmens-Dokumentation und im Records Management sind die Zugangshürden niedriger — hier zählen praktische Fähigkeiten mehr als formale Abschlüsse.

Machbarkeit des Quereinstiegs

Machbar mit Aufwand

Der Quereinstieg als Dokumentar ist möglich, aber abhängig vom Zielbereich. In Unternehmensarchiven und im Records Management sind die Chancen am besten. Für Mediendokumentation und wissenschaftliche Dokumentation wird oft ein einschlägiges Studium erwartet. IT-Affinität und Recherchekompetenzen sind die wichtigsten Transferqualifikationen.

Klassischer Werdegang

Ausbildung / Studium

Ausbildung FaMI (3 Jahre) oder Studium Informationswissenschaft/Bibliotheksmanagement (Bachelor 3–4 Jahre, Master 2 Jahre)

Typische Dauer

3 Jahre (Ausbildung) oder 3–5 Jahre (Studium)

Alternative Ausbildung

Weiterbildung zum Informationsbroker oder Records Manager über private Bildungsträger. IHK-Zertifikat Wissensmanagement. Berufsbegleitendes Studium Informationswissenschaft (z. B. HdM Stuttgart, FH Potsdam). Volontariat in Archiven oder Bibliotheken.

Welche Zertifizierungen für den Einstieg ins Projektmanagement besonders wertvoll sind, erfährst du in unserer Übersicht der Dokumentar-Zertifikate.

Quereinstiegs-Pfade

Journalist / Redakteur

6–12 Monate (gezielte Weiterbildung)

Was du mitbringst

  • Professionelle Recherchetechniken und Quellenauswertung
  • Umgang mit Informationen unter Zeitdruck
  • Verständnis für Medienproduktion und redaktionelle Abläufe
  • Textkompetenz und Fähigkeit zur Zusammenfassung

Was dir fehlt

Erschließungstechniken, Metadatenstandards, Archivierungsmethoden, Datenbankmanagement

So schließt du die Lücke

Journalisten bringen eine starke Recherchebasis mit. Der Wechsel in die Mediendokumentation (Rundfunk, Verlage) ist naheliegend. Weiterbildung in Informationserschließung und Datenbanken (z. B. Kurse der FH Potsdam oder HdM Stuttgart) schließt die fachlichen Lücken. In Medienhäusern wird journalistische Erfahrung als Plus gewertet.

Bibliothekar / Buchhändler

3–6 Monate (Einarbeitung und Spezialisierung)

Was du mitbringst

  • Erfahrung in der Medienerschließung und -verwaltung
  • Kenntnis von Klassifikationssystemen und Katalogisierung
  • Nutzerorientierte Beratung und Informationsvermittlung
  • Umgang mit Bibliothekssystemen und Datenbanken

Was dir fehlt

Spezialisierung auf Dokumentation, Records Management, Unternehmensarchivierung

So schließt du die Lücke

Bibliothekare haben verwandte Kernkompetenzen. Der Übergang in die Dokumentation erfordert eine Spezialisierung — z. B. in Richtung Unternehmensarchiv, Mediendokumentation oder regulatorische Dokumentation. Weiterbildungen im Records Management oder Digital Asset Management schließen die Lücke.

Verwaltungsfachangestellter / Bürokaufmann

1–2 Jahre (Weiterbildung Records Management) oder 3–4 Jahre (berufsbegleitendes Studium)

Was du mitbringst

  • Strukturierte Aktenführung und Dokumentenverwaltung
  • Umgang mit Verwaltungssoftware und Datenbanken
  • Organisationstalent und Genauigkeit
  • Kenntnis von Verwaltungsabläufen und Compliance-Anforderungen

Was dir fehlt

Fachliche Erschließungskompetenz, Informationswissenschaft, Metadatenstandards, Archivrecht

So schließt du die Lücke

Verwaltungskräfte bringen die organisatorische Basis mit. Für den Wechsel ins Records Management ist die Brücke am kürzesten. Eine Weiterbildung zum Records Manager (z. B. über ARMA International oder TÜV) oder ein berufsbegleitendes Studium Archivwissenschaft öffnet die Tür.

Du fragst dich, ob du die Anforderungen in Stellenanzeigen erfüllst? Unser Guide Dokumentar-Stellenanzeigen richtig lesen zeigt dir, welche Anforderungen wirklich zählen — und welche Wunschliste sind.

"Vergleichbare Qualifikation" — was heißt das?

Bei „Ausbildung als FaMI oder vergleichbare Qualifikation" werden verwandte Ausbildungen (Kaufleute für Büromanagement, Mediengestalter) und einschlägige Berufserfahrung in der Informationsverarbeitung akzeptiert. Für höhere Positionen (wissenschaftliche Dokumentation, Archivleitung) wird in der Regel ein Studium vorausgesetzt.

Bibliothekar mit Erfahrung in der Datenbankpflege = für Dokumentarstellen in Unternehmen akzeptiert
Journalist mit Rechercheexpertise und IT-Affinität = für Mediendokumentation bei Rundfunkanstalten anerkannt
Verwaltungsfachangestellter mit Records-Management-Weiterbildung = für Unternehmensarchive geeignet

Du bist unsicher, ob deine Qualifikationen ausreichen? Der Talent Report analysiert dein Profil und zeigt, wo du als Quereinsteiger stehst.

Häufige Fragen zum Quereinstieg als Dokumentar

Kann ich ohne FaMI-Ausbildung oder Studium als Dokumentar arbeiten?

In der Unternehmens-Dokumentation und im Records Management ist der Einstieg auch ohne formale Dokumentar-Ausbildung möglich — Berufserfahrung in der Informationsverarbeitung und IT-Kenntnisse können ausreichen. Für behördliche Archivstellen und wissenschaftliche Dokumentation wird jedoch in der Regel ein einschlägiger Abschluss vorausgesetzt.

Welche IT-Kenntnisse brauche ich für den Quereinstieg?

Grundlegende Datenbankkenntnisse (SQL), Erfahrung mit Content-Management-Systemen (SharePoint, Confluence) und Excel-Kompetenz auf fortgeschrittenem Niveau sind das Minimum. Für Digital Asset Management: Kenntnisse in DAM-Systemen (Canto, Adobe Experience Manager). Für die Zukunft: Python-Grundkenntnisse für Datenaufbereitung und Automatisierung werden zunehmend erwartet.

Ist die Umschulung zum FaMI sinnvoll?

Die FaMI-Ausbildung (3 Jahre, verkürzt 2 Jahre bei Vorqualifikation) ist eine solide Basis — besonders für die Fachrichtung Information und Dokumentation oder Archiv. Für Quereinsteiger über 30 kann ein berufsbegleitendes Studium oder eine Weiterbildung zum Records Manager zeitlich attraktiver sein. Die FaMI-Vergütung während der Ausbildung ist allerdings gering (ca. 1.000–1.100 Euro brutto/Monat).

Gibt es Fördermöglichkeiten für den Quereinstieg?

Die Agentur für Arbeit fördert Umschulungen zum FaMI über einen Bildungsgutschein. Für berufsbegleitende Studiengänge gibt es BAföG und Aufstiegs-BAföG. Private Weiterbildungen (Records Management, Wissensmanagement) können über Qualifizierungschancengesetz gefördert werden, wenn der Arbeitgeber einen Antrag stellt.

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