Zertifizierungen im Überblick
Geprüfter Handelsfachwirt (IHK)
IHK (Prüfung) | Lehrgangsanbieter: IHK-Bildungszentren, SGD, ILS
Die Aufstiegsfortbildung Nr. 1 für Automobilkaufleute — DQR-Stufe 6, gleichwertig mit dem Bachelor. Qualifiziert für Abteilungsleitung, Betriebsleitung und Geschäftsführung im Autohaus. Per Aufstiegs-BAföG bis zu 75 % gefördert. Von Autohausgruppen als Managementqualifikation anerkannt.
3.000–5.500 EUR (Lehrgang + Prüfungsgebühr) | Aufstiegs-BAföG: bis zu 75 %
12–18 Monate berufsbegleitend
Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung + 1 Jahr Berufserfahrung ODER 5 Jahre Berufserfahrung
Geprüfter Automobilverkäufer (ZDK / Hersteller)
Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Kooperation mit Herstellerakademien
Branchenspezifisches Verkäuferzertifikat, das Verkaufskompetenz, Produktwissen und Finanzierungskenntnisse nachweist. Von den meisten Autohäusern als Standard für professionelle Fahrzeugverkäufer angesehen. Herstellerakademien (BMW, Mercedes, VW) bieten eigene Verkäuferzertifizierungen an.
ca. 1.500–3.000 EUR (abhängig vom Hersteller und Umfang)
3–6 Monate berufsbegleitend (Module bei der Herstellerakademie)
Tätigkeit im Automobilverkauf, keine formale Vorqualifikation
Kfz-Betriebswirt (BFC / TAK)
Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kraftfahrzeuggewerbe (BFC), Technische Akademie (TAK)
Branchenspezifische Betriebswirt-Qualifikation für das Kraftfahrzeuggewerbe. Qualifiziert für Betriebsleitung, Niederlassungsleitung und kaufmännische Geschäftsführung im Autohaus. Wird von Autohaus-Gruppen und Herstellern als Führungsqualifikation anerkannt.
ca. 6.000–10.000 EUR (Lehrgang + Prüfung)
18–24 Monate berufsbegleitend (Blockwochen + Selbststudium)
Kaufmännische Ausbildung im Kfz-Bereich + mehrjährige Berufserfahrung
Zertifizierter Finanzierungs- und Leasingberater (Herstellerbanken)
Herstellerbanken (BMW Financial Services, Mercedes-Benz Bank, Volkswagen Financial Services)
Spezialisierung für das margenstarke F&I-Geschäft (Finance & Insurance) im Autohaus. Herstellerbanken zertifizieren Berater für Finanzierung, Leasing, Versicherungen und Garantieverlängerungen. Zertifizierte Berater erzielen höhere Finanzierungsquoten und damit höhere Provisionen.
In der Regel kostenfrei für Mitarbeiter von Partnerhändlern (Herstellerfinanzierung)
2–5 Tage Schulung + Prüfung
Tätigkeit in einem Autohaus der jeweiligen Herstellermarke
Ausbildereignungsprüfung (AEVO / AdA-Schein)
IHK (Prüfung) | Vorbereitungskurse: IHK-Bildungszentren
Für Automobilkaufleute, die Azubis anleiten wollen oder in Richtung Betriebsleitung gehen. Im Autohaus ist der AdA-Schein Voraussetzung, wenn du Ausbildungsverantwortung übernehmen willst. Viele Autohausgruppen setzen ihn für Leitungsfunktionen voraus.
ca. 500–700 EUR (Kurs) + ca. 170 EUR IHK-Prüfungsgebühr
1–2 Wochen Vollzeit oder 4–8 Wochen berufsbegleitend
Keine formale Voraussetzung
In Stellenanzeigen wird oft „PMP wünschenswert“ oder „Zertifizierung erforderlich“ formuliert — aber was davon ist wirklich Muss? Unser Stellenanzeigen-Decoder entschlüsselt die Anforderungen.
Zeugnisse & Referenzen: Was zählt
Wichtige Tätigkeitsnachweise im Zeugnis
Positive Formulierungen
Red-Flag-Formulierungen
Du überlegst den Quereinstieg ins Projektmanagement? Unser Guide Quereinstieg als Automobilkaufmann/-frau zeigt dir, welche Zertifizierungen für deinen Hintergrund am sinnvollsten sind.
Du hast bereits Zertifizierungen und Erfahrung? Der Talent Report analysiert, wie deine Qualifikationen bei Arbeitgebern ankommen — und wo du noch nachlegen kannst.
Häufige Fragen zu Automobilkaufmann/-frau-Zertifikaten
Welche Weiterbildung lohnt sich für Automobilkaufleute am meisten?
Der Handelsfachwirt (IHK) ist die strategisch beste Wahl für den Aufstieg im Autohaus: DQR-Stufe 6, per Aufstiegs-BAföG bis zu 75 % gefördert und Voraussetzung für Leitungspositionen. Für Verkäufer bringt die Herstellerzertifizierung als Automobilverkäufer den schnellsten Einkommensschub.
Brauche ich den Kfz-Betriebswirt oder reicht der Handelsfachwirt?
Für die meisten Karriereziele reicht der Handelsfachwirt — er ist breiter anerkannt und günstiger. Der Kfz-Betriebswirt ist sinnvoll, wenn du Betriebsleiter oder kaufmännischer Geschäftsführer eines Autohauses werden willst. In großen Autohausgruppen wird beides geschätzt.
Wie wichtig sind Herstellerzertifizierungen?
Für Verkäufer in Markenautohäusern sind sie Pflicht: Jeder Hersteller (BMW, Mercedes, VW, Audi) verlangt von seinen Händlern zertifizierte Verkäufer. Die Zertifizierung wird vom Autohaus finanziert und in der Herstellerakademie durchgeführt. Beim Markenwechsel musst du dich neu zertifizieren lassen.
Was bringt der AdA-Schein im Autohaus?
Der AdA-Schein qualifiziert dich für die Ausbildungsverantwortung — und signalisiert Führungsbereitschaft. Viele Autohausgruppen setzen ihn für Abteilungsleiter und Betriebsleiter voraus. Die Investition (unter 900 EUR, 1–2 Wochen) ist gering und lohnt sich für jeden, der im Autohaus aufsteigen will.
Gibt es spezielle Weiterbildungen für E-Mobilität im Autohaus?
Ja — die Herstellerakademien bieten E-Mobilitäts-Schulungen an (Hochvolt-Grundlagen, Ladeinfrastruktur, Beratung zu Förderprogrammen). Der ZDK bietet Zertifikatslehrgänge zur E-Mobilitätsberatung. Als Automobilkaufmann ist es sinnvoll, sich frühzeitig in diesem Wachstumsfeld zu positionieren.
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