Zertifizierungen im Überblick
Braumeister (IHK/HWK)
Doemens Akademie (Gräfelfing), VLB Berlin, oder Handwerkskammer
Der Braumeister (DQR 6) ist die wichtigste Aufstiegsfortbildung für Brauer. Er qualifiziert für die Leitung einer Brauerei, Produktionsverantwortung und Ausbildung von Lehrlingen. In der Braubranche ist der Meistertitel hoch angesehen und oft Voraussetzung für Führungspositionen. Aufstiegs-BAföG fördert die Kosten mit bis zu 75 %.
ca. 6.000–12.000 Euro (Kursgebühren); Aufstiegs-BAföG deckt bis zu 75 %
6–12 Monate Vollzeit oder 1–2 Jahre berufsbegleitend
Gesellenbrief Brauer und Mälzer + Berufserfahrung
Certified Brewmaster Course (Doemens Akademie)
Doemens Akademie, Gräfelfing bei München
Der Certified Brewmaster Course ist ein kompakter Intensivlehrgang, der international anerkannt ist. Er richtet sich an Quereinsteiger und Brauer, die sich in kurzer Zeit umfassend qualifizieren möchten. Der Kurs umfasst Brauereitechnologie, Mikrobiologie, Sensorik und Betriebswirtschaft. Absolventen finden weltweit Positionen.
ca. 8.000–15.000 Euro
ca. 12 Wochen Vollzeit
Abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium; keine Brauer-Ausbildung erforderlich
IFS Food / FSSC 22000 Schulung (Qualitätsmanagement)
TÜV, DQS, SGS oder andere akkreditierte Anbieter
IFS Food und FSSC 22000 sind die relevanten Zertifizierungsstandards für Lebensmittelsicherheit in Brauereien. Die Schulung qualifiziert für Qualitätsmanagement-Positionen und ist in Großbrauereien fast Pflicht. Für Brauer, die in Richtung QM aufsteigen möchten, ist sie der wichtigste Karrierehebel.
ca. 500–1.500 Euro
2–3 Tage
Berufserfahrung in der Lebensmittelproduktion
Ausbildereignungsprüfung (AEVO / AdA-Schein)
IHK
Der AdA-Schein ist Pflicht für die Ausbildung von Brauer-Lehrlingen. Da die Branche dringend Nachwuchs braucht, sind ausbildende Brauer besonders geschätzt. Der Schein ist außerdem Bestandteil der Braumeister-Qualifikation.
ca. 500–900 Euro (Kurs + Prüfung)
1–2 Wochen Vollzeit oder 3–4 Monate berufsbegleitend
Abgeschlossene Berufsausbildung empfohlen
Biersommelier (Doemens Akademie / IHK)
Doemens Akademie, IHK München, oder andere zertifizierte Anbieter
Der Biersommelier vertieft die sensorische Kompetenz: Bierverkostung, Food-Pairing, Bierstilkunde und Kommunikation. Für Brauer in Craft-Brauereien, Gasthausbrauereien und im Vertrieb ist er ein Differenzierungsmerkmal. In der Gastronomie und bei Bierverkostungen wird er zunehmend geschätzt.
ca. 2.000–3.500 Euro
2–3 Wochen (in Modulen)
Keine formalen Voraussetzungen; Branchenerfahrung empfohlen
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Brauer zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Brauer-Zertifikaten
Lohnt sich der Braumeister finanziell?
Ja — Braumeister verdienen 38.000–50.000 Euro, in Großbrauereien und leitenden Positionen mehr. Der Gehaltssprung gegenüber dem Gesellenbrief beträgt 20–35 %. Aufstiegs-BAföG fördert die Kosten mit bis zu 75 %. Für die Selbstständigkeit (eigene Brauerei) ist der Meistertitel wertvoll — auch wenn keine Meisterpflicht besteht.
Was bringt der Biersommelier?
Der Biersommelier ist ein Differenzierungsmerkmal für Craft-Brauereien, Gastronomie und Vertrieb. Er vertieft die sensorische Kompetenz und qualifiziert für Bierverkostungen, Food-Pairing-Events und Beratung. Der direkte Gehaltseffekt ist begrenzt, aber die Profilierung im Craft-Beer-Segment ist erheblich.
Welche Weiterbildung empfiehlst du nach dem Gesellenbrief?
Sofort: Spezialisierung vertiefen (Sensorik, bestimmte Bierstile). Mittelfristig: Braumeister (IHK/HWK) für Führungspositionen oder IFS-Schulung für Qualitätsmanagement. Für international Ambitionierte: Certified Brewmaster Course (Doemens) oder Studium Brauwesen (Weihenstephan). Der Biersommelier ist eine schöne Ergänzung für Craft-Brauer.
Gibt es Fördermöglichkeiten für Brauer-Weiterbildungen?
Ja — der Braumeister wird durch Aufstiegs-BAföG mit bis zu 75 % gefördert. Kürzere Weiterbildungen können über das Qualifizierungschancengesetz oder betriebliche Budgets finanziert werden. Einige Brauereien übernehmen Fortbildungskosten als Mitarbeiterbindung. In einigen Bundesländern gibt es zusätzliche Weiterbildungsprämien.
Lohnt sich das Studium Brauwesen neben der Ausbildung?
Das Studium Brauwesen/Getränketechnologie (z. B. TU München Weihenstephan) eröffnet Karrierewege in Forschung, Entwicklung und Geschäftsführung. Es ist dem Meister überlegen für internationale Karrieren und Großkonzerne. Der Aufwand (7 Semester) ist erheblich — ein berufsbegleitendes Studium ist möglich, aber anspruchsvoll.
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